Nach dem Beschuss durch russische Truppen steigt eine Rauchsäule hinter Wohnhäusern auf.
Bereits in den vergangenen Tagen wurden Wohnbereiche in Charkiw mit Granaten attackiert worden. (Archivbild) Bildrechte: picture alliance/dpa/Ukrinform

Ukraine-News Erneut tote Zivilisten nach russischem Angriff auf Region Charkiw

19. Mai 2024, 20:31 Uhr

Diese Ukraine-News vom Sonntag, 19. Mai 2024 sind beendet.

Ukraine-News vom Sonntag, 19. Mai 2024

20:02 Uhr | Selenskyj: Russische Militärs verfehlen Ziele

Die Offensive russischer Truppen im Nordosten der Ukraine hat nach Meinung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ihr Ziel verfehlt. "Tatsächlich erreicht der Besatzer nicht sein Ziel, unsere Kräfte zu überdehnen und damit die Ukraine auf breiter Front von Charkiw bis zur Region Donezk zu schwächen", sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Nach Darstellung der ukrainischen Militärführung ist die russische Offensive in der Region Charkiw nach anfänglichen Gebietseroberungen inzwischen zum Stillstand gekommen. Auch weiter südlich, bei Tschassiw Jar in der Region Donezk, seien schwere Angriffe der russischen Truppen abgewehrt worden.

19:57 Uhr | Verletzte bei ukrainischem Angriff auf russische Region Belgorod

Bei Angriffen ukrainischer Artillerie auf die südrussische Grenzregion Belgorod sind nach offizieller Darstellung mindestens elf Menschen verletzt worden. Das teilte Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow nach Angaben der russischen Staatsagentur Tass mit. Durch den Beschuss aus Mehrfachraketenwerfern seien in den Ortschaften Schebekino und Rschewka mehrere Wohngebäude beschädigt worden.

18:23 Uhr | Selenskyj bittet um Flugabwehrsysteme für Charkiw

Angesichts immer neuer russischer Angriffe auf die Großstadt Charkiw im Nordosten der Ukraine hat Präsident Wolodymyr Selenskyj die Weltgemeinschaft um zwei Patriot-Flugabwehrsysteme zum Schutz der dort lebenden Bevölkerung gebeten. "Die Welt kann den russischen Terror stoppen, doch dazu muss der mangelnde politische Wille der führenden Politiker überwunden werden", schrieb Selenskyj auf Telegram. "Zwei Patriots für Charkiw würden die Lage grundlegend ändern."

18:19 Uhr | Update: Tote und Verletzte bei russischem Angriff auf Region Charkiw

Die Zahl der Todesopfer bei Angriffen auf die nordostukrainische Region Charkiw ist nach Behördenangaben auf insgesamt elf gestiegen. Am Nachmittag seien im Bezirk Kupjansk fünf Zivilisten getötet und neun verletzt worden, teilt Oleh Synjehubow auf Telegram mit. Die russischen Streitkräfte hätten in dem Bezirk zwei Dörfer angegriffen.

Nach einem russischen Raketenangriff in Charkiw im Nordosten der Ukraine sind Rettungskräfte bei der Arbeit in einem Haus zu sehen. 4 min
Bildrechte: picture alliance/dpa/https://photonew.ukrinform.com/ Ukrinform | Not credited

Zuvor wurden aus der Stadt Charkiw mindestens sechs Tote und 27 Verletzte gemeldet. Dort griff das russische Militär dem Bürgermeister von Charkiw, Ihor Terechow, zufolge ein Erholungsheim am Stadtrand an. Terechow sprach von "Terror gegen friedliche Bewohner, gegen unser Recht auf Leben, gegen alles Menschliche und Gerechte".

Der ukrainische Generalstab meldete am Sonntag eine Intensivierung der Kampfhandlungen in der Region Charkiw. Demnach verstärkte Russland seine Angriffe deutlich. Moskau bestreitet, gezielt Zivilisten anzugreifen.

