Intel-Logo auf einem Telefon-Bildschirm und Mikrochip sind in dieser Illustration zu sehen.
Die Ampel hält trotz Haushaltskrise an der Förderung für die neue Intel-Fabrik in Magdeburg fest. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO/NurPhoto

Chip-Industrie Milliarden-Zuschüsse für Intel in Magdeburg gesichert

14. Dezember 2023, 11:00 Uhr

Die neue Intel-Fabrik in Magdeburg soll trotz Haushaltskrise mit rund zehn Milliarden Euro vom Bund gefördert werden. Die Ampelkoalition teilte mit, mit diesen Mitteln die zukünftige Wirtschaftskraft des Landes zu sichern. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Haseloff zeigte sich erleichtert.

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Die Zuschüsse des Bundes für die Intel-Fabrik in Magdeburg sind gesichert. Trotz der Haushaltskrise habe sich die Ampelkoalition darauf geeinigt, an der Förderung in Höhe von etwa zehn Milliarden Euro festzuhalten, bestätigte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Michael Kellner (Grüne).

Die Investitionen sicherten die zukünftige Wirtschaftskraft des Landes. Das ganze Land profitiere von den Mitteln, die in die Transformations-Vorhaben flössen, so Kellner.

Erleichterung in Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) zeigte sich erleichtert. Es sei eine entscheidende Botschaft, dass die Investitionen in die Chip-Industrie in Ostdeutschland weiterhin in vollem Umfang gewährleistet würden, erklärte er am Mittwoch am Rande der Landtagssitzung.

Mitarbeiter des Chipkonzerns Infineon arbeiten im Reinraum der Chipfabrik.
Der US-Hersteller Intel plant in Magdeburg den Bau von Chipfabriken. Die Investitionen liegen bei rund 30 Milliarden Euro, der Staat will rund zehn Milliarden Euro zuschießen. Bildrechte: picture alliance/dpa | Robert Michael

Die Investoren könnten nun beruhigt werden, was Risiken und Unsicherheiten anbelange. "Und auf der anderen Seite war es gut, dass wir uns nicht haben beeindrucken lassen, sondern dass wir unsere Verwaltungs- und sonstigen Arbeiten am Projekt konsequent fortgesetzt haben", so Haseloff.

Lob für die Entscheidung der Regierungskoalition kam auch von der FDP-Landesvorsitzenden Lydia Hüskens. "Für Sachsen-Anhalt ist die Bestätigung der Investitionen in die geplanten Chipfabriken eine hervorragende Nachricht", sagte Hüskens.

Intel-Fabrik nur mit Bundesförderung

Intel möchte in Magdeburg eine Halbleiter-Fabrik für Mikrochips bauen. Im Jahr 2022 hatte sich das US-amerikanische Unternehmen für Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt als Standort seiner neuen Fabrik entschieden. Rund 30 Milliarden Euro sollen dafür investiert werden.

Die Bundesregierung hatte daraufhin zugesagt, das Großprojekt mit etwa zehn Milliarden Euro zu unterstützen, damit Intel sich in Magdeburg ansiedelt. Doch angesichts der Haushaltskrise war zuletzt unklar, ob der Bund an dieser Förderung festhalten würde.

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dpa, MDR (Engin Haupt, Leonard Schubert, Karin Roxer, Jochen Müller), zuerst veröffentlicht am 13.12.2023

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 13. Dezember 2023 | 14:00 Uhr

59 Kommentare

EOM vor 26 Wochen

Ja das stimmt, man sollte immer eine Option B haben. Ich habe ja nicht gesagt, dass ich mich auf Intel festgelegt habe. Ich werde dort sowieso höchstwahrscheinlich nie arbeiten. Es ging mir eher um die positiven Effekte, die Intel auf die Wirtschaft in der Region bzw. auf die Branchen, in denen ich mich bewege, haben wird.

Wenn Intel nicht kommt, dann bleiben wir halt weiter wirtschaftsschwach, zumindest im Vergleich zu den anderen Bundesländern / Regionen.

Ralf G vor 26 Wochen

DEB - Es müssen nicht 10 Milliarden dafür sein. Es geht letztlich um Technologieoffenheit auf vielen Gebieten.
Lt. WELT gibt's in Deutschland 173 Lehrstühle für Genderforschung und 8 für Kernforschung. Verstehen Sie das Grundproblem dieses mehrheitlich rotgrün geführten Landes?
Planwirtschaftliches Denken führt ins Nichts.

Ralf G vor 26 Wochen

Durchblick - Sollte die Konzernleitung feststellen, dass nach 10 oder 15 Jahren der Konzerngewinn trotz Verlagerungskosten woanders höher ist, werden sie das tun. Aktuell 15 Fertigungsstätten an 10 Standorten.
Nach dem Aktienrecht ist die Konzernleitung verpflichtet, für die Aktionäre den größtmöglichen Gewinn zu schöpfen.

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