SChuss aus einer Kanonenhaubitze
152-mm-Feldgeschütz 2A36 Giatsint-B der der russischen Streitkräfte im Einsatz im Ukraine-Krieg (Archivbild). Bildrechte: IMAGO / ITAR-TASS

Ukraine-News Ukraine will russische Offensive bei Charkiw gestoppt haben – Moskau meldet neue Eroberung

20. Mai 2024, 22:45 Uhr

Diese Ukraine-News vom Montag, 20. Mai 2024 sind beendet.


Die Ukraine-News vom Montag, 20. Mai 2024


22:45 Uhr | Brände nach ukrainischen Angriffen

Der Leiter der von Russland annektierten Region Luhansk, Leonid Pasetschnik, meldet, ein Treibstofflager in Dowschansk sei durch ukrainischen Beschuss beschädigt worden, in dem Ort seien Brände ausgebrochen. Die ukrainischen Angreifer hätten dabei Streubomben eingesetzt.

22:11 Uhr | Selenskyj fordert Abschuss russischer Ziele

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert seine westlichen Verbündeten auf, von ihrem Territorium aus russische Raketen und Drohnen über der Ukraine abzuschießen. Mit Blick auf die versprochene Lieferung von F-16-Kampfjets sagte er, die Ukraine brauche 120 bis 130 dieser Jets zur Verteidigung. Da diese Flugzeuge noch nicht geliefert worden seien, sollten die Verbündeten ihre Maschinen einsetzen. Aus seiner Sicht sei das keine Kriegsbeteiligung. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte wiederholt die Nato vor einer Beteiligung an den Kämpfen in der Ukraine gewarnt und sogar mit dem Einsatz von taktischen Atomwaffen gedroht.

21:52 Uhr | Spanien bestätigt Lieferung weiterer Panzer

Spanien wird wie angekündigt bis Ende Juni weitere Kampfpanzer des älteren Typs Leopard 2A4 an die Ukraine liefern. Wie das Verteidigungsministerium in Madrid mitteilte, bestätigte das Verteidigungsministerin Margarita Robles bei einer Videokonferenz der Ukraine-Kontaktgruppe. Man werde die zugesagten Liefertermine einhalten und auch weitere Patriot-Flugabwehrraketen und verschiedene Arten von Munition schicken.

Ein Kampfpanzer Leopard 2A4
Spanischer Leopard 2A4 im Ausbildungszentrum San Gregorio in Zaragoza, 2023 Bildrechte: picture alliance/dpa/EUROPA PRESS | Fabián Simón

Spaniens linke Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez hatte der Ukraine 2023 schon zehn Leopard 2A4 geschickt.

Im März hatte sie dann für dieses Jahr die Entsendung von insgesamt 19 weiteren Panzern dieses Typs angekündigt. Die ersten zehn waren bis Ende Juni zugesagt worden, neun weitere sollen im September folgen. Neben rund 100 Leopard 2A4 hat Spanien auch mehr als 200 Panzer der neueren Variante 2A6. Die will Madrid aber nicht abgeben, da sie für die Landesverteidigung gebraucht würden.

20:16 Uhr | Kreml: Ökonom wird Vize-Verteidigungsminister

Russlands Präsident Wladimir Putin hat Ex-Vize-Wirtschaftsminister Oleg Saweljew zum Vize-Verteidigungsminister ernannt. Das geht aus einem veröffentlichten Dekret hervor. Die Ernennung gilt als weiteres Zeichen für seine Absicht, die Effizienz der russischen Kriegswirtschaft zu verbessern und das gesamte ökonomische Gefüge nicht aus dem Auge zu verlieren. Putin hatte in der vergangenen Woche den bisherigen Verteidigungsminister Sergej Schoigu abgelöst und zum Sekretär des Sicherheitsrates der Russischen Föderation ernannt. Neuer Verteidigungsminister wurde der Ökonom und ehemalige stellvertretende Ministerpräsident Andrej Belousow.

12:45 Uhr | Ukrainische Truppen weiter in Wowtschansk

Die Ukraine kontrolliert angeblich trotz russischer Angriffe noch rund 60 Prozent der umkämpften Grenzstadt Wowtschansk in der nordöstlichen Region Charkiw. Das sagte Vize-Regionalgouverneur Roman Semenucha heute im staatlichen Fernsehen. Die russischen Angriffe dauerten aber an.

12:11 Uhr | Moskau meldet Einnahme von Dorf

Russland hat die Einnahme eines Orts weiter südlicher in der Ost-Ukraine gemeldet. Die Armee habe Kontrolle über das Dorf Bilohoriwka in der Region um Luhansk übernommen, teilte das Verteidigungsministerium mit.

10:52 Uhr | Landesweite Stromsperren in der Ukraine

Überall in der von Russland angegriffenen Ukraine wird heute Abend der Strom abgeschaltet. Von 18 bis 24 Uhr (17-23 Uhr MESZ) sollten gewerbliche wie private Verbraucher stundenweise vom Netz getrennt werden, teilten die Versorger mit. Die gestaffelten Sperren sollen den Verbrauch drosseln und das Netz stabilisieren, nachdem russische Luftangriffe im März und April mehr als 40 Prozent der ukrainischen Stromproduktion lahmgelegt hatten. Die Versorger haben Pläne, welche Straßenzüge zu welchen Stunden abgeschaltet werden, jeweils drei oder vier im Zeitraum von sechs Stunden.

