Die Buchenwald-Überlebende Eva Fahidi-Pusztai hält bei einer Gedenkveranstaltung zum 74. Jahrestag der Befreiung des früheren KZ Buchenwald auf dem ehemaligen Appellplatz eine Rose in der Hand.
Die Buchenwald-Überlebende Éva Fahidi-Pusztai während einer Gedenkveranstaltung zur Befreiung des früheren KZ Buchenwald. Bildrechte: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Martin Schutt

Erinnerung Buchenwald-Überlebende Éva Fahidi-Pusztai ist tot

12. September 2023, 07:53 Uhr

Éva Fahidi-Pusztai galt als wichtige Mahnerin und Zeitzeugin der Verbrechen der Nationalsozialisten. Im Alter von 97 Jahren ist sie in Budapest gestorben. Die Achava Festspiele, die Stadt Weimar und die Gedenkstätte Buchenwald und Mittelbau Dora laden am Donnerstag zu einem Gedenken ein.

Die ungarische Jüdin, KZ-Überlebende und Weimarer Ehrenbürgerin Éva Fahidi-Pusztai ist tot. Sie starb am Montag im Alter von 97 Jahren, wie die Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora mitteilten.

Fahidi-Pusztai war eine rastlose Mahnerin und sprach immer wieder als Zeitzeugin vor allem mit jungen Menschen. Mit ihr verliere die Stiftung eine enge Freundin, eine Stimme voller eleganter Klugheit und eindringlicher Herzlichkeit, hieß es von der Gedenkstättenstiftung nach Bekanntwerden ihres Todes.

Zwangsarbeit in Außenlager des KZ Buchenwald

Fahidi-Pusztai wurde 1925 in Ungarn geboren. Im Juni 1944 wurde ihre Familie nach Auschwitz verschleppt. Évas Mutter und Schwester starben in den Gaskammern, der Vater wenig später an den unmenschlichen Bedingungen im Lager. Fahidi selbst wurde mit anderen ungarischen Jüdinnen zur Zwangsarbeit in ein hessisches Außenlager des KZ Buchenwald gebracht.

59 Jahre nach der Deportation besuchte sie 2003 erstmals die Gedenkstätte in Auschwitz. Danach brach sie ihr Schweigen. Sie gehörte dem Internationalen Buchenwald-Komitee und dem Häftlingsbeirat des KZ Buchenwald, der Teil der Gedenkstätten-Stiftung ist, an. 2012 wurde sie mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. 2020 verlieh ihr die Stadt Weimar die Ehrenbürgerschaft.

Trauer in Weimar

Die Weimarer Stadtspitze trauert um die verstorbene KZ-Überlebende Éva Fahidi-Pusztai. Ihr Tod mache ihn unendlich traurig, sagte Oberbürgermeister Peter Kleine (parteilos). Ihre eindringlichen wie herzlichen Worte, aber auch ihre Lebensfreude hätten zutiefst beeindruckt.

Gedenken am Donnerstag in Weimar

Am Donnerstag wird es ein Gedenken für Éva Fahidi-Pusztai geben. Die Achava-Festspiele Thüringen laden unter anderem gemeinsam mit der Stadt und der Stiftung Gedenkstätte Buchenwald und Mittelbau Dora dazu ein. Am Großportrait der Verstorbenen können Kerzen entzündet werden.

Zudem wird es Videobotschaften der Holocaust-Überlebenden Naftali Fürst aus Israel und Eva Stocker aus Ungarn sowie von Reinhard Schramm, dem Vorsitzenden der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen, geben. Die mit dem Bundesverdienstkreuz geehrte Fahidi-Puszta war auch Ehrenbürgerin von Weimar und Stadtallendorf in Hessen.

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MDR (kku/sar)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 11. September 2023 | 19:00 Uhr

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