Selbstfahrender Mörser Nona-SVK der der russischen Streitkräfte an der Awdejewka-Front
Ein selbstfahrender Mörser Nona-SVK der russischen Streitkräfte an der Awdijiwka-Front (Themen-Archivbild von Mitte April 2024). Bildrechte: IMAGO / ITAR-TASS

Ukraine-News Russische Truppen erzielen tiefen Fronteinbruch nordwestlich von Awdijiwka

28. April 2024, 18:23 Uhr

Diese Ukraine-News vom 28. April sind beendet.

Aktueller Ticker:

18:23 Uhr | Ukraine und USA bereiten Sicherheitsabkommen vor

Die Ukraine und die USA bereiten nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ein bilaterales Sicherheitsabkommen vor. "Wir arbeiten bereits an einem konkreten Text", sagte Selenskyj am Sonntag in seiner abendlichen Videoansprache. Ziel sei, daraus das stärkste von allen Sicherheitsabkommen zu machen. Kiew hat in den vergangenen Monaten bereits eine Reihe von Sicherheitsabkommen mit verschiedenen europäischen Staaten geschlossen. Selenskyj machte keine Angaben dazu, wann das Sicherheitsabkommen zwischen Kiew und Washington unterzeichnet werden soll.

"Wir arbeiten auch an der Festlegung spezifischer Unterstützungsniveaus für dieses Jahr und für die nächsten zehn Jahre», umriss Selenskyj das mit Washington geplante Abkommen. Dazu gehörten bewaffnete Unterstützung, finanzielle Unterstützung, politische Unterstützung sowie Unterstützung für die gemeinsame Waffenproduktion. Das Abkommen solle beispielhaft sein und die Stärke der amerikanischen Führung spiegeln."

17:37 Uhr | Ukraine räumt "taktische Erfolge" Russlands ein

Der ukrainische Armeechef Oleksandr Syrsky hat "taktische Erfolge" Russlands eingeräumt. Die Situation an der Front habe sich verschlechtert, erklärte Syrsky am Sonntag im Onlinedienst Facebook. Die ukrainischen Soldaten hätten sich in einigen Gebieten auf neue Verteidigungslinien weiter westlich "zurückgezogen", schrieb er und räumte damit Gebietsgewinne der vorrückenden russischen Armee ein. "Der Feind hat seine Hauptanstrengungen auf mehrere Sektoren konzentriert und dadurch einen bedeutenden Vorteil an Kräften und Mitteln geschaffen", fuhr Syrsky fort. Russland habe "taktische Erfolge in einigen Sektoren" errungen.

Das russische Verteidigungsministerium hatte zuvor am selben Tag die Einnahme eines weiteren ostukrainischen Dorfes rund zehn Kilometer nordwestlich der Stadt Awdijiwka gemeldet. Die Stadt Awdijiwka in der ostukrainischen Region Donezk hatte Russland im Februar nach langen Kämpfen vollständig unter seine Kontrolle gebracht.

15:42 Uhr | Kämpfe in der Ostukraine werden intensiver

Die Kämpfe im Osten der Ukraine werden nach Aussage des Generalobersts der ukrainischen Armee intensiver. Die ukrainischen Truppen seien an drei Stellungen zurückgefallen, teilte Olexander Syrskij auf Telegram mit. Die Soldaten hätten westlich der Orte Berdytschi, Semeniwka und Nowomychailiwka neue Stellungen bezogen.

14:51 Uhr | Russland stellt Marder und Leopard 2 in Moskau als Kriegstrophäen aus

Bei einer Ausstellung erbeuteter Kriegstrophäen präsentiert Russland in Moskau auch einen deutschen Leopard-2-Panzer und einen Marder-Schützenpanzer. Im Park Pobedy (Deutsch: Park des Sieges) fanden sich am Sonntag schon vor der Eröffnung der Ausstellung am 1. Mai viele schaulustige Moskauer ein, um sich die von bewaffneten Soldaten bewachte westliche Kampftechnik anzuschauen.