15:12 Uhr | Bericht: Pistorius will Militärhilfen für Ukraine aufstocken

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) fordert einem Bericht zufolge zusätzliche Gelder für die Militärhilfe für die Ukraine aus dem laufenden Haushalt. Wie die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf Regierungskreise berichtete, meldete das Verteidigungsministerium einen Mehrbedarf von 3,8 Milliarden Euro an. Die FDP-Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann forderte weitere Erläuterungen von Pistorius. Bislang stellte die Regierung in diesem Jahr 7,1 Milliarden Euro für die Ukraine-Militärhilfe bereit. Allerdings sei die Summe fast vollständig verplant, nur 300 Millionen Euro seien noch offen für neue Munitions- und Waffenkäufe, zitierte die "Bild am Sonntag" aus Regierungskreisen.

14:48 Uhr | Update: Russland soll über 100 Drohnen und zwölf Raketen abgeschossen haben

Der ukrainische Luftangriff gegen Russland ist nach Angaben aus Moskau noch größer ausgefallen als zunächst gemeldet. Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, dass die Luftabwehr in den vergangenen 24 Stunden 103 ukrainische Drohnen und zwölf von den USA gelieferte ATACMS-Raketen abgeschossen habe. Zuvor hatte das Ministerium davon gesprochen, dass die Ukraine mit neun ATACMS-Raketen die annektierte Halbinsel Krim attackiert und mit mindestens 60 Drohnen russische Regionen angegriffen habe.

11:41 Uhr | Russisches Minensuchtboot zerstört

Die ukrainischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben ein Minensuchboot der russischen Schwarzmeerflotte zerstört. Dabei handele es sich um ein Schiff vom Typ Kowrowez, teilt die ukrainische Marine auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Es sei in der Nacht auf Sonntag zerstört worden.

10:37 Uhr | Ölraffinerie in Krasnodar getroffen

Russland meldet erneut einen großen Luftangriff der Ukraine. Dabei wurde örtlichen Behörden zufolge am Sonntag eine Ölraffinerie in der südrussischen Schwarzmeer-Region Krasnodar getroffen. Sechs Drohnen seien in dem Werksgelände in der Stadt Slawjansk eingeschlagen. Laut der Nachrichtenagentur Interfax stellte die Raffinerie daraufhin den Betrieb zunächst ein. Es sei aber kein Feuer ausgebrochen, meldete die staatliche Agentur Tass.

09:05 Uhr | Update: Russland überzieht Ukraine mit Drohnenangriffen

Die Ukraine meldet die erfolgreiche Abwehr eines größeren russischen Luftangriffs. Russland habe in der Nacht mit 37 Angriffsdrohnen die Regionen Kiew, Odessa, Mykolajiw, Sumy, Winnyzja, Schytomy, Tscherkassy und Cherson attackiert, teilt die ukrainische Luftwaffe mit. Alle Drohnen vom iranischen Typ Schahed seien von der Luftabwehr abgeschossen worden. Das Militär sprach dabei von einer "Luftabwehrschlacht".

08:23 Uhr | Russland wehrt ukrainische Angriffe ab

Russland hat nach eigenen Angaben in der Nacht zum Sonntag über der russisch besetzten Schwarzmeerhalbinsel Krim neun Raketen vom US-Typ ATACMS abgefangen. Zudem sei dort eine feindliche Drohne abgeschossen worden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau am Sonntagmorgen auf Telegram mit. 

Drei weitere Drohnen seien über dem grenznahen russischen Gebiet Belgorod abgefangen und zerstört worden und weitere 57 über der Region Krasnodar, hieß es. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig prüfen.

