Der Markt mit der Kirche St. Marien, dem Rathaus und dem Roland in der Altstadt von Stendal
Der Sachsen-Anhalt-Tag in Stendal steht wegen finanzieller Probleme vor dem Aus. (Archivbild) Bildrechte: picture alliance/dpa/Jens Kalaene

Kein Geld Sachsen-Anhalt-Tag in Stendal steht endgültig vor dem Aus

17. März 2023, 10:55 Uhr

Die Hansestadt Stendal hat finanzielle Probleme. Das wirkt sich auf den 2024 geplanten Sachsen-Anhalt-Tag aus. Mehrfach wurde deshalb zuletzt über Zuschüsse diskutiert. Nun steht das Fest endgültig auf der Kippe. Eine abschließende Entscheidung muss der Stadtrat zwar noch treffen. Doch die Zeichen stehen schlecht. Das Land will die Hoffnung dennoch noch nicht aufgeben.

Der Sachsen-Anhalt-Tag in Stendal steht endgültig vor dem Aus. Der Hauptausschuss der Hansestadt – zweithöchstes politisches Gremium – hat am Mittwoch gegen die Ausrichtung des Landesfestes im kommenden Jahr gestimmt. Stadträte hatten im Februar für die Finanzierung 150.000 Euro verlangt. Das Land hatte aber nur 100.000 Euro bewilligt.

Alle geplanten Projekte gestoppt

Die finanzielle Lage der Stadt ist aktuell schwierig. Reiner Instenberg von der Fraktion SPD/FDP/Ortsteile sagte MDR SACHSEN-ANHALT, dass alle geplanten Projekte in der Stadt momentan abgesagt sind. Darunter falle auch der Bau eines inklusiven Spielplatzes und eine Eisbahn.

Instenberg sagte, man könne als Stadt für den Sachsen-Anhalt-Tag kein Geld ausgeben, wenn keines da sei. "Das würde in der privaten Finanzkasse auch keiner machen: Wenn er kein Geld hat, ein großes Fest feiern – so sehr wir uns das auch wünschen." Abschließend entscheiden muss Ende März der Stadtrat.

Land will die Hoffnung noch nicht aufgeben

Der Chef von Sachsen-Anhalts Staatskanzlei, Rainer Robra (CDU), will die Hoffnung auf einen Sachsen-Anhalt-Tag in Stendal allerdings noch nicht aufgeben. Robra sagte am Donnerstag MDR SACHSEN-ANHALT, das Land habe den "dringenden Wunsch", die Familie geeigneter Städte beieinander zu halten, die ein solches Fest ausrichten können. Er hoffe, dass das in der weiteren Meinungsbildung der Stadträte den Ausschlag dafür gebe, die Bewerbung aufrecht zu erhalten, sagte Robra.

MDR (Bernd-Volker Brahms, Maximilian Fürstenberg, Luca Deutschländer) | Zuerst veröffentlicht am 16. März 2023

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 17. März 2023 | 09:30 Uhr

5 Kommentare

hilflos am 17.03.2023

Jetzt mal ehrlich, in Kriegszeiten sollte man die Mittel lieber für die Unterstützung der Flüchtlinge verwenden. So ein künstliches, nicht historisch gewachsenes Fest muß nicht sein. Nehmt das Geld für die armen ukrainischen Kinder usw

ChrisSDL am 16.03.2023

Es scheint doch noch genug Geld da zu sein.

Ich staunte nicht schlecht, als ich merkte, dass jeder Einwohner einen mehrseitigen farbigen (Druckkosten?!) Brief zur Schöffenwahl zugeschickt (Portokosten?!) bekam.

Das kann bei unserer Einwohnerzahl in der Summe sicher diese 50.000 € gekostet haben und vor allem vollständig sinnbefreit.

stendalhanse1160 am 16.03.2023

Ich finde es eine Schande für eine Stadt wie Stendal. Diese Entscheidung ist der Todesstoß für das Landesfest im allgemeinen denn das Land wird es sich Jetzt dreimal überlegen nochmal eine Stadt um die Ausrichtung zu bitten.
Und für die Stadt Stendal ist es touristisch gesehen eine Blamage

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