Feuerwehrmänner löschen in dichtem Rauch eine Lagerhalle.
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Altmarkkreis Salzwedel Tausende Tiere getötet: Großbrand in Schweinezuchtanlage gelöscht

13. April 2024, 14:36 Uhr

In Binde im Altmarkkreis Salzwedel war eine große Schweinezuchtanlage in Brand geraten. Das Feuer ist mittlerweile gelöscht. Insgesamt waren 211 Feuerwehrleute im Einsatz. Laut Leitstelle beläuft sich der Schaden auf etwa eine Million Euro. Die Kriminalpolizei ermittelt zur Brandursache.

Von Freitagnachmittag bis Samstagmittag hat in Binde im Altmarkkreis Salzwedel eine große Schweinezuchtanlage gebrannt. Inzwischen haben Einsatzkräfte das Feuer gelöscht. Das teilte der Altmarkkreis Salzwedel MDR SACHSEN-ANHALT am Samstagmittag mit. Durch die örtlichen Feuerwehren sei eine Brandwache sichergestellt. Parallel dazu habe der Betreiber gemeinsam mit mehreren Technikunternehmen begonnen, die Versorgung in den vom Feuer nicht betroffenen Ställen wiederherzustellen.

Tausende Schweine getötet

Dem Landkreis zufolge gehört die Anlage der Schweinezucht Binde GmbH. Auf dem Gelände gebe es zwölf Abferkelställe, sechs Deckställe und ein Reproduktionszentrum. Sechs der zwölf Abferkelställe seien abgebrannt, zwei weitere beschädigt und inzwischen beräumt worden. Durch das Feuer seien 1.750 Sauen verendet. Pro Sau müsse man zusätzlich mit mindestens acht Ferkeln rechnen. Hochgerechnet ergibt das etwa 16.000 getötete Tiere. Die Tiere aus den nicht direkt betroffenen Ställen seien in andere Ställe auf dem Gelände oder am Sonnabend mit Viehtransportern an andere Standorte des Betreibers gebracht worden.

Die Leitstelle hatte von mehr als 20.000 toten Tieren gesprochen, außerdem von zehn komplett abgebrannten Ställen. Laut Leitstelle belaufe sich der Schaden auf rund eine Million Euro.

Zwei Schweine trinken aus einer Löschwasserpfütze.
Einige Schweine konnten aus den Ställen befreit werden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ende des Einsatzes noch nicht absehbar

Die vom Feuer betroffenen Ställe sind dem Altmarkkreis Salzwedel zufolge von der Kriminalpolizei gesperrt worden. Nach der Freigabe würden sie beräumt und die verendeten Tiere fachgerecht entsorgt. Auch das Umweltamt des Landkreises sei bereits vor Ort gewesen. Man habe geprüft, ob vom Löschwasser eine Gefährdung im Hinblick auf die Vermischung mit Oberflächenwasser ausgehe. Es bestehe aber keine Gefahr, da das Löschwasser auf dem Betriebsgelände zentral gesammelt werden könne. Auch während des Brandes habe für die Bevölkerung zu keiner Zeit eine Gefahr bestanden.

Örtliche Feuerwehren seien nach wie vor auf dem Gelände, um ein Aufflammen des Feuers zu verhindern. Das Ende des Einsatzes sei noch nicht absehbar. Er werde voraussichtlich über das Wochenende andauern. Die Behörden kontrollierten engmaschig, ob die Tiere in den Ställen weiterhin versorgt würden. Dazu stehe man im ständigen Austausch mit dem Betreiber.

Kriminalpolizei ermittelt

Wie Frank Weipert vom Polizeirevier Salzwedel bestätigte, ist die Brandursache noch unklar. Auch der Altmarkkreis Salzwedel konnte zur Brandursache noch nichts sagen. Die Kriminalpolizei Salzwedel ermittelt. Sie habe die vom Feuer betroffenen Ställe gesperrt.

In dem Stall in Binde am Arendsee hatte es vor drei Jahren schon einmal gebrannt. Damals entstand ein Schaden in Höhe von 50.000 Euro.

Feuerwehrmänner löschen in dichtem Rauch eine Lagerhalle.
Die Feuerwehr schätzt den Schaden auf rund eine Million Euro. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Laut Leitstelle gestaltete sich die Brandbekämpfung wegen der Photovoltaik-Anlagen auf den Hallendächern schwierig. Zwei Kameraden der Feuerwehr waren nach Angeben der Polizei bei den Löscharbeiten leicht verletzt und in das Altmarkklinikum Salzwedel gebracht worden. Inzwischen seien sie wieder zu Hause. Wegen der starken Rauchentwicklung und der Löscharbeiten war zeitweise auch die Verbindungsstraße zwischen Binde und Schernikau gesperrt gewesen.

Auch Tierärzte im Einsatz

Im Einsatz waren ingesamt 211 Einsatzkräfte aus den Feuerwehren der Orte Arendsee, Binde, Fleetmark, Kaulitz, Mechau, Salzwedel, Schrampe, Vissum, Zießau, Zühlen, Leppin, Sanne, Pretzier, Seehausen/Altm. und Kläden. Außerdem waren neun Tierärzte und der Amtsveterinär aus Salzwedel hinzugezogen worden.

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dpa, MDR (Norma Düsekow, Hannes Leonard, Alisa Sonntag, Michel Holzberger, Ingvar Jensen, Marcel Knop-Schieback)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 13. April 2024 | 12:00 Uhr

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