Spatenstich In Artern entsteht die größte Pizzeria Nordthüringens

Tiefkühlpizzen erfreuen sich seit der Pandemie noch größerer Beliebtheit. Die Menschen waren oft zu Hause und haben mehr Fertigprodukte gegessen als sonst. Wegen steigender Nachfrage nach ihren Pizzen zieht es die bayerische Firma Franco Fresco nach Nordthüringen. In Artern im Kyffhäuserkreis baut der Lebensmittelproduzent seinen zweiten Standort auf. Ab Frühjahr 2022 sollen dort 200.000 Pizzen pro Tag übers Band laufen. Bis zu 100 neue Jobs sollen entstehen.

Eine Frau und drei Männer beim Spatenstich in Artern
Den offiziellen ersten Spatenstich für den Anbau an die leere Halle setzten am Dienstag Franco Fresco-Geschäftsführer Christoph Schramm, Landrätin Antje Hochwind-Schneider, Arterns Bürgermeister Torsten Blümel und Bauunternehmer Max Bögl (v.l.) Bildrechte: MDR/Franziska Gutt

Sie soll sich abheben von anderen und eine ganz besondere sein. Von der Herstellung bis hin zum Geschmack. Sie soll ähnlich gemacht sein und genauso munden wie eine, die frisch aus der Pizzeria kommt. Dabei ist sie ein Tiefkühlprodukt. Es geht um die mit Schinken, Mozzarella oder Champions belegte Teigscheibe der Marke "Gustavo Gusto". Die Tiefkühlpizza der bayerischen Firma Franco Fresco.

Das Unternehmen mit Sitz in Geretsried stößt aufgrund steigender Nachfrage an seine Kapazitätsgrenze. Nun will es ein neues Werk in Artern (Kyffhäuserkreis) aufziehen. In einem abgelegenen Gewerbegebiet unweit der Autobahn entsteht womöglich die größte Pizzeria Nordthüringens.

Standort mit strategischer Bedeutung

Warum Artern? Weil es nördlicher ist als Geretsried, wo die Alpen schon zum Greifen nah sind. Von Nordthüringen aus soll künftig Mittel- und Norddeutschland mit "Premiumpizzen" versorgt werden.

Franco Fresco Firmenchef Christoph  Schramm.
Firmenchef Christoph Schramm fand in Artern den idealen Standort für eine zweite Pizzafabrik. Bildrechte: MDR/Franziska Gutt

Artern ist logistisch ein sehr gut gelegener Standort, von hier aus können wir unsere Lieferketten optimieren und so auch CO2 einsparen.

Christoph Schramm Geschäftsführer von Franco Fresco

Wie der Franco Fresco-Geschäftsführer, Christoph Schramm, mitteilte, hat sich bei der Suche nach einem zweiten Standort die leer stehende Halle einer Backwarenfirma angeboten. Das ehemalige Werk von "Aryzta" könne quasi so übernommen werden, wie es ist. Allerdings sei das Gebäude, in dem einst Fertigbrötchen hergestellt wurden, nur ein Drittel der künftigen Pizzafabrik.

Das Unternehmen wolle bis 2022 noch 4.000 Quadratmeter zusätzliche Produktionsfläche schaffen. "Die ganze Technik muss neu gemacht werden. Der Maschinenpark muss auch neu angeschafft werden. Wir wollen mit Maschinen arbeiten, die wir zum Teil selbst entwickelt haben, um das Produkt noch schonender herzustellen", so Christoph Schramm weiter.

Eine alte Lagerhalle in Arten im Kyffhäuserkreis.
Im ehemaligen Backwarenwerk in Artern werden ab 2022 Pizzen der Marke Gustavo Gusto produziert. Bildrechte: MDR/Franziska Gutt

Pizza nach italienischem Vorbild

Der Firmenchef erklärt, dass seine Pizzen in ihrer Herstellung der Machart frischer italienischer Pizzen nachempfunden werden. Der Teig reife 24 Stunden und werde teilweise von Hand in Form gebracht. Dann werden die Pizzen auf Steinplatten vorgebacken. "Überall wo die Qualität leiden würde, arbeiten wir mit der Hand", so Schramm. Im Frühjahr 2022 soll es mit der Produktion in Artern losgehen. Später würden dort nach Firmenangaben bis zu 200.000 Pizzen übers Band laufen.

Thunfisch-Tiefkühlpizzen werden in einer Fabrik belegt.
"Gustavo Gusto"-Thunfisch-Tiefkühlpizzen werden im Werk in Geretsried belegt. Bildrechte: Franco Fresco GmbH & Co. KG

Arbeitsplätze für die Region

Für die Region bedeute die Expansion der bayerischen Pizzabäcker bis zu 100 Arbeitsplätze mehr. Nach Firmenangaben werden ab Herbst dieses Jahres gelernte und ungelernte Arbeitskräfte gesucht. Von einfachen Produktionshelfern bis hin zu qualifizierten Lebensmitteltechnologen. Auch Ausbildung soll dann im Unternehmen möglich sein.

Politik begrüßt Standort-Entscheidung

Die Stadt Artern und der Kyffhäuserkreis begrüßen das Vorhaben. Am Dienstag gab's mit Bürgermeister Torsten Blümel (Die Linke) und Landrätin Antje Hochwind-Schneider (SPD) den offiziellen ersten Spatenstich. Torsten Blümel sagte gegenüber MDR THÜRINGEN, er freue sich darüber, dass die Marke "Gustavo Gusto" und seine Stadt demnächst in einem Atemzug genannt würden.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Das Fazit vom Tag | 23. Juni 2021 | 18:00 Uhr

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