Royal Family Trauer um die Queen in Thüringen

Queen Elizabeth II. von Großbritannien ist tot. Die englische Königin entstammte in direkter Linie dem Herzoghaus Sachsen-Coburg und Gotha. Reaktionen zum Tod gibt es aus der thüringischen Stadt, der Staatskanzlei un dem Landkreis Saalfeld-Rudolstadt.

Queen Elizabeth II. mit Hut und Mantel
Queen Elizabeth II. (1926 - 2022) entstammte in direkter Linie dem Haus Sachsen-Coburg und Gotha. Bildrechte: IMAGO / PA Images

Auch in Gotha wird um die englische Königin getrauert. Queen Elizabeth II., die am Donnerstag im Alter von 96 Jahren gestorben ist, war mit dem Herzoghaus Sachsen-Coburg und Gotha direkt verwandt. Ihre Ur-Ur-Großmutter war Königin Victoria von England, die 1840 Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha heiratete.

Für den Gothaer Oberbürgermeister Knut Kreuch (SPD) geht mit dem Tod von Queen Elisabeth II. eine Ära zu Ende. Kreuch sagte MDR THÜRINGEN am Donnerstagabend, er habe große Hochachtung vor der Lebensleistung der Monarchin. Er sei traurig über ihren Tod, weil er sich eine Welt ohne die Queen nur schwer vorstellen könne. Vor Jahren sei es in Berlin zu einer persönlichen Begegnung mit der Monarchin gekommen, an diesen Moment habe er "unwahrscheinlich bewegende Erinnerungen", so Kreuch.

Knut Kreuch, Oberbürgermeister der Residenzstadt Gotha und stellvertretender Stiftungsratsvorsitzender der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha, sitzt in einer Pressekonferenz im Herzoglichen Museum auf dem Podium.
Knut Kreuch, Oberbürgermeister der Residenzstadt Gotha, trauert um die englische Königin. Bildrechte: dpa

Gotha als Wiege des europäischen Hochadels

Die Stadt Gotha pflegt seit Jahren die Verbindung zum englischen Königshaus. Oberbürgermeister Kreuch hat zu allen europäischen Adelshäusern mit Gotha-Bezug Kontakte. Besonders um einen Besuch der Queen in der Stadt hatte er sich stets bemüht. Doch dazu kam es nie.

Letztendlich lernte er die englische Königin doch noch persönlich kennen - im Jahr 2015 in Berlin auf einer Gartenparty in der Britischen Botschaft.

Ministerpräsident Ramelow würdigt Lebensleistung der Queen

Auch Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) brachte seine Trauer zum Ausdruck. Er schaue mit großem Respekt auf ihre Lebensleistung, schrieb er auf Twitter. Queen Elisabeth II. habe als Frau viele Stürme erlebt und sei ein Vorbild im Europa der vergangenen Jahrzehnte gewesen. Queen Elizabeth II. stand laut Ramelow für Rationalität in der Politik. Mit ihrem Tod gehe eine Epoche zu Ende.

Verbindung des englischen Königshauses zum Saalfelder Herzog Johann-Ernst

Ein Sprecher der Landratsamtes Saalfeld-Rudolstadt teilte mit: "Die verstorbene englische Königin und das englische Königshaus stammen in direkter Linie von dem Saalfelder Herzog Johann-Ernst ab, der 1680 das Herzogtum Sachsen-Saalfeld begründet hatte. Die Heiratspolitik der zahlreichen Nachfahren von Johann Ernst hat zu familiären Verbindungen zu vielen europäischen Herrscherhäusern geführt."

Über die Familie von Johann Ernst seien nicht nur die verschiedenen ernestinischen Herzogslinien - etwa von Saalfeld, Coburg und Gotha - sondern auch die Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt und von Reuß jüngere Linie verwandtschaftlich mit dem englischen Königshaus verbunden.

Besucht Charles Gotha?

Auf den britischen Thron folgt nun Elizabeths ältester Sohn Charles. Möglich, dass er seinen deutschen Wurzeln folgt und Gotha einen Besuch abstattet. Denn schon Königin Victoria hatte bereits gemeinsam mit ihrem Gemahl Albert dessen deutsche Heimat besucht. Victorias Tagebucheinträge verraten, dass sie sich in Gotha sehr wohl gefühlt hat.

Stadt wirbt mit dem Slogan "Gotha adelt"

Gotha wirbt mit dem Slogan "Gotha adelt" um Touristen. Die Stammbäume des europäischen Hochadels lassen sich auf Ernst den Frommen (160 -1675) zurückführen. Er erbaute Schloss Friedenstein und gilt bis heute als "Opa von Europa".

Das Haus Sachsen-Coburg und Gotha galt bis zum Ende der Monarchie in Deutschland 1918 als die bedeutendste europäische Herrscherdynastie. Die Nachkommen von Queen Victoria und Prinz Albert regierten in Großbritannien, Deutschland, Russland, Rumänien, Jugoslawien, Griechenland, Spanien, Norwegen, Schweden und Dänemark.

Mehr zum Tod von Queen Elizabeth II.

MDR (csr)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 08. September 2022 | 22:00 Uhr

2 Kommentare

Ilse vor 3 Wochen

Ein unersetzlicher Verlust für die internationale Regenbogenpresse. Jahrgänge an Generationen von Journalisten u. Paparazzis wurden durch sie geprägt, die auch in anderen Medien ihr ganz spezielles Können unter Beweis stell(t)en. Wer kann sie ersetzen, Kopf hoch Herr Kreuch, die Queen ist tot, aber die Merkel lebt.

Tpass vor 3 Wochen

Eine der letzten Ikonen der Geschichte..🥲

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