Bundeswehr Bad Salzunger Grenadiere gehen im Sommer nach Litauen in den Einsatz

04. Februar 2023, 15:13 Uhr

Das Panzergrenadierbataillon 391 der Bundeswehr ist am Donnerstag in Breitungen/Werra zum Appell aufmarschiert. Der Ort ist Partnergemeinde einer Kompanie des in Bad Salzungen stationierten Bataillons. Bei dem Appel legten 125 Rekruten und Rekrutinnen ihr Gelöbnis auf die Bundesrepublik Deutschland ab. Außerdem wurde die Einheit für ihre Auslandseinsätze in den vergangenen Jahren geehrt. Der nächste Einsatz steht im Sommer an: Dann geht es für mehr als 100 Salzunger Grenadiere nach Litauen.

Porträt Autor Dirk Reinhardt
Bildrechte: MDR/Dirk Reinhardt

Das Panzergrenadierbataillon 391 der Bundeswehr in Bad Salzungen wird im Sommer dieses Jahres Soldaten nach Litauen entsenden. Wie Bataillonskommandeur Oberstleutnant Dominik Schellenberger am Rande eines Gelöbnisappells der Einheit MDR THÜRINGEN sagte, werden die Soldaten ab Ende Juni mehrere Monate im Rahmen der Enhanced Forward Presence (EFP) der Nato eingesetzt. Das Bataillon werde "deutlich über 100 Soldaten" nach Litauen schicken. Diese bereiteten sich seit Monaten auf den Einsatz vor. Sie hätten vor kurzem eine Übung in Munster in der Lüneburger Heide abgeschlossen. In den nächsten Monaten werde es noch weitere solcher Übungen geben.

Präsenz im Baltikum als Abschreckung gegen Russland

In Litauen sollen die Salzunger Grenadiere gemeinsam mit Einheiten des Panzerbataillons 363 aus dem baden-württembergischen Hardheim einen Großteil des EFP-Bataillons bilden. Dieses Bataillon war 2017 von der Nato aufgestellt worden, zeitgleich dazu ähnliche Einheiten in Estland, Lettland und Polen. Die Bataillone mit jeweils rund 1.000 Mann werden von den Nato-Mitgliedern abwechselnd mit Personal bestückt. Das Bataillon in Litauen wird von der Bundeswehr geführt. Das Bad Salzunger Panzergrenadier-Bataillon war zuletzt im Jahr 2019 Leitverband dieses Bataillons. Mit der "verstärkten Vornepräsenz" will die Nato Russland von Angriffen auf ihre Mitgliedsländer in Osteuropa abschrecken.

Rekruten legen Gelöbnis ab

Bei dem Gelöbnisappell am Donnerstag in Breitungen/Werra legten 125 Rekruten und Rekrutinnen der Bundeswehr den Eid beziehungsweise ihr Gelöbnis auf die Bundesrepublik Deutschland ab. Die Soldaten und Soldatinnen hatten vor drei Monaten einen freiwilligen Wehrdienst oder ihren Dienst als Zeitsoldaten begonnen.

Der Thüringer Innenstaatssekretär Udo Götze sagte in seiner Rede bei dem Appell, er freue sich, dass dieser in Breitungen unter Einbeziehung der Öffentlichkeit stattfinde. Das untermauere "einmal mehr" die Verankerung der Bundeswehr in der Bevölkerung. Das Panzergrenadierbataillon habe in der Vergangenheit nicht nur eine große Zahl von Auslandseinsätzen bewältigt, sondern sei auch bei verschiedenen Naturkatastrophen im Inland im Einsatz gewesen.

Staatssekretär: Bundeswehr steht vor großen Herausforderungen

In den vergangenen drei Jahren habe sich die Einheit wie auch die Bundeswehr insgesamt "dank ihres Organisationsvermögens, ihrer Einsatzbereitschaft und ihrer Zuverlässigkeit" im Rahmen ihrer Amtshilfe "unverzichtbar bewährt". "Für diese tatkräftigen Einsätze können wir Ihnen nicht genug danken", so Götze. Unter dem Eindruck des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine beschäftige die Gesellschaft nun aber auch die Frage, "wie es um die Wehrhaftigkeit und die Ausstattung der Bundeswehr bestellt ist". Die Ausstattung der Bundeswehr mit neuen Kampfjets, Sturmgewehren und Panzern gestalte sich als "große Herausforderung".

General: Russland darf Krieg nicht gewinnen

Der Kommandeur der 10. Panzerdivision, Generalmajor Ruprecht von Butler, sagte zum Krieg in der Ukraine, Russland dürfe diesen Krieg nicht gewinnen. "Denn es würde suggerieren, dass im 21. Jahrhundert ein großflächiger Angriff eines Staates auf seine Nachbarn, eben dieses Szenario, das wir höchstens nur noch in Geschichtsbüchern wähnten, dann am Ende Erfolg haben könnte." Das würde "den Appetit auf solches Verhalten, würde unterschiedsloses Morden von Zivilisten, Plünderungen den Weg öffnen. Das können wir alle nicht wollen."

Vor diesem Hintergrund habe auch der bevorstehende Einsatz von Soldaten des Bataillons in Litauen wichtige Bedeutung - "dort, wo auch eine unmittelbare Konfrontation mit Russland denkbar erscheint", so der General. Hier gehe es um die Verteidigung des Bündnisgebietes.

Auslandseinsätze gewürdigt

Die vom Panzergrenadierbataillon 391 in den vergangenen drei Jahrzehnten geleisteten Auslandseinsätze wurde am Donnerstag auch mit einem sogenannten Fahnenband zur Truppenfahne gewürdigt. Das Bataillon beziehungsweise Teile waren mehrfach in Bosnien und Afghanistan sowie im Nordirak und in Litauen im Einsatz. Im Jahr 2009 kamen drei Soldaten des Bataillons bei einem Gefecht mit Taliban in Afghanistan ums Leben.

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MDR (dr)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 03. Februar 2023 | 19:00 Uhr

15 Kommentare

dimehl am 06.02.2023

Ja, unsere frischgekürte Ritter*in vom Orden wider den tierischen Ernst, Bundesaußenministerin A. Baerbock (da kann man wirklich einmal von einer StimmungsKanone sprechen) hat sich ja diesbezüglich bereits öffentlich verplappert ...
Dumm nur: für sie wird im Zweifelsfall ein Platz in einem Bunker vorhanden sein, für mich wohl leider nicht... :-(

Ovuvuevuevue Enyetuenwuevue Ugbemugbem Osas am 06.02.2023

Das Baltikum interessiert Putin nicht, Polen nicht, nicht einmal die Westukraine. Die eingenommen Gebiete sind einzig und allein die Verhandlungsmasse für die Souveränität des Donbass und die Krim als altes russisches Territorium.

Ovuvuevuevue Enyetuenwuevue Ugbemugbem Osas am 06.02.2023

Bad Salzunger Grenadiere gehen im Sommer nach Litauen in den Einsatz. Und marschieren im Herbst zum Blitzkrieg in Russland ein. Wie das für gewöhnlich ausgeht, hat die Geschichte ja bewiesen. Ruhm und Ehre der heldenhaften Bundesregierung und allen NATO-Vasallen, die uns in den Atomkrieg hineinziehen. Ich würde mich gern täuschen, nur fällt mir kein Argument ein, warum das so sein sollte.

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