07:45 Uhr | Ukrainische Luftabwehr meldet Erfolge

Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben in der Nacht alle 29 von Russland eingesetzten Drohnen abgeschossen. Über der südlichen Region Mykolajiw seien es 16 gewesen, schreiben lokale Behörden bei Telegram. Trümmer hätten ein Privathaus beschädigt und einen Brand ausgelöst.

Weitere Drohnen-Ziele lagen den Angaben zufolge in der Region Lwiw im Westen der Ukraine, im Süden bei Odessa und in der Region Poltawa in der Mitte. In der nordöstlichen Frontregion Charkiw habe Russland wieder eine ballistische "Iskander-M"-Rakete eingesetzt. Im Fernsehen sagte ein Sprecher, die ukrainische Luftabwehr habe vergangene Woche alle 90 von Russland eingesetzten Drohnen des iranischen Typs "Schahed" abgeschossen.

07:00 Uhr | Selenskyj bittet um "Patriots" für Charkiw

Das ukrainische Militär hat bisher keine Mittel zur Abwehr auch von Gleitbomben, die von russischen Kampfflugzeugen aus weiter Entfernung abgeworfen und ferngelenkt werden. Angesichts der immer neuen Luftangriffe auch auf Charkiw bat Präsident Wolodymyr Selenskyj jetzt um zwei weitere "Patriot"-Flugabwehrsysteme zum Schutz der Bevölkerung der Großstadt. Laut Nachrichtenagentur dpa schrieb er auf Telegram: "Zwei Patriots für Charkiw würden die Lage grundlegend ändern." 

"Patriot"-System der Bundeswehr bei einer Übung (Archiv)
"Patriot"-System der Bundeswehr bei einer Übung (Archiv) Bildrechte: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Jens Büttner

Erst vor einem Monat hatte die Nato angekündigt, die Flugabwehr der Ukraine zu stärken.

Selenskyj hatte damals vorgerechnet, dass die Ukraine mindestens sieben davon oder gleichwertige Waffen brauche, um sich schützen zu können.

06:00 Uhr | Sieben weitere Tote bei Charkiw

Bei russischen Raketenangriffen in einem Erholungsgebiet nahe der Stadt Charkiw sollen mindestens sechs Menschen getötet und weitere 27 verletzt worden sein. Charkiws Bürgermeister Ihor Terechow sprach von "Terror gegen friedliche Bewohner" Auch in der nahe gelegenen Stadt Wowtschansk sei ein Zivilist bei einem russischen Angriff getötet worden.

18. Mai 2024: Eine Frau in Charkiw in einem Zentrum für Menschen, die aus der Frontregion etwa 40 Kilometer weiter östlich in Sicherheit gebracht wurden.
18. Mai 2024: Eine Frau in Charkiw in einem Zentrum für Menschen, die aus der Frontregion etwa 40 Kilometer weiter östlich in Sicherheit gebracht wurden. Bildrechte: picture alliance/dpa/Ukrinform

05:00 Uhr | Verletzte in der russischen Region Belgorod 

Bei Angriffen mit ukrainischer Artillerie auf die russische Grenzregion Belgorod sind in der Nacht am Sonntag nach russischen Angaben mindestens elf Menschen verletzt, auch drei Kinder und Jugendliche. nach Angaben der russischen Staatsagentur Tass teilte das Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow mit. Durch Beschuss aus Mehrfachraketenwerfern seien in Schebekino und Rschewka mehrere Wohngebäude beschädigt worden.

03:00 Uhr | Russische Offensive bei Charkiw

Die jüngste Offensive russischer Truppen im Nordosten der Ukraine hat sich nach Darstellung der ukrainischen Führung festgefahren. "Tatsächlich erreicht der Besatzer nicht sein Ziel, unsere Kräfte zu überdehnen und damit die Ukraine auf breiter Front von Charkiw bis zur Region Donezk zu schwächen", sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner jüngsten Videoansprache.

Der Generalstab in Kiew erklärte, die aktuelle Front werde "souverän" verteidigt. Auch weiter südlich, bei Tschassiw Jar in der Region Donezk, seien massive Angriffe der russischen Truppen abgewehrt worden.  

Ukrainische Soldaten berichteten dem britischen Sender Sky News, ihre Einheiten seien bereits mehrere Tage vor Beginn der russischen Offensive in die Region verlegt worden. Ein Artillerie-Kommandeur etwa sagte, man habe die russischen Truppen lange vor dem ersten Ansturm beschossen, wegen Munitionsmangels aber nicht so intensiv wie nötig.

Ukraine-News am Montag, 20. Mai 2024

Guten Morgen! In unseren Ukraine-News halten wir Sie weiterhin über die Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem aktuellen Stand. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen hier im Laufe des Tages.

Die Berichterstattung über den Russland-Ukraine-Krieg ist komplex. Es gibt eine Vielzahl von Medienvertretern vor Ort, darunter auch unabhängige Journalisten aus verschiedenen Ländern. Trotzdem ist wichtig zu wissen, dass die Beschaffung verlässlicher Informationen schwierig ist, weil viele verfügbare Quellen politisch motiviert sein können und schwer zu überprüfen. Dennoch gibt es unabhängige Experten, Organisationen und Journalisten, die differenzierte Einblicke bieten. Bei der Bewertung von Informationen sind verschiedene Quellen und eine kritische Haltung unerlässlich, um ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten. Alles das berücksichtigt der MDR in seinen Berichten über den Russland-Ukraine-Krieg.

Quellen: u.a. AFP, dpa, Reuters, MDR

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL – Das Nachrichtenradio | 20. Mai 2024 | 06:00 Uhr

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