Ukrainische Soldaten bei einem Gefechtstraining im Schützengraben
Ukrainische Soldaten bei einem Gefechtstraining im Schützengraben (Archivbild). Bildrechte: IMAGO/ZUMA Press Wire

Ukraine-News Ermittlungen gegen ukrainische Offiziere wegen Rückzug bei Charkiw

25. Mai 2024, 22:21 Uhr

Diese Ukraine-News am Samstag, 25. Mai 2024 sind beendet.

Ukraine-News am Samstag, 25. Mai 2024

Update 22:21 Uhr | Mindestens sechs Tote bei Luftangriff auf Baumarkt in Charkiw

Bei einem russischen Luftangriff auf einen Baumarkt in Charkiw sind nach Angaben von Bürgermeister Ihro Terechow mindestens sechs Menschen getötet und weitere 40 verletzt worden. 16 Menschen galten am Abend noch als vermisst. Wie der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zuvor auf X erklärte, hielten sich in dem Baumarkt "Epizentr" womöglich rund 200 Menschen auf. Den Angaben zufolge soll das Gebäude von mindestens einer Gleitbombe getroffen worden sein.

Das russische Militär warf den ukrainischen Streitkräften vor, in dem Baumarkt ein Waffenlager versteckt zu haben. "In Charkiw wird die Taktik der menschlichen Schutzschilde angewendet - sie [die Ukrainer] haben ein Militärlager und einen Kommandoposten in einem Einkaufszentrum eingerichtet, was von unserem Geheimdienst entdeckt wurde", zitierte die Nachrichtenagentur Tass einen namentlich nicht genannten Vertreter der russischen Führung.

20:20 Uhr | Zwei Tote bei ukrainischem Angriff auf russische Grenzregion Belgorod

Bei einem ukrainischen Raketenwerfer-Angriff auf ein russisches Dorf in der Grenzregion Belgorod sind nach russischen Angaben zwei Menschen getötet worden. Wie der zuständige Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow mitteilte handelte es sich bei den im Dorf Oktjabrsky Getöteten um einen Mann und seine Frau. Gladkow zufolge wurden zehn weitere Menschen verletzt. Die Ukraine nimmt regelmäßig die Region Belgorod unter Beschuss, die an die ukrainische Region Charkiw grenzt.

17:33 Uhr | Russische Truppen nehmen weiteres Dorf an der Awdijiwka-Front ein

Russische Truppen haben nach eigenen Angaben das Dorf Archangelske am Frontabschnitt nordwestlich von Awdijiwka in der Region Donezk eingenommen. Das hat die russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Moskau berichtet. Zudem seien russische Verbände in der nordöstlichen Region Charkiw vorgerückt und hätten zwei Gegenangriffe der Ukrainer abgewehrt, hieß es weiter.

15:56 Uhr | Ermittlungen gegen ukrainische Offiziere wegen Rückzug bei Charkiw

Wegen militärischen Versagens zu Beginn der russischen Offensive bei Charkiw droht mehreren ukrainischen Front-Kommandeuren ein Strafverfahren. Wie ukrainische Medien berichten, hat das Staatliche Ermittlungsbüro der Ukraine Ermittlungen gegen 28 Offiziere eingeleitet. Ihnen werde vorgeworfen, die Verteidigung an der Grenze zu Russland nicht ordnungsgemäß organisiert zu haben. Nach dem Angriff am 10. Mai habe die ukrainische Armee ihre vorderen Stellungen und mehrere Dörfer räumen müssen. Es habe hohe Verluste an Soldaten und Material gegeben.

Von den Ermittlungen betroffen ist den Angaben zufolge die Kommandoebene der 125. Brigade, des 415. Schützenbataillons und der 23. mechanisierten Brigade sowie anderer Einheiten. Nach dem ersten Zurückweichen vor der russischen Offensive war bereits der kommandierende General des Frontabschnitts Charkiw ausgetauscht worden. Der Gouverneur des Gebiets Charkiw, Oleh Synjehubow, ließ sich zudem von Baufirmen Bericht erstatten, warum Befestigungsanlagen nicht so gebaut worden waren wie bestellt.

