Handarbeit Leutenberger baut Brücke nach historischem Vorbild

Eine Brücke, gebaut wie vor hunderten von Jahren - das ist das Freizeitprojekt von Dirk Zimmermann aus Leutenberg. Den Weg auf sein Grundstück kreuzt der Lemnitzbach, darüber entsteht eine fast sieben Meter breite Brücke. Bruchsteine und wenig Mörtel, mehr braucht er dazu nicht.

Ein Bau soll etwas Schönes sein, so Zimmermann. Die Steine an den Stirnseiten des Tonnengewölbes sind mit besonderer Sorgfalt ausgewählt, damit das Bild stimmt. Aber auch die anderen Steine müssen passen. Je dünner die Mörtelfugen, desto besser steht die Mauer. Ursprünglich wurden noch genauer passende Steine verwendet und nur mit etwas gesiebter Erde aneinandergefügt, sagt er.

Brücke in Form eines Tonnengewölbes
Die Steine an den Stirnseiten des Tonnengewölbes sind mit besonderer Sorgfalt ausgewählt. Bildrechte: MDR/Uwe Kelm

Bauzeit ist relativ

Seit 2016 sind die Grundlager im Bachbett. Damals war ein Bagger im Einsatz, seitdem hat die Brückenbaustelle keine Maschine mehr gesehen. Seit zwei Jahren mauert Dirk Zimmermann an seinem Tonnengewölbe, das dann die Fahrbahn von sechs Metern Breite tragen soll.

Der Architekt habe sich mit der Berechnung etwas schwer getan, aber ein exakt ausgerichteter Rundbogen von fast einem halben Meter Dicke wird schon halten, sagt Zimmermann stolz. Bis Ende des Jahres soll die Tonne geschlossen sein. Wann die Brücke fertig ist, ist Zimmermann nicht wichtig. Er mauert in jeder freien Minute, sortiert Steine oder besorgt sich Material.

Dirk Zimmermann auf seiner Brückenbaustelle
Bis Ende des Jahres soll die Tonne geschlossen sein. Bildrechte: MDR/Uwe Kelm

Richtige Steine sind Mangelware

Aus dem Fels gebrochene Platten in allen Größen. Von "gerade noch mit der Hand zu bewegen" bis zum handtellergroßen Stück. Das Puzzle mit Tausenden von Teilen wird nur so zur Mauer. Große Klumpen, wie sie aus Steinbrüchen gesprengt werden, taugen für das Brückenprojekt nichts.

Dirk Zimmermann auf seiner Brückenbaustelle
Seit Jahren baut Dirk Zimmermann in seiner Freizeit an seiner Brücke. Bildrechte: MDR/Uwe Kelm

An alte Steine heranzukommen wäre schon schön, aber viel lieber wäre Dirk Zimmermann, wenn die alten Bauwerke erhalten blieben. Eine alte Brücke wegen fehlender Steine durch eine aus Beton zu ersetzen, grenzt für den Leutenberger an Frevel.

MDR (dr)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Ramm am Nachmittag | 17. August 2022 | 17:15 Uhr

3 Kommentare

Atze71 vor 6 Wochen

Sehr schön ! Respekt ! Lieber etwas für die Ewigkeit geschaffen als sinnlos vor dem PC zu Zocken. Ich habe auch solche "Projekte". Viel Arbeit. Aber am Ende ist man froh es gemacht zu haben. Weiter so ! 💪

MDR-Team vor 6 Wochen

Vielen Dank für den Hinweis!

Beste Grüße
die MDR Thüringen-Onlineredaktion

Ostthueringerin vor 6 Wochen

„Richtige Steine sind Mangelwahre“

Da ist ein H überflüssig.

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