Ein Insektenhotel vor einem barocken Haus am Waldrand.
Die Naturherberge südlich von Schmalzgrube liegt umgeben von Wald an einem kleinen Bach. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

Spendenaufruf Naturherberge in Schmalzgrube braucht Geld für Sanierung

18. Februar 2024, 08:00 Uhr

Herbergen sind keine Luxushotels, sondern eher auf Zweckmäßigkeit ausgelegt. Trotzdem wollen sie ihren Gästen einen angenehmen Aufenthalt bereiten. Damit das auch weiterhin in der Naturherberge Hammerwerk in Schmalzgrube möglich ist, wird Geld gebraucht.

Selbstbewusst nennt sich die Herberge im ehemaligen Hammerwerk südlich des Ortes Schmalzgrube im Erzgebirge "Naturherberge". Denn das Areal liegt am Waldrand, hinter dem Haus plätschert der Mühlgründelbach. Die Ruhe wird nur von zwitschernden Vögeln unterbrochen.

Ein idealer Ort, um Urlaub zu machen, sagt Anja Jost vom Verein Hammerwerk Schmalzgrube. "Die Leute zieht es hier her, weil es so ruhig ist am Waldrand." Bei Familientreffen störe man niemanden, da könne man auch ausgelassen feiern. "Ich selbst genieße hier aber einfach die Ruhe."

Lutz Dietel und Anja Jost vom Verein "Hammerwerk Schmalzgrube" vor einem Haus.
Lutz Dietel und Anja Jost vom Verein "Hammerwerk Schmalzgrube" sammeln Geld für die Sanierung der Herberge. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

Der Verein betreibt im Preßnitztal an der sächsisch-böhmischen Grenze eine Naturherberge mit 56 Betten. Der Name des Ortes Schmalzgrube geht auf das Hammerwerk und die Erzverarbeitung im Mittelalter zurück. Der altertümliche Hochofen neben der Naturherberge zeugt noch von dieser Zeit.

Eine Zeittafel an einer mittelalterlichen Wand zur Geschichte des Hammerwerks Schmalzgrube.
Die Geschichte der Anlage reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

Neue Herausforderungen nach Dachsanierung

Nach der schwierigen Coronazeit ohne Gäste stehe der Verein nun vor neuen Herausforderungen, sagt Vereinschef Lutz Dietel. "Das größte Problem ist der Investitionsstau." Zwar sei jedes Jahr Geld in den Erhalt der Herberge geflossen. "Aber es ist eben auch ein altes Gebäude. Das Herrenhammerhaus steht unter Denkmalschutz." Die Dachsanierung habe allein 150.000 Euro gekostet. "Den Kredit dafür müssen wir zurückzahlen", so Dietel weiter.

Blick über eine Wiese auf das Hammerwerk Schmalzgrube.
Das Dach des Herrenhauses ist bereits saniert, andere Bereiche müssen noch erneuert werden. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

Betreiber wollen 50.000 Euro sammeln

Mit dem Dach war es nicht getan. Der Wasseranschluss müsse außerdem erneuert, das Dach des anderen Gebäudes ausgebessert und die Sanitärbereiche renoviert werden. Das nötige Geld dafür habe der Verein nicht. "Noch nicht", sagt Schatzmeisterin Anja Jost. "Es gibt Fördergelder wegen des Denkmalschutzes." Das sei keine Frage. "Die Förderung beträgt jedoch keine 100 Prozent." Daher habe man einen Spendenaufruf gestartet. "Damit wollen wir auch wieder in Erinnerung bei den Leuten kommen", ergänzt Jost.

Über die Facebook-Seite des Vereins Hammerwerk Schmalzgrube gelangt man seit vergangener Woche zu einem Spenden-Portal. Spendenziel sind 50.000 Euro, damit die Naturherberge noch attraktiver werde, sagt Jost.

Verbandschef: Auch andere Herbergen brauchen Geld

Auch in vielen anderen Herbergen in Sachsen seien Investitionen nötig, aber derzeit schwierig, ergänzt Uwe Brösel, der Chef des sächsischen Jugendherbergsverbandes. "In den vergangenen Jahren mussten wir überlegen, wie wir selbst mit kleineren und mittleren Investitionen umgehen." Nun wolle man den Rückstau nach und nach abarbeiten.

In einem Punkt sind sich Verbandschef Brösel und die Herbergsleiter aus Schmalzgrube einig: Das A und O seien steigende Gästezahlen, denn nur so könnten die Herbergen in Sachsen wirtschaftlich betrieben werden.

Ein Gastraum mit Tischen und Stühlen Hammerwerk Schmalzgrube.
Mit den Spendenmitteln soll die Herberge noch attraktiver gestaltet werden. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

MDR (tfr/mwa)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz | 15. Februar 2024 | 09:30 Uhr

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