Suhl Entlastung nicht in Sicht: Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge wieder überbelegt

30. Dezember 2022, 14:46 Uhr

Die große Zahl an Flüchtlingen bereitet Thüringen weiterhin Schwierigkeiten. Die Erstaufnahmeeinrichtung in Suhl ist mit mehr als 1.250 Bewohnern erneut über der Kapazitätsgrenze.

Für die Erstaufnahmestelle in Suhl ist weiterhin keine Entlastung in Sicht. Wie ein Sprecher im Landesverwaltungsamt MDR THÜRINGEN bestätigte, leben momentan mehr als 1.250 Menschen in der Unterkunft. Damit ist die Einrichtung deutlich überbelegt. Ein normaler Betrieb ist mit maximal 800 Bewohnern möglich.

Fehlendes Personal größtes Problem in Erstaufnahme

Migrationsminister Dirk Adams (Grüne) hatte schon vor Wochen zugesagt, dass die Unterkunft zum Jahreswechsel entlastet wird. Etwa 20 Menschen sollen laut Landesverwaltungsamt noch am Freitag von Suhl in die Unterkunft nach Eisenberg (Saale-Holzland-Kreis) gebracht werden. In der kommenden Woche sollen zudem rund 100 Bewohner auf die Kommunen und Landkreise verteilt werden.

Dabei ist nicht in erster Linie der Raum, sondern der Mangel an Personal zurzeit das größte Problem. Das sagt Oliver Löhr vom Landesverwaltungsamt. So sei es derzeit schier unmöglich, genug Sicherheitsleute für neue Unterkünfte zu finden. Gleiches gilt für Betreuer, Kantinenpersonal oder Mediziner.

Unterkünfte in Hermsdorf und Erfurt mangelhaft

Die neu eingerichtete Flüchtlingsunterkunft in Hermsdorf (Saale-Holzland-Kreis) wird somit nach wie vor nicht genutzt. Sie soll nur im größten Notfall aktiviert werden. Dort könnten die Menschen wegen der mangelhaften Bedingungen nur maximal ein bis zwei Tage untergebracht werden. Die ehemalige Industriehalle soll nur genutzt werden, wenn sehr viele neue Flüchtlinge nach Thüringen kommen.

In Erfurt ist zudem ein ehemaliger Baumarkt als Erstaufnahmeeinrichtung im Gespräch. Wie es aus dem Landesverwaltungsamt hieß, sind dort jedoch noch größere Umbauten notwendig. Außerdem seien noch keine Mietverträge abgeschlossen worden. Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) hatte vor zwei Tagen gesagt, er halte es für "wenig realistisch", dass die Unterkunft in dem Baumarkt wieder in Betrieb geht.

Mehr zur Unterbringung von Geflüchteten

MDR (fra)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag | 30. Dezember 2022 | 10:00 Uhr

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