Gruppe um Lina E. Ungarn klagt zwei mutmaßliche deutsche Linksextremisten an

31. Oktober 2023, 16:39 Uhr

Zum sogenannten Tag der Ehre im Februar in Budapest haben mutmaßliche Linksextreme vermeintliche Rechtsextremisten brutal zusammengeschlagen. Drei der Tatverdächtigen wurden nun angeklagt. Das angeklagte deutsche Paar soll zur Leipziger Gruppe der Linksextremistin Lina E. gehören.

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Die Budapester Oberstaatsanwaltschaft hat gegen zwei deutsche mutmaßliche Linksextremisten Anklage erhoben. Wie die Behörde mitteilte, werden ihnen schwere Gewalttaten vorgeworfen. Mitangeklagt sei zudem eine italienische Komplizin. Mit anderen Tätern sollen das deutsche Paar und die Italienerin bei fünf Angriffen im Februar dieses Jahres in Budapest mehrere Menschen verletzt haben. Sechs Personen wurden damals schwer und drei weitere leicht verletzt.

Budapest - Budaer Burg, davor die Hängebrücke
In Budapest hat die Oberstaatsanwaltschaft Anklage gegen zwei deutsche mutmaßliche Linksextremisten erhoben. Sie sollen an den Anschlägen in Ungarns Hauptstadt im Februar dieses Jahres beteiligt gewesen sein. Bildrechte: imago/PantherMedia

Der Mann und die Frau aus Deutschland gehören der Anklage zufolge der Gruppe der deutschen Linksextremistin Lina E. aus Leipzig an. Diese war im Mai wegen mehrerer Angriffe auf Rechtsextreme zu einer hohen Haftstrafe verurteilt worden.

Mutmaßliche Rechtsextreme zusammengeschlagen

Die drei in Ungarn Angeklagten waren im Februar 2023 nach Budapest gereist, um mit Gewalt gegen Teilnehmer eines jährlichen SS-Gedenkens - dem sogenannten Tag der Ehre - vorzugehen. Zusammen mit anderen sollen sie Menschen, von denen sie glaubten, dass sie zum SS-Gedenken gekommen waren, misshandelt haben. Sie schlugen mit Teleskopschlagstöcke und Hämmern auf ihre Opfer ein.

Zehn weitere Deutsche sollen angeklagt werden

Die Oberstaatsanwaltschaft verlangt für alle drei Angeklagten Gefängnisstrafen im verschärften Vollzug. Neben schwerer und lebensgefährlicher Körperverletzung wirft die Anklage ihnen Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation vor. Gegen 14 weitere mutmaßlich an den Anschlägen in Budapest Beteiligte beantragte die Behörde einen internationalen Haftbefehl. Unter diesen befänden sich zehn Deutsche.

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MDR (phb)/dpa

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