Elbquerung nach Brandenburg A14: Bauauftrag für Brücke über die Elbe bei Seehausen vergeben

Die Nordverlängerung der Autobahn 14 nimmt weiter Gestalt an. Nun sollen die Arbeiten an der Elbebrücke zwischen Seehausen in Sachsen-Anhalt und Wittenberge in Brandenburg beginnen. Die längste Brücke der A14-Nordverlängerung soll in drei Jahren fertiggestellt sein.

Visualisierung einer Brücke über einen breiten Fluss.
Elegante Konstruktion und schlankes Erscheinungsbild: der Entwurf der neuen Elbebrücke zwischen Seehausen in der Altmark und dem brandenburgischen Witternberge. Bildrechte: Deges

Beim Bau der Nordverlängerung der Autobahn 14 geht es voran: In der kommenden Woche sollen die Arbeiten an der Elbebrücke an der Landesgrenze von Sachsen-Anhalt und Brandenburg beginnen. Für das Bauwerk zwischen Seehausen und Wittenberge ist jetzt der Bauauftrag vergeben worden.

Wie das für die A14 zuständige Projektmanagement Deges mitteilte, ist der Auftrag an eine Bietergemeinschaft vergeben worden. Den Zuschlag für den Brückenbau erhielten demnach der führende Schweizer Baudienstleister Implenia in Gemeinschaft mit der DSD Brückenbau GmbH.

Die Kosten für den Bau der Brücke liegen laut Management bei etwa 170 Millionen Euro. Gezahlt wird das komplett vom Bund.

Längste Brücke der A14-Nordverlängerung

Die neue Elbquerung soll den Angaben zufolge insgesamt 1.100 Meter lang und damit die längste Brücke der A14-Nordverlängerung werden. Sie führt durch ein ökologisch sensibles Gebiet an der Elbe. Dieses soll laut Projektmanagement so wenig wie möglich beeinträchtigt werden. Das Bauwerk werde den höchsten Anforderungen des Natur- und Landschaftsschutzes gerecht, hieß es.

Ab kommender Woche wird den Angaben zufolge zunächst die Baustelle eingerichtet. Noch im Frühjahr 2022 soll der Bau südlich der Elbe mit den Arbeiten zur Gründung der Pfeiler der Vorlandbrücke und des Widerlagers starten. Die Fertigstellung ist für 2025 geplant.

Zwei Jahre später soll im Süden der A14-Nordverlängerung mit einem weiteren Brückenschlag auch der Anschluss an das Autobahnkreuz Magdeburg fertig sein. Dort laufen derzeit die Bauvorbereitungen für den Abschnitt Dahlenwarsleben-Wolmirstedt. Ab 2024 soll die Querung über den Mittellandkanal gebaut werden. Veranschlagte Kosten für diese Brücke: 10,8 Millionen Euro.

14 von insgesamt 97 Kilometern in Sachsen-Anhalt bereits befahrbar

Die gesamte Nordverlängerung der Autobahn 14 soll einmal die Städte Magdeburg, Wittenberge und Schwerin verbinden. Baustart war 2011. Die Strecke hat insgesamt 155 Kilometer. Davon liegen etwa 97 Kilometer in Sachsen-Anhalt, 32 Kilometer im Land Brandenburg und 26 Kilometer in Mecklenburg-Vorpommern.

Die Streckenabschnitt in Mecklenburg-Vorpommern und elf Kilometer im Land Brandenburg sind bereits befahrbar. In Sachsen-Anhalt rollt auf knapp 14 von insgesamt 97 Kilometern der Verkehr. Die Gesamtkosten werden auf mehr als 1,7 Milliarden Euro geschätzt.

Die Fertigstellung der A14 hatte sich vor allem wegen Klagen immer wieder verzögert. Die aktuellen Bauabschnitte liegen jedoch laut zuständiger Autobahn GmbH im Plan. Bis Ende 2023 soll das Stück von Tangerhütte bis Lüderitz fertiggestellt und 2025 Stendal erreicht sein. Zuletzt wurde die komplette Fertigstellung der Trasse 2027 in Aussicht gestellt.

dpa, MDR (Katharina Häckl, Cornelia Winkler)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 10. März 2022 | 06:30 Uhr

6 Kommentare

Soldaten Norbert vor 16 Wochen

Natürlich kann das Land, die Politik für diesen Wahnsinn etwas. Die Bürokratie wurde aufgeblasen, um Jobs zuschaffen. Das ging schon unter Kohl los. Genau, diese Politik , hat diese Vorschriften erlassen, um jedes Mäuschen usw. jedem Frosch gerecht zu werden. Jeder Depp darf klagen, Projekte behindern. Damit beschäftigen sich zig tausende Menschen. Und das hemmt unseren Fortschritt, unsere Lebensqualität. Ich war damals noch jung, habe mich auf das Projekt gefreut. Womöglich werde ich die Fertigstellung nicht mehr erleben oder bin eben zu alt, die neue Verbindung noch zu geniessen.

Kennichseer vor 16 Wochen

Wenn sich keiner mehr das Autofahren leisten kann, werden Schienen auf die Brücken gelegt und eine Oberleitung gezogen. Dann kann da die Straßenbahn mit Windstrom von Dresden bis an die Ostsee fahren.

Mini Matz vor 16 Wochen

Das ist einfach nur frustrierend. Mal abgesehen davon, dass Deutschland ja nicht mal schafft, marode Brücken rechtzeitig zu sanieren, ist der Bau dieser Autobahn angesichts explodierender Treibstoffpreise und Klimakatastrophe einfach nur zukunftsverweigernde völlig fehlgeleitete Verkehrspolitik!

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