07:58 Uhr | Polen steckt Milliarden in Grenzsicherung im Osten

Das Nato-Mitglied Polen will mit Milliardensummen seine Ostgrenze besser sichern. Ministerpräsident Donald Tusk kündigte dazu Investitionen im Umfang von zehn Milliarden Zloty (mehr als 2,3 Milliarden Euro) an. Die Nachrichtenagentur PAP zitierte den ehemaligen EU-Ratspräsidenten am Samstag mit den Worten: "Wir haben den Entschluss gefasst, zehn Milliarden Zloty in unsere Sicherheit, vor allem in eine sichere Ostgrenze zu investieren. Wir beginnen ein großes Projekt zum Aufbau einer sicheren Grenze, einschließlich Befestigungsanlagen und Umgestaltung des Geländes und der Umwelt, damit diese Grenze nicht mehr als Einfallstor für einen potenziellen Feind dienen kann." Die Arbeiten an dem Projekt namens "Schutzschild Ost" hätten bereits begonnen.

07:20 Uhr | Bericht: Angeblich russischer Kampfjet abgeschossen

Die ukrainische Flugabwehr hat nach eigenen Angaben einen weiteren russischen Kampfjet vom Typ Suchoi Su-25 in der Region Donezk im Osten des Landes abgeschossen. Dies sei bereits die vierte abgeschossene Maschine dieses Typs innerhalb von zwei Wochen, teilte die für diese Region zuständige Einheit auf Facebook mit.

Nach einer inoffiziellen Statistik der ukrainischen Militärführung hat Russland damit bereits 355 Flugzeuge seit Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine verloren. Die Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden.

03:00 Uhr | Russland überzieht Ukraine mit Drohnenangriffen – Explosionen auf Krim

Russland hat die Ukraine in der Nacht zum Sonntag erneut mit massiven Drohnenangriffen überzogen. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe waren unter anderem die Gebiete Kiew, Sumy, Winnyzja, Tscherkassy, Mykolajiw und Odessa betroffen. Berichten zufolge waren an zahlreichen Orten Explosionen zu hören. In weiten Teilen des Landes hatte es zuvor Luftalarm gegeben. Über Schäden oder Opfer war zunächst nichts bekannt.

Auch auf der russisch besetzten Schwarzmeerhalbinsel Krim gab es Berichten zufolge in der Nacht Explosionen. Die Luftabwehr in Sewastopol habe einen Raketenangriff abgewehrt, teilte der von Moskau eingesetzte Krim-Gouverneur Michail Raswoschajew auf seinem Telegram-Kanal mit. Nach Angaben des Rettungsdienstes von Sewastopol seien aber keine Schäden an der zivilen Infrastruktur gemeldet worden, so Raswoschajew. Die Angaben beider Seiten ließen sich zunächst nicht unabhängig prüfen.

00:50 Uhr | Russischer Beschuss trifft Zivilisten in der Region Charkiw

Ukrainischen Angaben zufolge sind in zwei Städten der nordöstlichen Region Charkiw Zivilisten beschossen worden. Die ukrainische Staatsanwaltschaft erklärte, sie untersuche den russischen Luftangriff auf ein Wohngebiet in der Regionalhauptstadt Charkiw als mögliches Kriegsverbrechen. Sechs Zivilisten, darunter drei Jugendliche, wurden dabei verletzt. Moskau bestreitet, gezielt Zivilisten anzugreifen.

00:00 Uhr | Ukraine-News am Sonntag, 19. Mai 2024

Guten Morgen! In unseren Ukraine-News halten wir Sie weiterhin über die Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem aktuellen Stand. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen hier im Laufe des Tages.

Die Berichterstattung über den Russland-Ukraine-Krieg ist komplex. Es gibt eine Vielzahl von Medienvertretern vor Ort, darunter auch unabhängige Journalisten aus verschiedenen Ländern. Trotzdem ist wichtig zu wissen, dass die Beschaffung verlässlicher Informationen schwierig ist, weil viele verfügbare Quellen politisch motiviert sein können und schwer zu überprüfen. Dennoch gibt es unabhängige Experten, Organisationen und Journalisten, die differenzierte Einblicke bieten. Bei der Bewertung von Informationen sind verschiedene Quellen und eine kritische Haltung unerlässlich, um ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten. Alles das berücksichtigt der MDR in seinen Berichten über den Russland-Ukraine-Krieg.

Quellen: u.a. AFP, dpa, Reuters, MDR

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 19. Mai 2024 | 06:00 Uhr

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