Luftverkehr Flugzeugtriebwerke: N3 will Wartung bei Arnstadt erheblich ausbauen

Das Unternehmen N3 wartet in Thüringen seit rund 15 Jahren Flugzeugtriebwerke von Airbus. Weil nun erstmals auch Boeing-Triebwerke gewartet werden dürfen, soll der Standort bei Arnstadt erweitert werden. Unter anderem sind der Ausbau der Werkshalle, die Errichtung eines Logistikzentrums und mehr als 200 neue Arbeitsplätze geplant.

Zwei Personen arbeiten an einem Triebwerk
Teile eines Flugzeug-Triebwerks werden ausgetauscht. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das Unternehmen N3 Engine Overhaul Services GmbH will seinen Standort für Triebwerkswartung bei Arnstadt ausbauen. Bisher wurden dort ausschließlich Triebwerke von Airbus-Flugzeugen gewartet - nun kommt noch Boeing dazu.

Hunderte neue Arbeitsplätze geplant

Für die Erweiterung soll auch das Personal aufgestockt werden, teilte die Firma am Donnerstag in Arnstadt mit. Langfristig seien mehr als 1.000 Beschäftigte am Standort in Thüringens größtem Gewerbegebiet "Erfurter Kreuz" angepeilt. Derzeit seien es 800 Beschäftigte inklusive 28 Auszubildende. In diesem Jahr habe es bereits mehr als 100 Neueinstellungen gegeben.

Baustart für 2023 vorgesehen

Die Kapazität von derzeit 160 Motoren pro Jahr solle in den kommenden Jahren auf mindestens 250 Triebwerke jährlich erhöht werden. Geplant sei eine Erweiterung der Werkshalle und der Bau eines Logistikzentrums auf dem Firmengelände. Der Baustart werde voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2023 sein.

Innenansicht einer Halle für die Wartung von Triebwerken
Für die Wartung von Triebwerken braucht es allerhand Platz. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Eintritt in die Boeing-Welt

Grund für den geplanten Ausbau ist nach Unternehmensangaben, dass das Luftfahrt-Bundesamt die Betriebserlaubnis für die Wartung der Antriebe von Flugzeugen des Typs Boeing 787 erteilt. Es handele sich dabei um Triebwerke des Herstellers Rolls-Royce. Erteilt worden sei die Genehmigung als Instandhaltungsbetrieb auch für Großtriebwerke vom Typ Rolls-Royce Trent 1000 TEN. Damit könnten bei N3 nun fünf verschiedene Motortypen für Flugzeuge gewartet werden.

Zwei Personen begutachten ein Triebwerk
In diesem Jahr konnte N3 das 15. Jubiläum bei Arnstadt feiern. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

N3 ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Lufthansa Technik AG und der Rolls-Royce plc. Seit rund 15 Jahren ist es in Thüringen ansässig. 2007 startete das Unternehmen am Erfurter Kreuz - schrittweise wurde das Programm erweitert. In der Zeit sind nach Firmenangaben mehr als 1.400 Triebwerke überholt worden.

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MDR (cfr)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 08. Dezember 2022 | 19:00 Uhr

6 Kommentare

Der Pegauer vor 7 Wochen

Das ist doch schon mal was. Hoffentlich gibt es für diese Jobs genügend Fachkräfte. Übrigens, auch die immer auf Gleichberechtigung drängende holde Weiblichkeit sollte eine Tätigkeit in so einem Betrieb ins Auge fassen. Denn dort verdient man mehr als in den Sozialberufen.

astrodon vor 7 Wochen

Wieder ein Beleg für die Deindustrialisierung Deutschlands durch falsche Politik, mangelhafte Infrastruktur und besonders eine gescheiterte Energiewende.

PS: Ironie AUS.

MDR-Team vor 7 Wochen

Unterste Schublade ist vielmehr, dass Sie sehr offenkundig derartige Anwürfe an uns richten, ohne den betreffenden Beitrag auch nur "überflogen" zu haben. Wir zitieren: "Es handele sich dabei um Triebwerke des Herstellers Rolls-Royce. Erteilt worden sei die Genehmigung als Instandhaltungsbetrieb auch für Großtriebwerke vom Typ Rolls-Royce Trent 1000 TEN."

Nicht an einer einzigen Stelle des Artikels ist auch nur im Ansatz die Rede davon, dass Airbus oder Boeing eigene Triebwerke für Flugzeuge bauen. Boeing und Airbus stehen lediglich im Zusammenhang mit dem Flugzeugtypen. Die sind selbstredend jeweils den Herstellern zuzuordnen, ungeachtet der Triebwerke.

Beste Grüße von den "Schreiberlingen".

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