Wirtschaft Bayerischer Autozulieferer insolvent - 200 Mitarbeiter in Thüringen betroffen

Am Mittwoch hat der bayerische Autozulieferer Dr. Schneider Insovenz angemeldet. Davon sind auch die 200 Mitarbeiter des Thüringer Standortes in Judenbach im Kreis Sonneberg betroffen. Das Unternehmen soll nun saniert werden.

Werk des Unternehmens Dr. Schneider im Föritztaler Ortsteil Judenbach im Kreis Sonneberg.
Das Unternehmen Dr. Schneider fertigt hauptsächlich Produkte für die Innenausstattung von Autos an. (Symbolfoto) Bildrechte: Dr. Schneider Unternehmensgruppe

Im Föritztaler Ortsteil Judenbach (Landkreis Sonneberg) sind 200 Beschäftigte von der Insolvenz des Automobilzulieferers Dr. Schneider betroffen. In der Südthüringer Niederlassung werden Spritzgussteile hergestellt. Die Firma mit Stammsitz im bayerischen Kronacher Ortsteil Neuses hat am Mittwoch einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Coburg gestellt. Die Mitarbeiter seinen bereits informiert.

Ziel des Insolvenzverfahrens sei es, das Unternehmen zu sanieren, teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Joachim Exner mit. Die Mitarbeiter sollen in den nächsten drei Monaten Insolvenzgeld von der Bundesagentur für Arbeit erhalten. Die Produktion solle aber in vollem Umfang weiterlaufen, so Exner. Der Insolvenzverwalter möchte sich nun ein genaues Bild von der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens machen.

Unternehmen sucht nach Investor

Nach eigenen Angaben ist die Firma trotz guter Auftragslage in erhebliche finanzielle Schwierigkeiten geraten. Der Kapitalbedarf sei enorm. Seit August ist das Unternehmen auf der Suche nach einem Investor. Bereits im Februar hatte das Unternehmen "Personalanpassungen" angekündigt. Grund seien schlechte Ergebnisse im Jahr 2021 gewesen, teilte Dr. Schneider mit.

Für die 1927 gegründete Firma arbeiten weltweit rund 4.000 Mitarbeiter. Neben dem Standort in thüringischen Föritztal gibt es auch Produktionsstätten in China, Spanien, Polen und den USA. Abnehmer für die Produkte sind etwa Volkswagen, Audi, BMW und Audi.

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MDR (bee,jn)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 08. September 2022 | 12:30 Uhr

16 Kommentare

Ralf G vor 12 Wochen

Die ausländischen Standorte sind von der Insolvenz nicht betroffen. Dort gibt es auch keine grüne Energiewende.
Nach der Insolvenz in Eigenverwaltung folgt in den meisten Fällen nach wenigen Jahren der Crash. Gerade mittelständische Autozulieferer stehen unter starkem Druck.

Simone vor 12 Wochen

@hansfriederleistner
Es gibt gesetzliche Grundlagen, wann man eine Insolvenz anmelden MUSS.
Von daher ist ihre Frage hoffentlich beantwortet.

Den Rest tue ich als dumme Provokation ihrerseits ab.

Mediator vor 12 Wochen

Nicht schön, dass die Firma Insolvenz anmelden muss, aber laut dem Artikel auch kein Weltuntergang, weil Insolvenz hier anscheinend nicht bedeutet, dass alle entlassen werden und man die Firma für nen Appel und ein Ei verramscht, sondern, dass es mit Anpassungen weiter gehen wird.

Klar möchte ich jetzt kein betroffener Mitarbeiter in dieser Firma sein und die Unsicherheiten aushalten, aber der Ausblick scheint doch positiv zu sein.

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