Nach einem russischen Raketenangriff in Charkiw im Nordosten der Ukraine sind Rettungskräfte bei der Arbeit in einem Haus zu sehen. 3 min
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11:34 Uhr | Russisches Atomraketen-Radar getroffen

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff soll ein Radar des russischen Frühwarnsystems gegen anfliegende Atomraketen beschädigt worden sein. Fotos einer beschädigten Anlage nahe der Stadt Armawir in Südrussland tauchten jetzt auch in russischen Telegram-Kanälen auf.

In Moskau äußerte sich heute der ehemalige russische Nato-Botschafter Dmitri Rogosin. Auf X schrieb er von Schäden an "einem Schlüsselelement" der "strategischen Nuklearstreitkräfte" und warf den USA vor, den Angriff geplant oder davon gewusst zu haben. Mit solchen Aktionen rücke die Welt näher an den Abgrund eines Atomkriegs. Der Kreml selbst oder auch das Verteidigungsministerium äußerten sich bisher nicht. 

Das US-Institut für Kriegsstudien (ISW) schreibt im jüngsten Bericht von einem angeblichen Angriff in der Nacht auf Donnerstag, als auf der Krim auch ein Kommunikationsknoten der russischen Armee beschossen worden sei. Das System Woronesch-DM könne fliegende Raketen in 6.000 Kilometer Entfernung erkennen und mit seiner Kette aus Radarstationen in Russland der Luftraum bis über Südwesteuropa hinaus beobachtet werden.

10:12 Uhr | Kiesewetter für Haushaltsnotlage

Der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter hat die Bundesregierung aufgefordert, wegen des Ukraine-Kriegs eine Haushaltsnotlage zu erklären. "Der Krieg lässt sich nur mit Schulden gewinnen", sagte Kiesewetter dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" laut Vorabmeldung: "Was wir jetzt an Geld bereitstellen, ist um ein Vielfaches 'billiger', als wenn wir warten, bis Russland erfolgreich ist." Die Erklärung einer Haushaltsnotlage würde die Aufnahme von Schulden trotz sonst bestehender Begrenzungen ermöglichen.

05:09 Uhr | Stoltenberg warnt China vor Russland-Hilfe

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat China davor gewarnt, durch die Unterstützung für Russland im Ukraine-Krieg seine Beziehungen zum Westen zu gefährden. "China sagt, es wolle gute Beziehungen mit dem Westen", zitiert ihn die "Welt am Sonntag". Zugleich "heizt Peking aber den Krieg in Europa an." Man könne jedoch nicht beides haben.

Putin und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping beim Besuch des russischen Präsidenten vor einer Woche
Putin und Chinas Staatschef Xi Jinping beim Besuch des russischen Präsidenten vor mehr als einer Woche in Peking Bildrechte: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Sergei Bobylev

Stoltenberg sprach sich derweil dagegen aus, von Nato-Territorium aus russische Raketen und Drohnen über der Ukraine abzuschießen. Da gebe es keine Pläne: "Die Nato wird nicht Teil des Konflikts." Allerdings forderte er der Zeitung zufolge die Nato-Länder zu noch mehr Hilfe für die Ukraine auf: "Wir müssen mehr Waffen und Munition schicken."

Dieses vom Pressebüro des ukrainischen Präsidenten zur Verfügung gestellte Bild zeigt Wolodymyr Selenskyj (r), Präsident der Ukraine, mit Jens Stoltenberg, Generalsekretär der Nato, während ihres Treffens. 3 min
Bildrechte: picture alliance/dpa/Ukrainian Presidential Press Office/AP | ---

01:41 Uhr | Ukraine meldet russische "Teilerfolge"

Nach einer Meldung des ukrainischen Generalstabs hat Russland die Stadt Wowtschansk weiter aus der Luft angegriffen. Acht Lenkbomben hätten die Stadt nahe der Grenze zu Russland getroffen. Am Boden habe die ukrainische Armee aber Angriffe abgewehrt, die russischen Streitkräfte allerdings bei Kupiansk weiter südöstlich und bei Pokrowsk in der Region Donezk "Teilerfolge" erzielt.