Die Schau steht unter dem Titel "Geschichte wiederholt sich. Unser Sieg ist unausweichlich" und wurde anlässlich der Feier zum 9. Mai organisiert. An diesem Tag feiert Russland den Sieg der Sowjetunion über Nazideutschland. Dann gibt es auf dem Roten Platz in Moskau auch die größte Militärparade des Landes mit tausenden Soldaten, Panzertechnik, Raketen und einer Rede des russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Ein erbeuteter deutscher Leopard-2-Kampfpanzer bei einer Schau zu Kriegstrophäen im Park Pobedy in Moskau
Bei einer Ausstellung in Moskau stellt Moskau ab dem 1. Mai erbeutetes Kriegsgerät zur Schau. Darunter befindet sich auch ein deutscher Leopard-2-Panzer. Bildrechte: picture alliance/dpa/Ulf Mauder

14:19 Uhr | Kreml warnt Westen vor Enteignung russischer Vermögen

Russland warnt den Westen vor einer Enteignung beschlagnahmter russischer Vermögenswerte und droht mit Gegenmaßnahmen. Kremlsprecher Dmitri Peskow nannte zwar keine Details, verwies jedoch darauf, dass es auch in Russland ausländisches Vermögen gebe. Auch juristisch habe Russland für den Fall einer Enteignung gute Karten, sagte Peskow in einem Interview für das Fernsehmagazin "Moskau. Kreml. Putin". Zudem gab der Kremlsprecher zu bedenken, dass der Westen das Vertrauen anderer ausländischer Investoren verlieren könnte, wenn das russische Vermögen angetastet wird.

Wegen des Ukraine-Kriegs sind in der EU und in anderen westlichen Staaten Vermögen der russischen Nationalbank in Höhe von hunderten Milliarden Euro eingefroren. Debattiert wird, wie dieses Geld der Ukraine zugute kommen könnte. Ein EU-Vorschlag lautet, nicht das Vermögen, sondern die laufenden Erträge daraus der Ukraine zu übertragen. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, drohte eine harte Antwort auf einen "westlichen Diebstahl" an.

13:54 Uhr | Russen nehmen weiteren Ort bei Otscheretyne ein

Das russische Militär hat nach eigenen Angaben in der Nähe von Otscheretyne auch den Ort Nowobachmutiwka eingenommen. Das berichtete die Agentur Interfax unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Moskau. Beide Orte liegen nordwestlich von Awdijiwka in der Region Donezk. Außerdem seien eine Reihe ukrainischer Angriffe in der Nähe von Tschasiw Jar abgewehrt worden, hieß es.

09:48 Uhr | Russland meldet Abschuss von 17 ukrainischen Drohnen

Die russischen Streitkräfte haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau in den westlichen Regionen Russlands 17 ukrainische Drohnen abgeschossen. Demnach wurden die meisten Drohnen in den an die Ukraine grenzenden Regionen abgeschossen. Neun seien in Brjansk, drei in Kursk und zwei in Belgorod zerstört worden. Drei weitere Drohnen wurden dem Ministerium zufolge in der Region Kaluga südlich von Moskau vernichtet. Der Gouverneur der Region, Wladislaw Schapscha, erklärte, der Angriff habe einem Öllager nahe der Stadt Ljudinowo gegolten. Die Drohnen seien in der Nähe der Tanks niedergegangen. Es habe keine Verletzten oder Schäden gegeben.

09:36 Uhr | Hotel in Mykolajiw durch Drohnenangriff beschädigt

Bei einem russischen Drohnenangriff auf die südukrainische Stadt Mykolajiw ist nach Angaben der örtlichen Behörden ein Hotel stark beschädigt worden. Es habe keine Opfer gegeben, und das durch den Angriff ausgebrochene Feuer sei rasch gelöscht worden, teilte der Gouverneur der Region Mykolajiw, Witalij Kim, auf Telegram mit. Die russische staatliche Nachrichtenagentur RIA meldete unter Berufung auf russische Untergrundkämpfer in der Region Mykolajiw, in dem Hotel seien Söldner aus dem englischsprachigen Raum untergebracht gewesen.

