Eine Gruppe Menschen mit Westen, Transparenten und Trillerpfeifen
In Magdeburg sowie auch in Halle hatte es bereits ind er vergangenen Woche Warnstreiks gegeben. Bildrechte: MDR/Heike Bade

Universitäten in Halle und Magdeburg Erneut Warnstreiks für 10,5 Prozent mehr Gehalt im öffentlichen Dienst

20. November 2023, 16:17 Uhr

Die Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst dauern an. Am Montag haben erneut Beschäftigte in Sachsen-Anhalt gestreikt – vor allem an Hochschulen und Universitäten in Magdeburg und Halle. Damit wollen sie ihren Forderungen Nachdruck verleihen. Anfang Dezember wird weiter verhandelt.

An mehreren Hochschulen und Universitäten in Sachsen-Anhalt ist am Montag gestreikt worden. Die Gewerkschaft Verdi hatte dazu die Beschäftigten, die Auszubildenden sowie Studierenden und Praktikanten zum ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Der Aufruf galt für die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, die Hochschule Harz, die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, die Hochschule Anhalt, die Hochschule Magdeburg-Stendal und die Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle. Hintergrund ist der laufende Tarifstreit.

In der Magdeburger Innenstadt hatte die Gewerkschaft mehrere Aktionen veranstaltet. Auf dem Mensavorplatz der Universität gab es am Montagvormittag eine Kundgebung. Ein MDR-Reporter sprach von weniger als zehn Teilnehmenden. Auch in Halle fand laut Verdi am Montagmittag eine Kundgebung statt. Nach MDR-Informationen nahmen daran ungefähr 150 Menschen teil.

Verdi fordert mindestens 500 Euro mehr im Monat

Die Gewerkschaft Verdi fordert für die Beschäftigten unter anderem 10,5 Prozent mehr Geld, mindestens aber 500 Euro mehr im Monat. Nachwuchskräfte sollen 200 Euro mehr erhalten und Auszubildende unbefristet übernommen werden.

Nachrichten

Warnstreik in Leipzig am Mittwoch kurz vor der dritten Runde der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst der Länder. Auf einer Kundgebung wird auf einem Transparent auch ein "TV Stud", ein Tarifvertrag für studentische Hilfskräfte gefordert.
Warnstreik in Leipzig am Mittwoch kurz vor der dritten Runde der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst der Länder. Auf einer Kundgebung wird auf einem Transparent auch ein "TV Stud", ein Tarifvertrag für studentische Hilfskräfte gefordert. Bildrechte: Jasmin Koch

Außerdem will die Gewerkschaft für studentische Hilfskräfte einen Tarifvertrag durchsetzen. Bundesweit seien mehr als 300.000 studentische Beschäftigte ohne Tarifbindung, hieß es. Verdi-Bezirksgeschäftsführerin Annett Kannenberg-Bode sagte dem MDR: "Insbesondere im Tarifbereich der Länder braucht es junge Menschen."

Eine Gruppe Menschen mit Westen, Transparenten und Trillerpfeifen
In Magdeburg hatte es bereits in der vergangenen Woche Warnstreiks gegeben. Bildrechte: MDR/Heike Bade

Arbeitgeber: Forderungen nicht umsetzbar

Die Tariflaufzeit soll zwölf Monate betragen. Die Arbeitgeber erklärten, die Forderungen seien nicht umsetzbar. Wegen der Folgen der Corona-Pandemie und der Energiekrise befänden sich die Länder finanziell in einer extrem angespannten Lage.

Die dritte Verhandlungsrunde ist für 7. Dezember geplant. Es geht dabei um die Bezahlung von rund 2,5 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder.

Warnstreiks in Halle bereits in der Vorwoche

Bereits in der vergangenen Woche hatte es Warnstreiks gegeben: Beschäftigte der Uniklinik in Halle hatten die Arbeit niedergelegt. Verdi-Gewerkschaftssekretär Johannes Mielke hatte mitgeteilt, dass in Halle knapp 700 Personen an einer Kundgebung teilgenommen hatten, in Magdeburg rund 130 Personen.

Kannenberg-Bode hatte MDR SACHSEN-ANHALT gesagt: "Wir kämpfen für eine anständige Tariferhöhung." Zwei Verhandlungsrunden seien ohne ein verhandlungsfähiges Angebot vorübergegangen. "Dafür erhöhen wir jetzt den Druck."

dpa, MDR (Cornelia Winkler, André Plaul) | Erstmals veröffentlicht am 14.11.2023

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 20. November 2023 | 14:00 Uhr

41 Kommentare

hilflos vor 14 Wochen

"objektiver Realität" damit meine ich die Lebenswirklichkeit, die Behördenmitarbeiter höchstens als "Vorgang" auf dem Schreibtisch sehen. Abgesehen von Polizei oder Ordnungs- und Jugendamt haben SIe doch kaum Kontakt mit dem "VOLK", machen könnten es sicher auch kaum ertragen

hilflos vor 14 Wochen

verdi ist eh ein zahnloser Tiger. Allerdings nach den Abschlüssen der letzten Jahre (Nullrunden, 2,8% usw) wundert es mich, dass Leute überhaupt noch in dieser Gewerkschaft sind.

Shantuma vor 14 Wochen

Zweifel sollte in der Wissenschaft eigentlich Standard sein. Ansonsten kann keine Wissenschaft stattfinden.

D.h. sehen Sie die Darstellung zum Scharlatan an um sich verstärkt mit dem Thema auseinander zusetzen.

Auch Wissenschaftler können sich irren und die "wissenschaftlich inkompetenten Mitbürger" informieren sich meist auch bei Wissenschaftlern. Aber halt jenen die eine andere Meinung vertreten.
Denn Wissenschaft mit Konsens ist wie Demokratie mit alleinigen Herrscher.

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