Bildung Proteste gegen designierten Schuldirektor in Schleusingen: Kandidat gibt auf

Er war der einzige in Frage kommende Kandidat für die Stelle als Direktor des Gymnasiums in Schleusingen - doch es gab Proteste gegen die Besetzung. Nun hat der Kandidat seine Bewerbung zurückgezogen.

Eingangsportal eines Schulgebäudes.
Das Schleusinger Gymnasium wird seit mehr als einem Jahr kommissarisch geleitet. Bildrechte: MDR/Bettina Ehrlich

Für das Gymnasium in Schleusingen im Kreis Hildburghausen muss erneut ein neuer Direktor gefunden werden. Wie ein Sprecher des Bildungsministeriums MDR THÜRINGEN sagte, hat der ausgewählte Kandidat seine Bewerbung zurückgezogen. Vorangegangen waren Proteste gegen die Besetzung.

Kritik am Alter des Bewerbers

Die Elternvertretung, das Schulverwaltungsamt im Hildburghäuser Landratsamt sowie das Schulamt Südthüringen hatten sich gegen den einzigen in Frage kommenden Bewerber ausgesprochen.

Schleusingens Bürgermeister André Henneberg (FW) hatte das Besetzungsverfahren als ungerecht bezeichnet, weil nur Kandidaten mit der Gehaltsstufe A14 zugelassen wurden. Deshalb seien viele Lehrer aus Thüringen benachteiligt worden. Für ungeeignet hielt er den Kandidaten zudem, da dieser bereits 61 Jahre alt sei und zu weit von Schleusingen entfernt wohne.

Direktorenstelle für Gymnasium Schleusingen neu ausgeschrieben

Die Direktorenstelle soll nun neu ausgeschrieben werden. Ob das Bildungsministerium das Verfahren und die geforderte Besoldungsstufe ändert, steht noch nicht fest. Nach Angaben eines Ministeriumssprechers sind bisher alle Regeln eingehalten worden.

Das Schleusinger Gymnasium wird seit inzwischen mehr als einem Jahr kommissarisch geleitet, nachdem der langjährige Direktor in den Ruhestand gegangen war. Die Besetzung der Position wird sich laut Ministerium nun um weitere Wochen oder Monate verzögern.

In Thüringen fehlen mehr als 50 Schulleiter

In den rund 800 Schulen in Thüringen sind nach Angaben des Bildungsministeriums zum Stand Mitte Juli insgesamt 51 Schulleiterposten unbesetzt. An Gymnasien ist dabei den Angaben zufolge die Lage vergleichsweise stabil. Am stärksten seien Grundschulen betroffen. Nach Einschätzung der Gewerkschaft GEW könnte die Dunkelziffer der unbesetzten Stellen an Thüringer Schulen jedoch größer sein.

MDR (mm)

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 12. Juli 2022 | 11:00 Uhr

10 Kommentare

MDR-Team vor 20 Wochen

Hallo Martin,

wenn nicht verbeamtete Lehrerinnen und Lehrer nach dem 62. Lebensjahres in Rente gehen wollen, gilt für sie das gleiche wie für andere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auch. Beamtinnen und Beamte müssen einen einen Rentenabschlag in Kauf nehmen, wenn sie mit 62 Jahren aufhören, zu arbeiten.

Viele Grüße,
Das MDR-Thüringen Team

martin vor 20 Wochen

@anni22: Ja, das wird von so manchen Menschen verlangt. Aber nicht von den beamteten Lehrern in Thürigen.

@MDR: ist der Redaktion bekannt, wie die Regelungen für die nicht verbeamteten Lehrer sind? Wenn die mit 62 aufhören, müssten sie ja in der Regel (im Gegensatz zu den beamteten) mit einem (z.T. deutlichen) Rentenabschlag rechnen? Oder sind die mittlerweile alle nachverbeamtet, so dass sich die Frage gar nicht mehr stellt?

Ralf T. vor 20 Wochen

Lehrer gehen grundsätzlich mit 62 in den Ruhestand, das sollte man schon wissen.
Bei einer Direktorenstelle gibt es immer extra Weiterbildungen, da es eben nicht nur der normale Lehrerjob ist. Sollte man eigentlich auch wissen.

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