Kaufhaus Galeria Karstadt mit alter Fassade.
Die Filiale von Karstadt in Magdeburg ist nicht von den Schließungsplänen betroffen. Bildrechte: IMAGO/Jürgen Ritter | Grafik MDR

Kaufhaus-Standort So reagiert die MDR-Community auf den Erhalt von Karstadt in Magdeburg

18. März 2023, 18:05 Uhr

Deutschlandweit werden Galeria Karstadt Kaufhof-Filialen geschlossen – doch seit Montag ist klar: Das Kaufhaus in Magdeburgs Innenstadt bleibt. Im Portal und auf den Social Media-Kanälen von MDR SACHSEN-ANHALT zeigen sich zahlreiche Nutzerinnen und Nutzer erleichtert. Einige sind skeptisch, wie lange sich das Kaufhaus halten kann und andere shoppen nur noch online.

Daniela Schulze
Bildrechte: Daniela Schulze

Das Karstadt-Kaufhaus in Magdeburg gehört nicht zu den Filialen, die geschlossen werden sollen. Das teilte der Galeria Karstadt Kaufhof-Konzern am Montag mit. Damit ist das Geschäft in Magdeburg die einzige noch verbleibende Filiale der Kaufhauskette in Sachsen-Anhalt.

Die Nachricht vom Erhalt des Kaufhauses ist bei der MDR-Community in den vergangenen Tagen auf großes Interesse gestoßen. Denn Ende November 2022 hieß es noch, auch der Standort in Magdeburg stehe vor dem Aus. Doch die Stadt setzte sich für den Erhalt ein.

Erleichterung über den Erhalt der Filiale in Magdeburg

Viele Nutzerinnen und Nutzer teilen in den Kommentarspalten der Social Media-Kanälen von MDR SACHSEN-ANHALT bei Facebook und Instagram ihre Freude darüber, dass sie im Karstadt in Magdeburg weiter einkaufen können.

Es wäre ein großer Verlust und ein großer Schaden für Magdeburgs Innenstadt gewesen, wenn Karstadt dichtgemacht hätte.

Dirk Michael Boche

Bei Facebook schreibt Gunnar Müller zum Beispiel: "Bin immer wieder gern in diesem Kaufhaus. Vielfältiges Angebot und ein schöner Ort zum Verweilen." Dirk Michael Boche ergänzt: "Es wäre ein großer Verlust und ein großer Schaden für Magdeburgs Innenstadt gewesen, wenn Karstadt dicht gemacht hätte."

Verbesserungspotential bei Angebot, Service und Ausstattung

Es gibt aber auch Kritik: So müsse das Angebot dringend verbessert werden, damit sich Karstadt halten könne. Anett Busch schreibt: "Ich finde das Angebot leider recht altbacken. […] Vielleicht wird er [der Karstadt] ja mal etwas moderner." Vorbilder könnten hier Peek & Cloppenburg oder das KaDeWe sein, findet Nutzer Ole Olsen.

Vielleicht wird der Karstadt ja mal etwas moderner.

Anett Busch

Neben dem Angebot sehen viele Nutzerinnen und Nutzer aber auch beim Service Potenzial. So kommentiert Elke Reisener: "Im Untergeschoss gibt es keine Kasse mehr, in den anderen Etagen muss man von einem Ende zum anderen Ende laufen, um zu bezahlen und hat man Fragen, dann geht die Rennerei erst richtig los. Pro Etage nur 2 Verkäuferinnen, die man fragen kann (lt. Auskunft einer Karstadtangestellten)." Aber auch an anderen Stellen gibt es Verbesserungswünsche – und die Hoffnung, dass mit der Entscheidung für den Standort neue Investitionen anstehen. "Die Toiletten könnten z.b. [sic] mal eine Renovierung vertragen und das Restaurant könnte vom Konzept her auch etwas überdacht werden", schlägt Kommentatorin Lydia Maria vor.

Kaufhaus-Bummel oder doch lieber Online-Shopping?

Einige Nutzerinnen und Nutzer kritisieren, dass Auswahl und Preise nicht mit dem Angebot im Internet mithalten könnten und sie deshalb lieber online shoppen würden. Der User mit dem Namen Neunzehnhundert Fünfundsechzig schreibt: "Wenn ich online mehr Angebote kriege und das auch noch billiger, dann kaufe ich es halt online. Alleine schon wenn ich Schuhe brauche ist die Auswahl hier in Magdeburg doch sehr mager."

Mir tut es leid für die Geschäfte, aber wie man als Verbraucher über den Monat kommt, interessiert auch niemanden.

Angesichts von Inflation und hohen Energiepreisen reagieren einige Kommentatoren auch sehr emotional. So schreibt Diana Meier: "Die Lebensmittel, Strom etc. wird immer teurer und dann muss man halt gucken wo man was einsparen kann. Mir tut es leid für die Geschäfte, aber wie man als Verbraucher über den Monat kommt, interessiert auch niemanden."

