Ein Mann mit Brille und schwarzem Jackett hält eine gläserne Skulptur in der Hand
Philipp Sturm freut sich, dass er zum ersten Mal einen ersten Platz bei einem wichtigen Karikaturenwettbewerb belegt hat. Bildrechte: MDR/Stephan Hönigschmid

Auszeichnung Heinrich-Zille-Preis für Leipziger Karikaturisten Philipp Sturm

14. Januar 2024, 17:42 Uhr

Darf man noch Indianer sagen oder gar als solcher zum Fasching gehen? Der Leipziger Karikaturist Philipp Sturm hat diese Diskussion in einem Bild pointiert aufgegriffen und damit den diesjährigen Heinrich-Zille-Karikaturenpreis gewonnen. In Radeburg nahm er die Auszeichnung am Sonntag entgegen.

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Das Interesse war groß. 75 Frauen und Männer aus ganz Deutschland hatten sich mit fast 400 Werken für den diesjährigen Heinrich-Zille-Karikaturenpreis beworben. Am Ende räumte der Leipziger Philipp Sturm mit seinem Werk "Kulturelle Aneignung" die renommierte Auszeichnung ab. Für ihn war der erste Platz bei einem solchen Wettbewerb eine Premiere. "Ich habe bereits bei verschiedenen Wettbewerben teilgenommen und auch schon mal in Knokke-Heist in Belgien einen internationalen Preis gewonnen. Einen ersten Platz habe ich aber erst heute hier beim Heinrich-Zille-Preis in Radeburg belegt", freute sich der Künstler.

Karrikatur einer Faschingsveranstaltung
Mit dieser Karikatur überzeugte Philipp Sturm die Jury. Bildrechte: MDR/Stephan Hönigschmid

Faschingskarikatur in Faschingsstadt

Passend zur Faschingshochburg Radeburg handelt seine Karikatur von einer Faschingsveranstaltung, auf der eine Mutter ihren als Indianer verkleideten Sohn vorbeibringt und dann aber sagt: "Nein, das ist kein Indianerkostüm. Der Robert geht als 'kulturelle Aneignung'. Bei der elfköpfigen Jury traf er damit einen Nerv. Sie fand, dass Philipp Sturms Bild das diesjährige Wettbewerbsmotto "Deutschland komisch Vaterland" am besten verkörpert.

Ein Mann mit schwarzem Jackett und Brille hält eine gläserne Skulptur in der Hand. 1 min
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So 14.01.2024 18:26Uhr 01:16 min

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Jury wünscht sich mehrbödigen Witz

"Wir haben die Bilder im Dezember erhalten und dann jeweils Punkte vergeben. Es ging darum, ob das Thema getroffen wurde, ob es überhaupt einen Witz gibt und ob dieser noch einen doppelten oder dreifachen Boden hat", erklärte Jurymitglied Mario Süßenguth, der den Preis mit seiner Galerie Komische Meister gemeinsam mit der Stadt Radeburg ausgeschrieben hatte.

Ehre steht im Vordergrund

Philipp Sturm kann sich jetzt über ein Preisgeld von 1.000 Euro freuen. Allerdings steht das für ihn nicht im Vordergrund: "Zille gilt als hervorragender Zeichner und guter Alltagsbeobachter. Von daher ist es eine große Ehre, einen Preis zu bekommen, der diesen Namen trägt", sagte der 48-Jährige. Wer sich selbst einmal ein Bild von der Siegerkarikatur und von den nach Meinung der Jury 80 besten Karikaturen machen möchte, hat ab sofort im Heimatmuseum Radeburg Gelegenheit dazu.

MDR (sth)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 14. Januar 2024 | 19:00 Uhr

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