Torjubel der Lausitzer Füchse beim 6:4 durch Richard Müller
Die Lausitzer Füchse starten eine Werbeaktion, um Ärzte für die Region Weißwasser zu begeistern. Bildrechte: IMAGO / Beautiful Sports

Werbekampagne Eishockey: Lausitzer Füchse wollen neue Ärzte nach Weißwasser locken

10. März 2023, 18:47 Uhr

Der Eishockeyclub "Lausitzer Füchse" in Weißwasser und die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen haben eine gemeinsame Kampagne gestartet, in der sie Ärztinnen und Ärzte auf die Region um Weißwasser aufmerksam machen wollen. Die Füchse spielen in der zweiten Bundesliga und wollen für die Werbeaktion nicht nur ihre bundesweiten Kontakte nutzen, sondern auch in Polen und Tschechien.

In der zweiten Eishockey-Bundesliga verursachen die Lausitzer Füchse immer wieder Aufsehen. Zuletzt war es der Klassenerhalt, trotz klammer Kassen. Aber auch außerhalb des eisigen Fuchsbaus sind die Eishockeyspieler umtriebig, so wie derzeit der Ex-Mannschaftskapitän Sebastian Klenner. Der ehemalige Profi hat vor einigen Jahren das Metier gewechselt und Medizin studiert. Nun arbeitet er als Assistenzarzt in Weißwasser. In vier Jahren will er sich als Hausarzt in der Glasmacherstadt niederlassen: "Grundsätzlich ist es ja so, dass hier in der Region die Ärzte immer weniger werden. Das hat die Region nicht verdient."

Wir wissen alle hier, was wir an Weißwasser haben. Gerade für junge Familien mit Kindern gibt es hier viele Optionen. Das ist insbesondere eine Chance für junge Mediziner.

Sebastian Klenner Assistenzarzt und einstiger Profispieler

Klenner hat mithilfe der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen (KVS) diese Chance ergriffen. Noch steckt er in seiner Ausbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin, aber er brachte seinen einstigen Arbeitgeber, den Eishockeyclub (EHC) "Lausitzer Füchse" und seinen Förderer, die KVS, auf die Idee einer Kooperation.

Profi als Glücksfall für die Region

In der Region Weißwasser fehlen bereits jetzt Haus- und Fachärzte. Zudem werden viele Mediziner in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen und darunter leidet die medizinische Versorgung. Der Ex-Eishockey-Profi und zweifache Vater Klenner soll das Gesicht einer Werbekampagne werden. "Sebastian Klenner ist für uns ein Glücksfall", sagt daher der KVS-Vorstand Klaus Heckemann. "Die Zusammenarbeit zeigt, wie Sport und medizinische Versorgung Hand in Hand gehen können. Mit der Begeisterung für den Eishockeysport soll die Aufmerksamkeit von Medizinstudenten oder Ärzten in Weiterbildung auf die Region Weißwasser gelenkt werden."

Lausitzer Füchse als Aushängeschild

"Wir als Verein mit 180 Kindern und Jugendlichen sowie als Proficlub mit 25 Spielern brauchen dringend eine verbesserte medizinische Infrastruktur", sagt EHC-Geschäftsführer Dirk Rohrbach. Als Stadtrat kennt er die medizinischen Engpässe in Weißwasser. Als Chef der Füchse werde er auch schon mal gefragt, ob er nicht einen Arzttermin vermitteln könne.

Mit unserem Netzwerk, mit unserer Reichweite über die Region hinaus wollen wir der Kassenärztlichen Vereinigung eine Plattform bieten, für die Ansiedlung von Ärzten in der Lausitz zu werben. Beispiele, wie die Rückkehr von Sebastian Klenner sind deshalb ein wunderbares Signal.

Dirk Rohrbach EHC-Geschäftsführer

Zunächst soll ein Werbevideo zum Thema gedreht werden, das in allen Stadien der 2. Eishockey-Bundesliga auf Bildschirmen und Anzeigetafeln zu sehen sein soll. Auch die Berliner Eisbären aus der 1. Liga werden das Vorhaben unterstützen. Weiterhin soll das Video auf den Internetseiten der bundesdeutschen Eishockeyvereine zu sehen sein. Später seien weitere Aktionen mit T-Shirts oder Pucks geplant. Auch der Team-Bus der Lausitzer Füchse werde beschriftet, um Ärzte für die Lausitz zu interessieren, hieß es.

Tote Hose und neue Wege

"Hier ist nicht nur tote Hose", meint der Oberbürgermeister von Weißwasser, Torsten Pötzsch (Wählervereinigung Klartext). Die Kampagne sieht er vor allem als einen neuen Weg, "um Werbung für unsere Region zu machen. Was liegt dann nahe, es mit dem Aushängeschild für Weißwasser und für das Umland, den Lausitzer Füchsen zu tun?" Auch wenn den beteiligten Seiten klar sei, dass ein langer Atem nötig werde.

MDR (kk)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen | 10. März 2023 | 15:30 Uhr

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