Der Viadukt Beckerbrücke auch Viadukt Chemnitz oder Chemnitztalviadukt ist eine unter Denkmalschutz stehende Eisenbahnbrücke im Stadtgebiet von Chemnitz.
Der Viadukt versprüht zwar Eisenbahn-Romantik, seine Altersschwäche hat den Zugverkehr bislang aber ausgebremst. (Archivbild) Bildrechte: IMAGO / Sylvio Dittrich

Bauarbeiten Chemnitz: Drei Monate kein Zugverkehr zwischen Hauptbahnhof und Siegmar

24. September 2023, 18:00 Uhr

Die Interregios von Görlitz nach Karlsruhe oder von Malmö nach Plauen sind lange Geschichte. Dennoch ist die Bahnstrecke Dresden - Hof noch immer für den Reiseverkehr zwischen Sachsen und Bayern von Bedeutung. Reisende müssen aber vorerst auf einem Teilstück in Busse umsteigen. Die Bahn setzt die Sanierung des Chemnitzer Viadukts fort, das eigentlich schon gar nicht mehr stehen sollte.

Bahnreisende auf der Strecke Dresden - Hof müssen sich von Montag an bis zum 19. Dezember auf erhebliche Behinderungen einstellen. Wie die Deutsche Bahn mitteilte, schreiten die Bauarbeiten am Chemnitzer Viadukt fort. Aus diesem Grund muss die sogenannte Sachsenmagistrale (Dresden - Werdau/Hof) für den Zugverkehr komplett gesperrt werden - und zwar zwischen dem Chemnitzer Hauptbahnhof und dem Haltepunkt Chemnitz-Siegmar.

Für die Züge der Mitteldeutschen Regiobahn (MRB) auf den Linien RE3 Dresden−Chemnitz−Hof und RB30 Dresden−Chemnitz−Zwickau fahren im gesperrten Abschnitt ersatzweise Busse.

Service-Mitarbeitende sollen Reisenden beim Umsteigen helfen

An der sonst unbesetzten Station Chemnitz-Siegmar werden laut Deutscher Bahn täglich von 4 bis 22 Uhr Service-Mitarbeitende zur Verfügung stehen und den Reisenden helfen. Insbesondere Fahrgäste mit Mobilitätseinschränkungen werden gebeten, sich vor einer Reise unter der MRB-Servicenummer Tel. 0341/231 898 288 zu melden. Die nächsten barrierefreien Stationen sind Chemnitz Hauptbahnhof und Hohenstein-Ernstthal.

Anwohner müssen während der Bauarbeiten mit Lärm und Schmutz rechnen, da schwere Technik zum Einsatz kommt. Ab Frühjahr 2024 sollen beide Gleise auf dem historischen Viadukt fertig saniert und wieder nutzbar sein. Mittelfristig sollen die Reisezeiten auf der 225 Kilometer langen Strecke zwischen Dresden und Hof von 3:27 Stunden auf 2:30 Stunden sinken. Fernverkehr rollt auf der Strecke bereits seit Ende 2006 nicht mehr.

Glanzzeit der Fernbahnstrecke ist lange vorüber

Die Bahn wollte im Zuge der Streckensanierung die mehr als 100 Jahre alte denkmalgeschützte Stahlbrücke ursprünglich abreißen und durch einen nach ihren Angaben kostengünstigeren Neubau ersetzt. Dagegen regte sich Widerstand in Chemnitz.

Die Sachsenmagistrale oder Sachsen-Franken-Magistrale war einst eine wichtige Fernbahnverbindung zwischen München beziehungsweise Nürnberg und Dresden mit durchgehenden Zügen weiter Richtung Görlitz und Wroclaw (Breslau). Teil dieser Strecke ist auch die Verbindung von Leipzig über Altenburg in Richtung Zwickau, die am Werdauer Bogendreieck auf die Strecke Dresden - Hof trifft. Weil auf diesem Ast rund um den Bahnhof Gößnitz länger gebaut wurde als geplant, hat sich der Baubeginn am Chemnitzer Viadukt um vier Wochen verschoben. So hat der Güterverkehr eine Ausweichmöglichkeit über Altenburg und Leipzig.



MDR (lam)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 24. September 2023 | 19:00 Uhr

1 Kommentar

AufmerksamerBeobachter vor 9 Wochen

*** Mittelfristig sollen die Reisezeiten auf der 225 Kilometer langen Strecke zwischen Dresden und Hof von 3:27 Stunden auf 2:30 Stunden sinken. ***

Wer bis gestern (also inkl. der Langsamfahrstellen zwischen Mitte und Hbf) diese Relation im RE3 befahren hat, konnte das schon in 2:40h tun. Die Fahrzeit wird also nach Abschluß aller Arbeiten auf 2:37 sinken.

Wenn der IC aus Rostock/Dresden nach Regensburg verlängert wird, werden die 2:30 erreicht - weil dann nur in FG, C, HOT,Z, PL gehalten wird.


Diese Geschwindigkeitsmärchen hatte die Bahn schon als Argument zum Viaduktabriß gebracht.

Bedanken wir uns hier nochmals ausdrücklich bei Petra Wesseler, die mit den Viaduktenthusiaten den Abriss letztlich Dank ihrer Vernetzung abwenden konnte.

Mit dem Ausbau der Strecken Richtung Gößnitz/EF sollte es auch mit einer Ausweitung der IC -Angebote aufwärts gehen. Die Akkutechnik hilft vlt auch in Richtung Nürnberg, wo absurderweise die Teilelektrifizierung zum Aus der Direktzüge führte.

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