Verkehr Bahn weiht ICE-Strecke durch den Thüringer Wald ein

Mehr als 20 Jahre hat die Bahn an der ICE-Strecke zwischen Berlin und München gearbeitet. Als letztes Teilstück ist jetzt die "Tunnelbahn" durch den Thüringer Wald fertig. Am Freitag wird die Strecke offiziell eingeweiht. Nach Fahrplan fahren die Züge erst ab Sonntag.

Ein ICE-Sprinter der Deutschen Bahn AG verlässt auf der Fahrt nach München den Hauptbahnhof Erfurt.
Ein ICE verlässt auf der Fahrt nach München den Hauptbahnhof Erfurt. Bildrechte: Deutsche Bahn AG/Kai Michael Neuhold

Die Bahn eröffnet am Freitag nach mehr als 20 Jahren Bauzeit ihre neue Schnellfahrstrecke von München nach Berlin feierlich. Letztes fehlendes Teilstück ist die Neubaustrecke zwischen Erfurt durch den Thüringer Wald nach Ebensfeld bei Bamberg in Oberfranken sowie der ausgebaute Abschnitt zwischen Ebensfeld und Nürnberg. Alle anderen Abschnitte sind - aus- oder neu gebaut - bereits in Betrieb. Zwei Sonderzüge sollen die Jungfernfahrt auf der Strecke absolvieren. Ein ICE startet in Nürnberg, der andere in München. In einem der Züge fahren drei Ministerpräsidenten, der amtierende Bundesverkehrsminister Christian Schmidt (CSU) und Bahnchef Richard Lutz mit. Am Nachmittag sollen die beiden Züge parallel in den Berliner Hauptbahnhof einfahren.

Festakte entlang der Strecke

Am Mittag soll der erste Sonderzug auf der neuen Strecke durch den Thüringer Wald den Erfurter Hauptbahnhof erreichen. Dort wird es dann auch einen Festakt mit Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) geben. Ähnliche Festakte finden an den Bahnhöfen Nürnberg, Leipzig, Wittenberg und Berlin statt. Zur feierlichen Paralleleinfahrt der zwei Züge am Berliner Hauptbahnhof hat sich neben Bundeskanzlerin Angela Merkel auch jede Menge Prominenz angekündigt, darunter auch Bahn-Werbebotschafter und Formel 1-Weltmeister Nico Rosberg.

Für den normalen Fahrgast startet der Betrieb der neuen Schnellfahrstrecke zum Fahrplanwechsel am Sonntag. Dann verringert sich die Fahrzeit auf den 623 Kilometern zwischen Berlin und München von rund sechs Stunden auf knapp vier Stunden mit einem ICE-Sprinter und viereinhalb Stunden mit dem normalen ICE mit mehr Zwischenhalten. Die Deutsche Bahn spricht selbst vom "größten Fahrplanwechsel ihrer Geschichte". Jena, Saalfeld und Naumburg werden die schnellen Züge der Bahn künftig weitgehend links liegen lassen. Nur noch ein ICE-Zugpaar wird jeweils morgens und abends von Jena über Leipzig nach Berlin und Hamburg fahren. 

Auch Änderungen im Regionalverkehr

Mit der neuen Schnellfahrstrecke München-Berlin ergeben sich auch im Thüringer Regionalverkehr Änderungen. Nach Angaben der Bahn rollen zum Beispiel deutlich mehr Regionalzüge zwischen Erfurt, Weimar und Jena. So könnten Reisende zwischen 6 und 20 Uhr halbstündlich auf dieser Strecke eine Bahn nehmen. Gera bekomme eine neue Direktverbindung zum ICE-Knoten Erfurt, alle zwei Stunden kommen Fahrgäste mit einer neuen Regionalexpresslinie von Jena nach Halle, hieß es.

ICE-T der Deutschen Bahn zwischen Erfurt und Ebensfeld im Thüringer Wald. 35 min
Bildrechte: MDR FERNSEHEN

Quelle: MDR THÜRINGEN / dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 08. Dezember 2017 | 19:00 Uhr

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