01:05 Uhr | Hofreiter für erweiterten Waffen-Einsatz

Der EU-Politiker der Grünen, Anton Hofreiter, ist dafür, die Ukraine nicht länger davon abzuhalten, mit westlichen Waffen auch russisches Territorium anzugreifen. "Es geht hier um den Schutz der ukrainischen Bevölkerung", sagte der Chef des Europa-Ausschusses im Bundestag den Zeitungen der Funke-Mediengruppe vom Sonnabend.

"Das Völkerrecht erlaubt es einem angegriffenen Staat, militärische Ziele im Land des Aggressors zu attackieren", wird er zitiert. Die russische Armee beschieße Tag und Nacht vom eigenen Staatsgebiet aus unter anderem Charkiw.

Die "New York Times" hatte zuletzt berichtet, dass US-Außenminister Antony Blinken dafür werben wolle, der Ukraine zu gestatten, auch mit US-Waffen auf russischem Gebiet auf Angriffe zu reagieren. Er wolle den Präsidenten Joe Biden zu einer Aufhebung solcher Einschränkungen bewegen, wie sie auch andere westliche Unterstützer für ihr Gerät verhängt haben.

Vor dem Besuch des französischen Präsidenten Emmanuel Macron ab Sonntag in Deutschland rief Hofreiter beide Länder auf, ihre Hilfe für die Ukraine noch auszuweiten. Für die Stärkung der europäischen Verteidigung insgesamt schlug er einen Fonds mit 500 Milliarden Euro vor, finanziert durch eine Kreditaufnahme der EU-Kommission.

00:35 Uhr | Putin spricht Selenskyj die Legitimität ab

Russlands Präsident Wladimir Putin stellt die Legitimität des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Frage. Auf einer Pressekonferenz in Belarus sagte er, die fünfjährige Amtszeit Selenskyjs sei zu Ende und das sei ein rechtliches Hindernis für mögliche Friedensgespräche: "Mit wem sollen wir denn verhandeln?" Die reguläre Amtszeit des ukrainischen Präsidenten war am 20. Mai ausgelaufen. Wegen des von Russland begonnenen Kriegs hatte das Parlament in Kiew aber keine neuen Wahlen angesetzt, während sich Putin im Amt hatte bestätigen lassen.

00:05 Uhr | Selenskyj: Kontrolle in der Region Charkiw

Die ukrainische Armee hat nach eigenen Angaben die Kontrolle über die Grenzregion Charkiw zurückerobert. Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte in seiner Videoansprache am Freitagabend, man habe die Oberhand in dem Gebiet im Osten der Ukraine. Vor zwei Wochen hatte die russische Armee eine Bodenoffensive im Grenzgebiet gestartet und mehrere Dörfer besetzt. Die regionale Metropole Charkiw selbst liegt nur etwa 40 Kilometer von der russischen Grenze entfernt.

00:00 Uhr | Ukraine-News am Samstag, 25. Mai 2024

Guten Morgen! In unseren Ukraine-News halten wir Sie weiterhin über die Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem aktuellen Stand. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen hier im Laufe des Tages.

Die Berichterstattung über den Russland-Ukraine-Krieg ist komplex. Es gibt eine Vielzahl von Medienvertretern vor Ort, darunter auch unabhängige Journalisten aus verschiedenen Ländern. Trotzdem ist wichtig zu wissen, dass die Beschaffung verlässlicher Informationen schwierig ist, weil viele verfügbare Quellen politisch motiviert sein können und schwer zu überprüfen. Dennoch gibt es unabhängige Experten, Organisationen und Journalisten, die differenzierte Einblicke bieten. Bei der Bewertung von Informationen sind verschiedene Quellen und eine kritische Haltung unerlässlich, um ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten. Alles das berücksichtigt der MDR in seinen Berichten über den Russland-Ukraine-Krieg.

Quellen: u.a. AFP, dpa, Reuters, MDR

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 25. Mai 2024 | 06:00 Uhr

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