Munitionsproduktion Rheinmetall plant keine Pulverfabrik in Großenhain mehr

26. Juli 2023, 05:27 Uhr

Anfang des Jahres gab es die ersten Gespräche über den möglichen Bau einer Pulverfabrik auf dem Flugplatz von Großenhain. Jetzt sind die Pläne wieder vom Tisch.

Die Ansiedlung des Rüstungsunternehmens Rheinmetall in Großenhain ist offenbar vom Tisch. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" in seiner Online-Ausgabe. Unternehmenschef Armin Papperger sagte, man werde die Pläne für das Flugplatzareal Großenhain nicht weiterverfolgen und stattdessen den bestehenden Standort im bayerischen Aschau ausbauen. Das gehe schneller. 7.000 Tonnen Pulver als Treibladungen für Geschosse sollen in dem Werk pro Jahr entstehen.

Armin Papperger
Armin Papperger ist Vorstandsvorsitzender des deutschen Rüstungskonzerns Rheinmetall. Bildrechte: picture alliance/dpa | Swen Pförtner

Die Sächsische Staatskanzlei habe von der Entscheidung Rheinmetalls Kenntnis, teilte Regierungssprecher Ralph Schreiber mit. "Grundsätzlich gilt, dass Investoren, die für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung stehen, in Sachsen willkommen sind. Klar ist auch: Die Investitionsentscheidung trifft am Ende das jeweilige Unternehmen eigenverantwortlich", so Schreiber.

Zur Zeit gibt es auch kein schlüssiges Businessmodell für den Bau einer Anlage zur Pulverproduktion in Sachsen.

Oliver Hoffmann Sprecher von Rheinmetall

Rheinmetall bestätigte auf Nachfrage von MDR SACHSEN, dass der Standort Großenhain für den Rüstungskonzern kein Thema ist. "Zur Zeit gibt es auch kein schlüssiges Businessmodell für den Bau einer Anlage zur Pulverproduktion in Sachsen", fügt Unternehmenssprecher Oliver Hoffmann hinzu.

Die Debatte um eine mögliche Pulverfabrik in Großenhain hatte viele Einwohner verunsichert. Sie berichteten dem MDR von ihren Sorgen wegen möglicher technischer Störfälle und russischer Attacken.

Auch bei einem anderen Projekt des Rüstungsunternehmens Rheinmetall ist der Freistaat abgewählt worden. Anfang Juli teilte der Konzern mit, die Teile für den neuen Kampfjet F-35 der Bundeswehr in Weeze in Nordrhein-Westfalen herstellen zu wollen.

MDR (ama)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 25. Juli 2023 | 08:00 Uhr

Mehr aus Großenhain und Riesa

Zwei Männer stehen neben Mopeds. mit Video
Bei ihnen kommt kein Motorrad auf den Müll. Die rote Jawa hatte Kurt Lötzsch’s Vater 1954 gekauft. Mittlerweile blitzt das Zweirad wieder. Und rollt so oft es das Wetter zulässt. André Singer ist mit seiner himmelblauen DKW stets dabei. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk / Kathrin Welzel

Mehr aus Sachsen

Ein Mann im Interview vor einer Innenbaustelle 2 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nachrichten

Ein Gemälde im Max-Pechstein-Museum 1 min
Max-Pechstein-Museum schließt wegen Sanierung Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
1 min 24.06.2024 | 19:54 Uhr

Das Max-Pechstein-Museum in Zwickau hat nur noch diese Woche geöffnet, bevor es wegen Sanierungsarbeiten für mehrere Jahre schließt. Am Sonntag verabschiedet sich das Museum mit einem Fest von seinen Besuchern.

Mo 24.06.2024 19:43Uhr 00:28 min

https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/chemnitz/zwickau/video-kunstausstellung-museum-pechstein-sanierung-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video