Trotz Herdenschutz Vermehrt Wolfsrisse im Raum Löbau

Wölfe breiten sich in Sachsen seit Jahren immer weiter aus. Und häufiger greifen die Raubtiere auch Weidetiere an, besonders im Spätsommer und Herbst. In diesem Jahr ist besonders der Raum Löbau betroffen. Die Fachstelle Wolf rät Tierhaltern zur Vorsorge.

Wolf in freier Wildbahn
Bildrechte: imago images/Dominik Kindermann

Im Süden des Landkreises Görlitz ist es in den letzten Monaten zu zahlreichen Übergriffen von Wölfen auf Nutztiere gekommen. Das teilte die Fachstelle Wolf des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie in Dresden mit. Zwischen Löbau, Niederseifersdorf und Görlitz sowie Weißenberg im Landkreis Bautzen gab es demnach in diesem Jahr vermehrt Attacken auf Schafe, Ziegen und Gehegewild.

Fünf Übergriffe von Wölfen auf ein Gatter

In den meisten Fällen waren die Tiere den Vorgaben gemäß geschützt. Die Wölfe hätten sowohl mobile Elektrozäune als auch nicht elektrifizierte Festzäune überwunden. Zuletzt gab es im Raum Löbau wiederholt Übergriffe auf ein und dasselbe Gatter. Bei vier bislang ausgewerteten Rissen wurden insgesamt 16 Tiere getötet, sagte Sprecherin Karin Bernhardt von der Fachstelle Wolf MDR SACHSEN. Bei dem fünften Wolfsangriff wurden drei weitere Damwild-Tiere getötet. In mindestens zwei Fällen wurde der 1,80 Meter hohe Festzaun überklettert.

Sachsen finanziert Herdenschutz

Die Fachstelle Wolf rät Tierhaltern in der Region zu erhöhter Aufmerksamkeit und zur Vorsorge hinsichtlich der Schutzmaßnahmen für ihre Tiere. Wer Unterstützung brauche, könne jederzeit eine kostenlose Herdenschutzberatung in Anspruch nehmen. Zudem bittet die Fachstelle Wolf, Risse über die 24-Stunden-Hotline 0800 555 0 666 zu melden. Sachsen fördert Vorrichtungen gegen Wölfe, die dem Schutz von Schafen, Ziegen sowie Gehege- oder Damwild dienen, zu 100 Prozent.

Weidetiere passen wenig in Beuteschema des Wolfes

Den größten Teil der Beute von Wölfen machen wildlebende Huftiere wie Rehe, Rothirsche, Damhirsche und Wildschweine aus. Wölfe jagen laut Fachstelle Wolf bevorzugt die Tiere, die sie am einfachsten erbeuten können. Dazu zählen junge, unerfahrene, alte und schwache Wildtiere. Im Beutespektrum des Wolfes machen Weidetiere mit weniger als zwei Prozent nur einen geringen Anteil der gesamten Nahrungszusammensetzung aus.

MDR (kbe)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Nachrichten | 21. November 2022 | 21:00 Uhr

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