Handyaufnahme des Absturzes
Den Behörden zufolge ist Charkiws 240 Meter hoher Fernsehturm Ziel eines russischen Luftangriffes gewesen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ukraine-News 240 Meter hoher Fernsehturm in Charkiw nach russischen Angriff zerstört

22. April 2024, 20:52 Uhr

20:52 Uhr | Biden stellt Selenskyj schnelle Lieferung der neuen Militärhilfen in Aussicht

US-Präsident Joe Biden hat seinem ukrainischen Kollegen Wolodymyr Selenskyj die rasche Lieferung der neuen Militärhilfen in Aussicht gestellt. In einem Telefonat zwei Tage nach Billigung der Milliardenhilfen für die Ukraine durch das US-Repräsentantenhaus sagte Biden dem ukrainischen Staatschef, dass die USA "schnell neue bedeutsame Sicherheitsbeistandspakete liefern" würden, wie das Weiße Haus mitteilte. Diese neuen Hilfen für den Kampf der ukrainischen Streitkräfte gegen die russischen Angriffstruppen sowie für die ukrainische Luftabwehr sollten geliefert werden, sobald auch der US-Senat den Ukraine-Hilfen zugestimmt und er die Gesetzesvorlage unterzeichnet habe, sagte der US-Präsident den Angaben zufolge.

Update 20:40 Uhr | Fernsehturm in Charkiw nach Angriff eingestürzt

Ein Fernsehturm in der ukrainischen Stadt Charkiw ist eingestürzt, nachdem die Behörden zuvor einen russischen Angriff gemeldet hatten. Ein AFP-Journalist beobachtete den Einsturz des Gebäudes am Montag. Der Gouverneur von Charkiw, Oleh Synegubow, erklärte in einem Onlinedienst, Russland habe eine "Einrichtung der Fernsehinfrastruktur" getroffen. Die Mitarbeiter brachten sich seinen Angaben zufolge während des Alarms in Sicherheit, Opfer gab es demnach keine. Es habe "Unterbrechungen des Signals für digitales Fernsehen" gegeben, erklärte Synegubow weiter. Auf Fotos und Videos war zu sehen, wie der Turm einstürzt und Rauch aufsteigt.

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Handyaufnahme des Absturzes 1 min
Den Behörden zufolge sei der 240 Meter hohe Fernsehturm Ziel eines russischen Luftangriffes gewesen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Der Fernsehturm von Charkiw im Nordosten der Ukraine ist in zwei gebrochen und zu Boden gefallen. Den Behörden zufolge sei der 240 Meter hohe Fernsehturm Ziel eines russischen Luftangriffes gewesen.

Mo 22.04.2024 20:22Uhr 00:31 min

https://www.mdr.de/nachrichten/welt/osteuropa/video-ukraine-charkiw-fernsehturm-explosion-abgestuerzt-russland-krieg100.html

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In der ostukrainischen Stadt Charkiw nahe der russischen Grenze lebten vor dem Krieg 1,4 Millionen Menschen. Sie wurde in den vergangenen Wochen verstärkt von russischen Truppen angegriffen. Angriffe auf Energieeinrichtungen hatten Ende März zu massiven Stromausfällen geführt.   

Update 18:49 Uhr | Bundesregierung fordert von anderen EU-Staaten Flugabwehr für Ukraine

Die Bundesregierung hat bei einem EU-Treffen in Luxemburg mit Nachdruck für die deutsche Initiative zur Lieferung zusätzlicher Flugabwehrsysteme an die Ukraine geworben. "Wir von deutscher Seite appellieren eindringlich, dass jeder noch einmal in seine Bestände schaut und sichtet, wie die Luftverteidigungsunterstützung ausgebaut werden kann", sagte Außenministerin Annalena Baerbock. Russland greife gezielt auch die zivile Infrastruktur an.

Verteidigungsstaatssekretärin Siemtje Möller erklärte, die aktuelle Lage mache deutlich, dass die Ukraine mehr Schutz brauche. Im besten Fall könnten künftig Luftangriffe aus weiterer Distanz abgewehrt werden. Der per Videokonferenz zugeschaltete ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba forderte die in Luxemburg versammelten Kolleginnen und Kollegen der EU-Staaten auf, nicht zu debattieren, sondern zu handeln. "Wenn wir gemeinsam und ohne Angst agieren, können wir die schlimmsten Szenarien verhindern", sagte er.

Konkrete Zusagen für weitere Lieferungen des Luftabwehr-Systems Patriot hat die Ukraine aber nicht erhalten. Die Außenminister der 27 EU-Mitgliedstaaten erklären bei ihrem Treffen in Brüssel lediglich, sie würden prüfen, wie die Luftabwehr der Ukraine gestärkt werden könne.

18:42 Uhr | Hamburgs Regierungschef Tschentscher sichert Ukraine Solidarität zu

Bei einem Besuch in der ukrainischen Hauptstadt Kiew hat Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) den Menschen dort Solidarität zugesichert. "Unsere Unterstützung in der Krise muss fortgeführt werden, bis der Krieg beendet ist und der Wiederaufbau beginnen kann", erklärte Tschentscher. Mit Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko sprach er über Hilfsprojekte. Tschentscher übergab drei Busse der Hamburger Hochbahn. Sechs weitere Busse der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein stehen demnach ebenfalls für den rund 1.800 Kilometer langen Weg nach Kiew bereit.