08:48 Uhr | Russische Truppen erzielen tiefen Fronteinbruch nordwestlich von Awdijiwka

Die russischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben nach der Einnahme mehrerer Orte im Umland des wichtigen Schlüsselorts Otscheretyne nordwestlich von Awdijiwka einen tiefen Einbruch in die ukrainische Verteidigung erzielt, der ständig ausgeweitet werde. Auch ukrainische Medien bestätigten am Samstagabend, dass die Russen sich in dem auf einem Höhenkamm gelegenen Otscheretyne festgesetzt haben. Zudem hätten sie auch das Dorf Berdytschi in der südlichen Flanke Otscheretynes erobert. Der ukrainische Oberkommandierende Olexander Syrskyj hatte die operativ-strategische Lage an der Front zuvor als schwierig bezeichnet. Die Situation habe die Tendenz, sich zu verschlechtern, teilte er am Samstagabend im Nachrichtenkanal Telegram mit.

Zuvor hatten auch westliche Militärexperten den russischen Truppen taktische Erfolge bescheinigt. Die US-Zeitschrift "Forbes" beschrieb die Lage der ukrainischen Streitkräfte im Raum Otscheretyne am Freitag als verzweifelt. Die Russen würden sich beeilen, ständig neue Truppen in den Durchbruch einzuführen. Es sei eine "ausgemachte Sache", dass die Ukrainer einige Dörfer rund um Otscheretyne verlieren würden. Zudem bestehe das Risiko eines Rückzugs samt des Verlusts von Dutzenden Quadratkilometern. Dabei bestehe die Gefahr weiterer Frontdurchbrüche.

Ukrainische Soldaten fahren in einem gepanzerten Fahrzeug in der Nähe der Frontstadt Tschassiw Jar. Die Stadt Tschassiw Jar steht weiterhin unter schwerem Beschuss durch russische Stellungen außerhalb der Stadt. 5 min
Bildrechte: picture alliance/dpa/ZUMA Press Wire | Madeleine Kelly

07:12 Uhr | Selenskyj beklagt Angriffe auf Gastransitnetz

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den russischen Streitkräften in seiner am Samstagabend verbreiteten Videobotschaft vorgeworfen, Objekte des Gastransitsystems in die Europäische Union angegriffen zu haben. Zuvor hatte auch der staatliche ukrainische Gaskonzern Naftogaz russische Attacken gegen das Durchleitungsnetz beklagt, ohne Details zu nennen.

Trotz des Kriegs in der Ukraine fließt noch immer russisches Gas in die EU, wenn auch in deutlich geringeren Mengen. Naftogas hatte zuletzt erklärt, ab 2025 kein Gas mehr durchzuleiten. Die derzeitigen Verträge laufen Ende des Jahres aus. Empfänger sind vor allem Länder ohne Zugang zum Meer, die nicht auf Flüssigerdgas (LNG) umstellen können. Russische Quellen hatten zuvor mehrfach gemeldet, die russischen Luftangriffe hätten vor allem dem größten Gasspeicher Europas nahe dem westukrainischen Stryj (Oblast Lwiw/Lemberg) gegolten, wo die Ukraine im großen Stil russisches Erdgas eingelagert habe.

00:00 Uhr | Ukraine-News am Sonntag, 28. April 2024

Guten Morgen! In unseren Ukraine-News halten wir Sie weiterhin über die Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem aktuellen Stand. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen hier im Laufe des Tages.

Die Berichterstattung über den Russland-Ukraine-Krieg ist komplex. Es gibt eine Vielzahl von Medienvertretern vor Ort, darunter auch unabhängige Journalisten aus verschiedenen Ländern. Trotzdem ist wichtig zu wissen, dass die Beschaffung verlässlicher Informationen schwierig ist, weil viele verfügbare Quellen politisch motiviert sein können und schwer zu überprüfen. Dennoch gibt es unabhängige Experten, Organisationen und Journalisten, die differenzierte Einblicke bieten. Bei der Bewertung von Informationen sind verschiedene Quellen und eine kritische Haltung unerlässlich, um ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten. Alles das berücksichtigt der MDR in seinen Berichten über den Russland-Ukraine-Krieg.

Quellen: u.a. AFP, dpa, Reuters, MDR

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 28. April 2024 | 06:00 Uhr

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