Erpressungsmasche Immer mehr Erpressungsfälle mit Nacktbildern in Sachsen

30. Mai 2024, 11:46 Uhr

In Sachsen hat die Online-Erpressung mit Nacktbildern im vergangenen Jahr stark zugenommen. Nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) in Dresden haben sich die Fälle im Vergleich zu 2022 fast verdoppelt.

Bei der Erpressungsmasche "Sextortion" werden Menschen dazu gedrängt, intime Fotos zu verschicken und dann damit erpresst. In den vergangenen zwei Jahren waren rund 95 Prozent der Opfer in Sachsen männlich. Die Opfer kommen den Angaben zufolge aus allen Altersgruppen, auch jüngere Opfer und sogar Kinder sind betroffen.

Junger Mann liegt mit nacktem Oberkörper auf einem Bett und schaut auf einen Laptop mit Kamera.
Nacktfotos verschickt? Das könnte zum Problem werden. Junge Männer werden immer wieder mit ihren Nacktfotos erpresst. Bildrechte: IMAGO / ingimage

Nur wenige Fälle werden aufgeklärt

Laut LKA erhöhte sich die Zahl von 362 im Jahr 2022 auf 618 im Folgejahr. Somit wurden 256 Fälle mehr registriert. Knapp 146.000 Euro sollen in diesem Zusammenhang erbeutet worden sein, im Vorjahr waren es knapp 80.000 Euro. Generell sei von einer hohen Dunkelziffer auszugehen. 

Die Ermittlungen sind den Angaben nach schwierig. Im vergangenen Jahr konnten lediglich 18 Fälle aufgeklärt werden. Eine LKA-Sprecherin teilte dazu mit: "Grundsätzlich ist es sehr schwer, an die Täter heranzukommen, da diese mit Fake-Personalien und Fake-Bildern agieren." Außerdem operierten die Täter häufig aus dem Ausland, was die Ermittlungen zusätzlich erschwere.

So funktioniert die Erpressungsmasche "Sextortion" - Potenzielle Opfer werden über soziale Medien und Online-Plattformen von Kriminellen unter falschem Namen und falscher Identität kontaktiert, angeflirtet und in Gespräche oder Chats verwickelt – mit der Absicht, dass sie intime Fotos von sich preisgeben.

- Die Täter gaukeln die große Liebe vor, doch sobald sie Bilder bekommen haben, drohen sie mit Veröffentlichung und fordern teils hohe Summen. 

Laut Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hatte in einem Lagebericht zur IT-Sicherheit im Jahr 2023 "Sextortion" neben "Identitätsdiebstahl" und "Phishing" zu den Top 3 Bedrohungen in der Kategorie "Gesellschaft" gezählt.

MDR (kav/dpa)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 30. Mai 2024 | 06:00 Uhr

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