Dieter Kunde sieht das ähnlich und berichtet: "Ich bin Rentner und muss mit jedem Cent rechnen! Wenn ich hier im Nachbarort für einen Artikel 23,76 Euro zahlen muss, bekomme den Artikel im Internet (Amazon) für 16,40 Euro inklusive Porto nach Hause geliefert, rate mal, wo ich, der mit jedem Cent rechnen muss, kaufe!"

Hier bricht alles weg, weil zu viele über Amazon bestellen!

Susanne E Kraiger

Der Trend zum Onlineshopping regt einige Kommentartorinnen und Kommentatoren jedoch auf. Susanne E Kraiger gehört dazu: "Hier bricht alles weg, weil zu viele über Amazon bestellen!"

Mehr als bloß Einkaufsmeile: Karstadt als sozialer Treffpunkt

Aber es geht nicht nur um den Konflikt zwischen dem Ladensterben in den Innenstädten und dem Shoppen im Internet, sondern auch um die Bedeutung von Kaufhäusern wie Karstadt als sozialer Treffpunkt. So hebt der Nutzer geradeaus in unserem Portal hervor: "So ein großer Begegnungstreffpunkt ist wichtig für eine Stadt". Er ist der Meinung, dass sich "die Leute [bald] zurückerinnern, wie schön es ist Sachen und Dinge zuerst anzuziehen, anzufassen bevor man es kauft. Einfach mal bummeln gehen, alleine oder mit Freunden und Familie. Und dafür ist Karstadt ideal."

Zweifel an langfristigem Erhalt der Filiale: "Sterben auf Raten"?

Welche Zukunft hat Kaufhaus in Magdeburg? Daran, dass sich das Unternehmen dauerhaft in Magdeburg halten kann, äußern einige Nutzerinnen und Nutzer Zweifel. Dringend notwendige, zukunftsorientierte Ideen und Konzepte würden fehlen – aber nicht nur in Magdeburg.

"Es ist ein strukturelles Problem von Karstadt", analysiert Uwe Runggas, "Immer nur Gewinne rausholen mit immer weniger Personal, dazu noch mit einem Sortiment, dass aus einem Museum stammen könnte". Die Rentabilität sei schlichtweg nicht mehr gegeben, so auch Marcus Radsch. Thommi Tulpe sieht es ähnlich und kommentiert in unserem Portal: "Karstadt war vielleicht einst ein klangvoller Name, hat es aber 'verschlafen', der Konkurrenz Konkurrenz zu sein."

Ich mochte in den 1970er- und 1980er-Jahren Warenhäuser sehr gern, doch heutzutage sind das Auslaufmodelle.

DE HA

Dass von dem einstigen Glanz der Kaufhäuser heute nur noch wenig übrig, bedauert Nutzer DE HA: "Ich mochte in den 1970er- und 1980er-Jahren Warenhäuser sehr gerne, doch heutzutage sind das Auslaufmodelle." Der Konsumfluss habe sich völlig verändert.

Andere Nutzungen des Gebäudes: Von der Volkshochschule bis zur Paintball-Arena

Einige Kommentatorinnen und Kommentatoren gehen seit Jahren schon nicht mehr zu Karstadt oder lehnen die Kette komplett ab. So schreibt Claudia Hucke beispielsweise, dass sie es gar nicht merken würde, wenn es die Filiale nicht mehr gäbe. Stattdessen werden bereits andere mögliche Nutzungen für das Gebäude diskutiert. So kann sich Nutzerin Heidi Ga den Standort auch für die Volkshochschule und Bibliothek vorstellen. Christoph Bauer wünscht sich eine Paintball-Arena, Go-Kart und ein paar Kneipen.

Auch äußerlich könne sich das Gebäude verändern, finden einige. "Die Fassade [sollte] attraktiver gestaltet werden", schreibt Carlo Marinelli. "Seit DDR-Zeiten hat das Gebäude den Charakter eines Bunkers, was nicht sehr einladend wirkt." Andere widersprechen und verweisen auf den Denkmalschutz: "Diese Fassade ist einzigartig und darf nicht geändert werden", so Jörg Schiller.

MDR (Daniela Schulze)

MDR SACHSEN-ANHALT

5 Kommentare

geradeaus am 19.03.2023

Für den Standort Magdeburg definitiv, das müssen wir wohl sagen. Ich hoffe halt sehr die Umgestaltung und der Neuanfang für diese Filiale Früchte tragen und das die Allgemeinheit auch wieder Lust daran findet dort zu shoppen und den einen oder anderen € lässt.

Grüße

dieja am 19.03.2023

Wenn man sich das Karstadtkaufhaus in Magdeburg ansieht, dann muss man sich allerdings fragen, warum es offen bleibt. Es gibt viele Kaufhäuser der Kette, die ein besseres Angebot haben und schließen müssen. Niveau in Magdeburg schlecht.

Sharis am 19.03.2023

Niemand kann in die Zukunft sehen, daher bleibt abzuwarten, wie sich die geretteten Kaufhof-/Karstadt-Filialen entwickeln.
Ich bin da eher pessismistisch, lasse mich jedoch gern eines Besseren belehren.
Auf jeden Fall sollte klar sein, dass das der letzte Rettungsversuch mit Staatsgeldern für dieses Unternehmen ist!

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