Frühestens im Sommer "Florida Eis": Baustart für Fabrik in Schönebeck verzögert sich weiter

28. Februar 2023, 16:51 Uhr

Die Berliner Firma "Florida Eis" will in Schönebeck eine neue Eisfabrik bauen – doch der Baustart verzögert sich weiter. Frühestens im Sommer werden wohl die ersten Bagger vor Ort anrollen. Der Fokus bei dem Vorhaben liegt auf Nachhaltigkeit. So will das Unternehmen etwa den Strom für die Eis-Produktion mit Solaranlagen und kleinen Windrädern selbst erzeugen. Bis zu 250 Jobs sollen entstehen.

MDR AKTUELL Mitarbeiter Felix Fahnert
Bildrechte: MDR/punctum.Fotografie/Alexander Schmidt

Der Baustart für die geplante Eisfabrik des Berliner Unternehmens "Florida Eis" in Schönebeck verzögert sich weiter. Der zuständige Projektleiter Thorsten Lorenzen sagte MDR-SACHSEN-ANHALT, man peile derzeit einen Baustart im Sommer an. Bis zum Ende des ersten Halbjahres solle die Genehmigungs-Planung abgeschlossen sein. Ursprünglich war für die Eisfabrik ein Baubeginn im Jahr 2022 angekündigt worden, zuletzt war vom Frühjahr 2023 die Rede.

Fabrik soll komplett aus Holz sein

Die erneute Verzögerung führt Lorenzen zum einen auf betriebsinterne Prozesse zurück, "die länger dauern, als wir uns das gewünscht hätten". So sei etwa die Planung für die autarke Energieversorgung der Halle komplex. Zum anderen sei es mit Blick auf die derzeitige Marktlage schwierig, Unternehmen für die Planung und den Bau zu finden. "Die haben ja nicht auf Florida Eis gewartet", sagte der Projektleiter. Aktuell beginne der Wettbewerb um die Architektenbüros. Das Baugelände in Schönebeck sei bereits komplett umzäunt. Nach dem Baubeginn soll es ein gutes Jahr dauern, bis die Fabrik steht.

"Florida Eis" will in Schönebeck insgesamt 25 Millionen Euro investieren, sechs Millionen Euro davon sind als Fördermittel beim Land beantragt. Bis zu 250 Jobs sollen vor Ort entstehen. Besonderen Wert bei dem Bau legt die Firma auf Nachhaltigkeit. "Wir versuchen, das vollständig aus Holz umzusetzen", sagte Lorenzen. Auch die für die Produktion nötige Energie will "Florida Eis" selbst erzeugen. "Es ist unser Ziel, zu 100 Prozent autark zu werden", erklärte Lorenzen.

Solar-Flächen und kleine Windräder sollen Strom erzeugen

Auߟenansicht der Florida Eis Manufaktur in Berlin
Die Eismanufaktur von Florida Eis in Berlin Bildrechte: picture alliance/dpa/Sophia Kembowski

Unter anderem sollen Fotovoltaikanlagen installiert werden, die senkrecht aufgestellt über reflektierende Oberflächen auf dem Fabrik-Dach Strom erzeugen. Auch fünf kleine Windkraftanlagen mit knapp 50 Metern Höhe sollen auf dem Gelände errichtet werden. Die erzeugte Energie wird den Plänen zufolge vor Ort gespeichert und für die Produktion verwendet.

"Florida Eis" setzt verstärkt auf vegane Sorten. Das Eis aus Berlin entwickelte sich in den vergangenen Jahren immer mehr zum Verkaufshit. Den Bau der Eisfabrik in Schönebeck hatte "Florida Eis" im März 2022 angekündigt. Die Firma legt den Fokus schon seit längerem auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz. So hatte "Florida Eis" bereits in Berlin nach eigenen Angaben die erste klimaneutrale Eis-Produktion Deutschlands gestartet.

MDR (Felix Fahnert)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 28. Februar 2023 | 14:00 Uhr

6 Kommentare

Pelzie am 01.03.2023

Da fällt mir doch irgendwie gleich Intel ein....

Und eins verstehe ich überhaupt nicht:
Will wer neue Produktionsstrecken errichten, heisst es sofort "Es entstehen ...hundert Arbeitsplätze" und Politik und Medien springen vor Freude im Rechteck.
Doch ganz Deutschland jammert über den Fachkräftemangel.
Wie soll das funktionieren?
Kann mir das mal jemand plausibel erklären?

geradeaus am 01.03.2023

Das Eis hat mir mal richtig gut gut geschmeckt. Meine Lieblingssorte früher "Cherry Chokolat Chip".
Ich bin auch paar mal extra nach Spandau um es direkt aus der Zentrale zu holen.

Jetzt setzen sie vermehrt auf vegane Sorten. Also bei mir kommt das nicht gut an. Naja, wenns läuft...

Micha R am 01.03.2023

@ DanielSBK
Laut dem Artikel ist 2x von bis zu 250 Jobs die Rede. Nur heißt das lange nicht, das da auch wirklich 250 Arbeitnehmer benötigt werden....

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