16:56 Uhr | Moskau: Russische Armee erobert weiteres ostukrainisches Dorf

Die russischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben in der Ostukraine ein weiteres Dorf erobert. Es handele sich dabei um den Ort Nowomychajliwka im Donezker Gebiet, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau am Montag mit. Damit sei die taktische Lage verbessert worden. Nowomychaliwka befindet sich gut 20 Kilometer südwestlich von der unter russischer Kontrolle stehenden Gebietshauptstadt Donezk entfernt. Von ukrainischer Seite wurde die Eroberung nicht bestätigt. Im Generalstabsbericht war von zurückgeschlagenen Angriffen die Rede. Ukrainische Militärbeobachter hatten den Ort aber bereits in der Nacht als russisch kontrolliert gekennzeichnet.

12:09 Uhr | Kreml: US-Waffenhilfe wird Lage an der Front nicht ändern

Das vom US-Repäsentantenhaus genehmigte militärische Hilfspaket für die Ukraine wird nach Darstellung des Kremls keine grundsätzliche Änderung auf dem Schlachtfeld herbeiführen. Die russischen Einheiten seien derzeit auf dem Vormarsch, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Nachrichtenagentur Interfax zufolge. "Natürlich führen die bereitgestellten Gelder und die Waffen, die von diesem Geld geliefert werden, nicht zu einer Änderung dieser Dynamik."

Stattdessen würden sie zu mehr Opfern unter den Ukrainern und zu einer größeren Zerstörung führen, sagte er. Peskow warf den USA vor, sich an der Waffenhilfe für die Ukraine zu bereichern.

Das Repräsentantenhaus hatte am Wochenende ein Hilfspaket über 61 Milliarden Dollar (57 Milliarden Euro) an die Ukraine verabschiedet. 

09:17 Uhr | Duma-Vorsitzender fordert Beschlagnahmung westlicher Vermögenswerte

Der russische Unterhaus-Vorsitzende und enge Verbündete von Präsident Wladimir Putin, Wjatscheslaw Wolodin, droht mit der Beschlagnahme westlicher Vermögenswerte in seinem Land. Washington habe "ein Gesetz zur Konfiszierung russischen Vermögens verabschiedet, um die EU zu provozieren, denselben Schritt zu unternehmen, der verheerende Folgen für die europäische Wirtschaft haben wird", sagte der Duma-Vorsitzende. "Unser Land hat jetzt allen Grund, symmetrische Entscheidungen in Bezug auf Auslandsvermögen zu treffen."

Wolodin erklärte, dass im Ausland russische Vermögenswerte im Volumen von 280 Milliarden Dollar eingefroren seien. Nur ein Anteil von fünf bis sechs Milliarden Dollar befände sich in den USA, in der Europäischen Union seien es 210 Milliarden Euro (224 Milliarden Dollar).

US-Medienberichten zufolge hat das Repräsentantenhaus für ein Gesetz gestimmt, das es der Regierung von Präsident Joe Biden ermöglichen würde, bei US-Banken geparkte russische Vermögenswerte in Milliardenhöhe zu beschlagnahmen und sie in die Ukraine für den Wiederaufbau zu transferieren.

06:00 Uhr | Weltweite Militärausgaben erreichen neuen Rekordwert

Die globalen Militärausgaben sind 2023 nach einem vom Friedensforschungsinstitut Sipri veröffentlichten Bericht auf 2.443 Milliarden US-Dollar gestiegen, ein neuer Rekordwert. Im Vergleich zum Vorjahr seien die Ausgaben um 6,8 Prozent gewachsen. "Der beispiellose Anstieg der Militärausgaben ist eine direkte Reaktion auf die weltweite Verschlechterung von Frieden und Sicherheit", sagte Sipri-Experte Nan Tian. Indem die Staaten militärische Stärke priorisierten, riskierten sie eine "Aktions-Reaktions-Spirale".

Laut dem Bericht bleiben die USA mit 916 Milliarden US-Dollar das Land mit den größten Militärausgaben. Auf Platz zwei steht China (etwa 296 Milliarden US-Dollar), gefolgt von Russland (schätzungsweise 109 Milliarden US-Dollar).

04:30 Uhr | Union stellt Antrag auf Importverbot für russische Agrarprodukte

Die Unionsfraktion im Bundestag fordert strengere Sanktionen gegen Russland und Belarus bei Agrarprodukten. "Wir sind in Deutschland und Europa nicht auf russisches Getreide angewiesen", sagte der agrarpolitische Sprecher der Fraktion, Albert Stegemann (CDU). Mit Exporten finanziere Präsident Wladimir Putin nur seine Kriegswirtschaft. Höhere Zölle auf russisches Getreide reichten deshalb nicht aus.

In einem Bundestags-Antrag will sich die Union für ein "vollumfängliches Importverbot auf alle Agrargüter und Lebensmittel aus Russland und Belarus" einsetzen.

00:00 Uhr | Ukraine-News am Montag, 22. April 2024

Guten Morgen! In unseren Ukraine-News halten wir Sie weiterhin über die Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem aktuellen Stand. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen hier im Laufe des Tages.

Die Berichterstattung über den Russland-Ukraine-Krieg ist komplex. Es gibt eine Vielzahl von Medienvertretern vor Ort, darunter auch unabhängige Journalisten aus verschiedenen Ländern. Trotzdem ist wichtig zu wissen, dass die Beschaffung verlässlicher Informationen schwierig ist, weil viele verfügbare Quellen politisch motiviert sein können und schwer zu überprüfen. Dennoch gibt es unabhängige Experten, Organisationen und Journalisten, die differenzierte Einblicke bieten. Bei der Bewertung von Informationen sind verschiedene Quellen und eine kritische Haltung unerlässlich, um ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten. Alles das berücksichtigt der MDR in seinen Berichten über den Russland-Ukraine-Krieg.

Quellen: u.a. AFP, dpa, Reuters, MDR

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR AKTUELL – Das Nachrichtenradio | 22. April 2024 | 06:00 Uhr

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