Schuler Pressen GmbH in Erfurt, 2012
Im Erfurter Schuler-Werk arbeiten derzeit etwa 380 Menschen. Bildrechte: IMAGO / pictureteam

Maschinenbau Auslastungsprobleme: Schuler-Werk in Erfurt könnte weiter schrumpfen

14. Juni 2024, 12:14 Uhr

Wegen Auslastungsproblemen sollen Teile des Schuler-Werks in Erfurt verkauft werden. Es geht um Schweißwerk und mechanische Fertigung des Pressenherstellers. Schuler will danach Kunde beim neuen Eigentümer werden.

Das Schuler-Werk in Erfurt könnte weiter schrumpfen. Wie der Pressenhersteller am Donnerstag mitteilte, wird wegen Auslastungsproblemen der Verkauf des Schweißwerks und der mechanischen Fertigung geprüft. Der Vorstandsvorsitzende des österreichischen Mutterunternehmens Andritz, Joachim Schönbeck sagte, dass diese Bereiche besonders schlecht ausgelastet sind. Wie sich der Thüringer Schuler-Standort langfristig sichern lasse, sei auch Thema eines Gesprächs mit Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) in dieser Woche gewesen. 

Profitabler Betrieb derzeit nicht möglich

Schönbeck sagte, das Werk in Erfurt sei ein wettbewerbsfähiger Standort für Schwermaschinenbau mit einer mehr als 125-jährigen Tradition und gut ausgebildeten Fachkräften. Auch auf lange Sicht sei es für Schuler aber nicht möglich, das Werk auszulasten und damit profitabel zu betreiben. Schuler stellt sich vor, nach einem Verkauf an einen neuen Eigentümer Kunde von Schweißwerk und Fertigung zu werden.

Neue Perspektive für Standort

Minister Tiefensee zufolge ist ein Ergebnis des Gespräches, dass innerhalb der nächsten zwölf Monate keine Beschäftigten der betroffenen Bereiche entlassen werden. Diese Zeit solle genutzt werden, um eine Perspektive für den Standort zu erarbeiten.

Er habe dem Unternehmen die Unterstützung des Landes und der Landesentwicklungsgesellschaft zugesagt, so der Wirtschaftsminister. Dass der tiefgreifende Strukturwandel in der Automobilindustrie zu einer Unterauslastung geführt hat, sei bedauerlich.

Nach Unternehmensangaben beschäftigt Schuler derzeit etwa 380 Menschen in Erfurt und 5.000 weltweit. Der Pressenhersteller hatte seit der Wiedervereinigung mehrfach den Besitzer gewechselt und war umstrukturiert worden. 

MDR (dpa/jn)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 13. Juni 2024 | 19:00 Uhr

1 Kommentar

martin vor 41 Wochen

Tja, dem klassischen Schwermaschinenbau geht es - wie der gesamten Schwerindustrie - nicht gut. Es wäre verwunderlich, wenn das an der Umformtechnik trotz der zwischenzeitlichen Veränderungen vorbeigehen würde.

Bleibt zu hoffen, dass sich ein Käufer mit innovativen Ideen / Produkten findet. Der deutsche Maschinenbau braucht die klugen Köpfe aus der gesamten Welt - auch wenn das manche Zeitgenossen offensichtlich entweder nicht begriffen haben oder nicht begreifen wollen.

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