Geschlossenes Tor am Grenzübergang Raja-Jooseppi zwischen Finnland und Russland
Raja-Jooseppi in Lappland bleibt vorerst der letzte für Fahrzeuge geöffnete Grezübergang zwischen Finnland und Russland. Bildrechte: IMAGO / Lehtikuva

Ukraine-News Finnland schließt drei weitere Grenzübergänge zu Russland

24. November 2023, 21:50 Uhr

Diese Ukraine-News vom Freitag, 24. November 2023, sind beendet.

Die Ukraine-News vom 24. November 2023

21:50 Uhr | Selenskyj wechselt mehrere Generäle der Nationalgarde aus

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat per Erlass mehrere hochrangige Generäle der Nationalgarde entlassen. Als hochrangigster Offizier musste der erste stellvertretende Chef der Nationalgarde, Generalleutnant Wolodymyr Kondratjuk, gehen, wie aus den am Freitag veröffentlichten Präsidialerlassen hervorgeht. Daneben traf es drei weitere Stellvertreter, Generalleutnant Olexandr Nabok, und die beiden Generalmajore Oleh Sachon und Mykola Mykolenka.

Bis auf Sachon waren alle Generäle schon vor dem Krieg im Amt. Die Hintergründe der Umbesetzungen in der Führung der Nationalgarde sind noch nicht bekannt. Erst vor wenigen Monaten hatte Selenskyj den Chef der Behörde ausgetauscht und mit Olexandr Piwnenko einen kampferfahrenen Offizier an die Spitze gesetzt.

20:24 Uhr | Kiew verspricht Wehrpflichtigen Entlassung aus den Streitkräften

Trotz des anhaltenden russischen Angriffskriegs will die ukrainische Führung Soldaten am Ende ihrer Pflichtwehrdienstzeit aus den Streitkräften entlassen. In der Generalstabssitzung seien schwere Fragen der Mobilmachung, Demobilisierung und Rotation angesprochen worden, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner täglichen Videobotschaft.

Es gehe um Wehrpflichtige, die noch vor Beginn des Kriegs eingezogen worden seien. Laut dem Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrats der Ukraine, Olexij Danilow, hat Selenskyj die Militärführung darum gebeten, diese Soldaten zu demobilisieren. Während Danilow erklärte, die Entlassungen sollten schon in nächster Zeit beginnen, hielt sich Selenskyj selbst deutlich bedeckter. In der nächsten Woche soll demnach erst einmal ein konkreter Plan zur Mobilmachung vorgestellt werden.

18:07 Uhr | Tausende Ukrainer seit Sommer aus Russland heimgekehrt

Aus russischem Gebiet sind nach Angaben aus Kiew seit dem Sommer mehr als 13.500 geflüchtete Ukrainerinnen und Ukrainer heimgekehrt. Sie seien nach der Öffnung eines einzigen Grenzübergangs durch Russland durch einen humanitären Korridor in der ostukrainischen Region Sumy zurück ins Land gekommen, teilte das für die besetzten Gebiete zuständige ukrainische Ministerium am Freitag in Kiew mit. Unter ihnen seien 1.653 Kinder gewesen.

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Für die Heimkehrer wurde den Angaben zufolge ein Willkommenszentrum eingerichtet. Außerdem werde an einer Erstaufnahme-Unterkunft für 150 Menschen gearbeitet. Nach dem Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine im Februar 2022 waren tausende Ukrainer auf russisches Gebiet geflohen.

14:52 Uhr | Ukrainische Vizeregierungschefin warnt vor Kriegsmüdigkeit in Europa

Die ukrainische Vizeregierungschefin Olha Stefanischyna hat vor einer wachsenden Kriegsmüdigkeit der europäischen Länder gewarnt.

An dem Willen der Ukraine, sich gegen den russischen Angriffskrieg zu wehren, habe sich in mehr als 600 Tagen nichts geändert. "Unsere Entschlossenheit ist gleich geblieben", sagte die für europäische und euro-atlantische Integration zuständige Politikerin am Freitag in Berlin. Auf ihrer Reise durch mehrere EU-Staaten habe sie zu hören bekommen, dass der Krieg zu lange dauere.

14:43 Uhr | Ukraine meldet neue russische Angriffswelle auf Awdijiwka

Die russische Armee hat nach Angaben der ukrainischen Behörden die mittlerweile dritte Angriffswelle auf die Stadt Awdijiwka gestartet. "Die dritte Welle hat begonnen", erklärte Bürgermeister Vitaly Barabasch im ukrainischen Fernsehen. "Sie greifen von allen Seiten an, setzen viel Infanterie ein", das Zentrum der Industriestadt werde systematisch bombardiert. Bis auf eine Zufahrtstraße ist die Stadt in der Region Donezk seit mehr als einem Monat fast komplett von russischen Truppen umstellt. Sie wird unaufhörlich von der russischen Armee angegriffen, die seit Monaten versucht, die Stadt unter ihre Kontrolle zu bringen.

