Ein Arbeiter bearbeitet im Werk Oberbaustoffe der Deutschen Bahn (DB Netze) eine Weichenzunge mit einem Winkelschleifer.
Die Industrie leidet darunter, dass ihr Aufträge aus dem In- und Ausland wegbrechen. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

IHK-Umfrage Konjunkturreport Lausitz: Jedem fünften Unternehmen geht es schlecht

22. November 2023, 15:53 Uhr

Fast die Hälfte der Unternehmen in der Lausitz blickt pessimistisch in die Zukunft. Das geht aus dem "Konjunkturreport Lausitz" hervor, den die Industrie- und Handelskammern Cottbus und Dresden diese Woche veröffentlicht haben. Sorge machen den Unternehmern demnach die hohen Energie- und Rohstoffpreise und die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Doch in einer Branche hat sich die Lage gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert.

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Jedes fünfte Lausitzer Unternehmen beurteilt die eigene Geschäftslage als schlecht. Das geht aus der gemeinsamen Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammern Cottbus und Dresden hervor, für die mehr als 500 Unternehmen aus den Bereichen Industrie, Bau, Handel, Dienstleistungen und Gastgewerbe befragt worden sind. 32 Prozent berichteten von einer guten Geschäftslage.

Vor einem Jahr beurteilten die Lausitzer Unternehmen ihre Lage noch schlechter: Damals meldeten nur 29 Prozent eine gute Lage und 22 eine schlechte.

Die Finanzsituation der Unternehmen hat sich im Jahresvergleich etwas verbessert. 53 Prozent der Unternehmen beurteilten ihre finanzielle Lage als unproblematisch, im letzten Herbst waren es nur 45 Prozent.

Fast die Hälfte der Unternehmen blickt pessimistisch in die Zukunft

Nur acht Prozent der Unternehmen erwarten demnach in Zukunft bessere Geschäfte, 45 Prozent schlechtere.

Zu schaffen machen 75 Prozent der befragten Unternehmen die hohen Energie- und Rohstoffpreise. Am zweithäufigsten als Geschäftsrisiko genannt wurden mit 61 Prozent die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen, gefolgt von Arbeitskosten (60 Prozent), Fachkräftemangel (58 Prozent) und Inlandsnachfrage (48 Prozent).

Hohe Zinsen machen dem Baugewerbe zu schaffen

Im Baugewerbe machen sich Zinserhöhungen und gestiegene Materialkosten bemerkbar: 18 Prozent der Unternehmen bewerten ihre Lage als schlecht, deutlich mehr als in den letzten Jahren. Die Industrie kämpft mit rückläufigen Auftragseingängen. Etwa jedes fünfte Unternehmen schätzt die eigene Lage als schlecht ein.

Baustahl für die Armierung von Stahlbeton liegt auf der Baustelle der künftigen UPM Bioraffinerie 4 min
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Besonders trüb ist die Stimmung im Handel: Die Hälfte der Händler erwartet schlechte Geschäfte und Umsatzrückgänge. Laut IHK hätten die durch die Inflation gesunkenen Realeinkommen zu einer hohen Kaufzurückhaltung geführt. Im Großhandel mache sich die Flaute im Baugewerbe bemerkbar.

Besser sieht es bei den Dienstleistern aus. Seit letztem Herbst stabilisiert sich deren Geschäftslage. Mehr als jedes dritte Unternehmen meldet gute Geschäfte, fast die Hälfte zufriedenstellende.

Deutliche Verbesserung beim Tourismus

Eine deutliche Verbesserung gab es lediglich im Tourismus: Die Hälfte der Unternehmen bezeichnet die derzeitige Geschäftslage als gut. Vor einem Jahr waren es nur 31 Prozent. Die Branche profitiert laut IHK von der Rückbesinnung der Touristen auf einheimische Reiseziele.

Wegen Herausforderungen wie den hohen Energiekosten und steigenden Lebensmittelpreisen blicken trotzdem 38 Prozent der Unternehmen im Gastgewerbe pessimistisch in die Zukunft.

MDR (jwi)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen | 21. November 2023 | 15:30 Uhr

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