Dresdner Verkehrsbetriebe Millionenschaden bei DVB durch Betrug mit Deutschlandticket

23. Mai 2024, 14:06 Uhr

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Die Dresdner Verkehrsbetriebe sind in einem großen Ausmaß vom Betrug mit dem Deutschlandticket betroffen. Wie das Unternehmen mitteilte, seien massenweise falsche oder gestohlene Kontodaten angegeben worden.

Es gehe um etwa 15.000 Rückbuchungen, was einen wirtschaftlichen Schaden von rund 1,4 Millionen Euro bedeute, teilte DVB-Sprecher Christian Schmidt mit. "Das ganze Ausmaß der gestohlenen Kontodaten ist schwer abzuschätzen, weil die Opfer den Betrug zunächst bemerken und dann das falsch abgebuchte Geld zurückfordern müssen."

Hand hält ein Smartphone mit D-Ticket vor einer Regionalbahn und einem Bushaltestellenschild
Die Dresdner Verkehrsbetriebe haben massenhafte Betrugsfälle mit dem Deutschlandticket festgestellt. (Symolbild) Bildrechte: IMAGO/Christian Ohde

Deutschlandweit sind Kunden betroffen

Die DVB sprach nun davon, dass Verkehrsunternehmen in ganz Deutschland betroffen seien. Deswegen rate man allen Bürgerinnen und Bürger, die Kontoauszüge auf fehlerhafte Abbuchung eines Deutschlandtickets zu prüfen. Um erneute Betrugsfälle zu verhindern, kann das Deutschlandticket bei den DVB derzeit nur als Chipkarte bestellt werden, bis weitere Sicherheitsmaßnahmen greifen.

Hintergrund sei, dass für eine unbürokratische Einführung des Tickets auf langwierige Bonitätsprüfungen und Schufa-Auskünfte verzichtet worden sei. Kriminelle hätten sich dies zunutze gemacht und Tickets mit gestohlenen Kontodaten ergaunert.

Auch Regionalverkehr Erzgebirge ist betroffen

In Sachsen ist neben der DVB auch die Regionalverkehr Erzgebirge GmbH betroffen, wie das Unternehmen am Mittwoch bekannt gab. Dem Problem konnte hier aber entgegengewirkt werden, indem die Bearbeitung der Deutschlandticket-Anträge intern angepasst wurde.

Ermittlungen bei der Polizei Leipzig

Der Polizeidirektion Leipzig sind Betrugsversuche bei den Leipziger Verkehrsbetrieben bekannt. "Wir ermitteln in jedem Verdachtsfall, auch der Betrugsversuch ist strafbar", sagte eine Polizeisprecherin MDR SACHSEN. Das Unternehmen selbst äußerte sich nicht. Der Mitteldeutsche Verkehrsverbund war für eine Stellungnahme ebenfalls nicht erreichbar. Die Chemnitzer Verkehrsbetriebe teilten auf Anfrage von MDR SACHSEN mit, dass ihnen keine Fälle bekannt seien.

MDR (ama/lev)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 22. Mai 2024 | 11:00 Uhr

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