Nach Angaben der Ukraine will Russland vor allem eine große Kokerei einnehmen. Die ukrainischen Truppen haben sich hinter soliden Befestigungsanlagen verschanzt, mussten aber zuletzt einige Gebietsverluste einräumen.

Der frühere NATO-General und Generalleutnant a.D. Erhard Bühler 61 min
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10:18 Uhr | Finnland schließt drei weitere Grenzübergänge zu Russland

Finnland hat drei weitere Grenzübergänge nach Russland geschlossen. Wie der Grenzschutz des Landes mitteilte, stellten am Vortag auch die Übergänge in Salla, Kuusamo und Vartius ihren Betrieb ein. Gemäß dem Beschluss der Regierung würden sie mindestens bis kurz vor Weihnachten geschlossen bleiben. Die finnische Regierung hatte zuvor bekannt gegeben, dass ab Freitag für Fahrzeuge nur noch der Übergang Raja-Jooseppi in Lappland nördlich des Polarkreises geöffnet werde. Die Regelung gelte bis 23. Dezember.

Der finnische Grenzschutz registrierte in den vergangenen Wochen eine sprunghaft gestiegene Zahl von Menschen vorwiegend aus dem Nahen Osten, die ohne die erforderlichen Papiere mit Fahrrädern aus Russland einreisten und in Finnland Asyl beantragten. Nach Regierungsangaben waren es seit Anfang August etwa 700.

09:39 Uhr | Blockade an Polens Grenzübergängen zur Ukraine weitet sich aus

In Polen haben sich Landwirte den Protesten von Transportunternehmern angeschlossen und einen weiteren Grenzübergang zum Nachbarland Ukraine blockiert. Wie die Agentur PAP berichtete, begannen die Bauern mit der Blockade des Grenzübergangs Medyka für den Güterverkehr. Sie fordern unter anderem staatliche Subventionen für den Kauf von Mais und die Beibehaltung von Liquiditätskrediten. Die polnischen Transportunternehmer protestieren gegen die billige Konkurrenz aus der Ukraine, die sie für den Einbruch ihres Geschäfts verantwortlich machen.

08:25 Uhr | Russland meldet Abschuss von 16 ukrainischen Drohnen über Krim und Südrussland

Russland hat nach eigenen Angaben 16 ukrainische Drohnen über dem Süden des Landes und über der Halbinsel Krim zerstört. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, in der Nacht zum Freitag sei "ein Versuch des Regimes in Kiew" vereitelt worden, mit Drohnen "einen terroristischen Angriff auf das Territorium der Russischen Föderation zu verüben". Die Luftabwehrsysteme hätten 16 Drohnen zerstört, 13 davon über der Krim und drei über dem Territorium der Region Wolgograd im Süden Russlands. Unabhängig überprüfen ließen sich die Angaben zunächst nicht.

Tor-M2 russisches Kurzstrecken-Flugabwehrraketen-System
Russisches Kurzstrecken-Flugabwehrraketen-System Tor-M2 im Einsatz (Archivbild). Bildrechte: IMAGO / ITAR-TASS

Im Zuge der im Juni gestarteten ukrainischen Gegenoffensive haben Angriffe auf russisches Territorium in den vergangenen Monaten zugenommen. Auch die 2014 von Russland annektierte Halbinsel Krim wird immer wieder ins Visier genommen. Sie ist der Haupthafen der russischen Schwarzmeerflotte und wichtig für die Versorgung der russischen Truppen im Süden und Osten des russisch-ukrainischen Kriegsschauplatzes.

00:00 Uhr | Ukraine-News am Freitag, 24. November 2023

Guten Morgen! In unseren Ukraine-News halten wir Sie weiterhin über die Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem aktuellen Stand. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen hier im Lauf des Tages.

Berichterstattung zum Ukraine-Krieg

Die Berichterstattung aus der Ukraine ist schwierig, da wegen der Kämpfe nur wenige unabhängige Medienvertreter vor Ort sind. Informationen kommen vor allem von der ukrainischen Regierung und dem Verteidigungsministerium aus Russland, die allerdings kaum überprüft werden können.

Was tun, Herr General? - Der Podcast zum Ukraine-Krieg

Der frühere NATO-General und Generalleutnant a.D. Erhard Bühler
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Quellen: u.a. AFP, dpa, Reuters, MDR

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 24. November 2023 | 09:45 Uhr

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