Kriminalität Revisionsprozess um Mafia-Schießerei in Erfurt gestartet

Vor über sechs Jahren kam es zu einer Schießerei armenischer Mafiamitglieder vor einer Erfurter Spielhalle. Dabei wurden zwei Menschen zum Teil lebensgefährlich verletzt. Einer der ursprünglich elf Angeklagten muss sich nun vor dem Landgericht Erfurt erneut verantworten.

Polizei sichert Beweise vor Erfurter Spielhalle nach Schießerei
Im Juli 2014 hatten sich mehrere mutmaßliche Mitglieder armenischer Mafia-Clans vor der Spielothek in Erfurt-Nord eine Schießerei geliefert. Bildrechte: MDR/Kathleen Sturm

Über sechs Jahre nach einer Schießerei armenischer Mafiamitglieder vor einer Erfurter Spielothek ist am Mittwoch ein Revisionsprozess vor dem Landgericht Erfurt gestartet. In dem neuen Verfahren muss sich einer der ursprünglich elf Angeklagten noch einmal verantworten. Er war im Juni 2017 zu neun Monaten Haft verurteilt worden, die zur Bewährung ausgesetzt wurden.

Dagegen war die für Organisierte Kriminalität zuständige Staatsanwaltschaft Gera in Revision gegangen. Vor knapp drei Jahren hatte dann der Bundesgerichtshof das Urteil aufgehoben. Er rügte, dass die Beweiswürdigung des Landgerichts lückenhaft gewesen sei. Aus diesem Grund musste das Verfahren gegen den Angeklagten erneut aufgerollt werden.

Zwei Menschen wurden verletzt

Am jetzt ersten Prozesstag wurde unter anderem ein Video mehrerer Überwachungskameras gezeigt, auf dem der Ablauf der blutigen Schießerei zu sehen ist. Zudem sollte ein damals beteiligter und inzwischen verurteilter Mann als Zeuge gehört werden. Im Juli 2014 hatten sich mehrere mutmaßliche Mitglieder armenischer Mafia-Clans aus Erfurt, Berlin und Halle vor der Spielothek in Erfurt-Nord diese Schießerei geliefert.

Dabei wurden zwei Menschen schwer verletzt. Gegen einige der elf Angeklagten wurde das Verfahren gegen Zahlung einer Geldauflage eingestellt. Weitere Angeklagte wurden zu Bewährungsstrafen verurteilt. Der Hauptschütze bekam eine Haftstrafe von vier Jahren und drei Monaten.

Vorfall löst bundesweites Ermittlungsverfahren aus

Der blutige Vorfall löste damals ein bundesweites Ermittlungsverfahren aus, an dem unter anderem das Bundeskriminalamtes und mehrere Landeskriminalämter beteiligt waren. Es richtete sich gegen die Strukturen der armenischen Mafia in Deutschland. Es wurde 2018 ohne Anklageerhebungen eingestellt. 

Mehr zum Thema Mafia

Quelle: MDR(jn)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 01. Dezember 2021 | 17:30 Uhr

Mehr aus der Region Erfurt - Arnstadt

Mehr aus Thüringen