Hilfskräfte untersuchen ein ausgebranntes Autowrack nach einem russischen Angriff.
Bei einem russischen Luftangriff in der Region Charkiw werden nach ukrainischen Angaben zwei Menschen getötet und vier verletzt. (Bild zeigt Hilfskräfte, die nach einem russischen Drohnen- und Raketenangriff Anfang April aufräumen.) Bildrechte: picture alliance/dpa/Lehtikuva | Vesa Moilanen

Ukraine-News Tote und Verletzte nach russischem Luftangriff in Charkiw und Donzek

15. April 2024, 21:52 Uhr

21:52 Uhr | Verhandlungen über Vereinbarung über Schifffahrt mit Russland gescheitert

Die Ukraine hat Insidern zufolge im März nach zwei Monaten Verhandlungen über eine Vereinbarung mit Russland über Schifffahrt auf dem Schwarzen Meer abgebrochen. Die Gespräche seien von der Türkei vermittelt worden, sagten vier mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Es sei eine Einigung erzielt worden, "um die Sicherheit der Handelsschifffahrt im Schwarzen Meer zu gewährleisten".

Zwar habe die Ukraine das Abkommen nicht formell unterzeichnen wollen. Sie habe jedoch einer türkischen Ankündigung zugestimmt. "In letzter Minute zog sich die Ukraine plötzlich zurück und das Abkommen platzte", sagte einer der Insider. Der Grund sei nicht bekannt. Die genannten Staaten lehnen eine Stellungnahme ab.

21:14 Uhr | EU-Kommission billigt Reformplan der Ukraine

Die EU-Kommission hat für die Auszahlungen weiterer Gelder aus einem milliardenschweren Hilfsprogramm die dafür notwendigen Reformpläne der Ukraine gebilligt. Die Brüsseler Behörde bewertete die umfassende Reform- und Investitionsstrategie der Ukraine für die nächsten vier Jahre positiv, wie sie am Abend mitteilte. Damit werde der Weg für eine regelmäßige und vorhersehbare Unterstützung des von Russland angegriffenen Landes geebnet. Die EU-Länder haben nun einen Monat Zeit, um grünes Licht für den Plan zu geben. Dann könnten den Angaben zufolge bis zu 1,89 Milliarden Euro als Vorfinanzierung fließen, bis die regulären Auszahlungen beginnen.

Das EU-Hilfsprogramm wurde Anfang Februar beschlossen. Es sieht für einen Zeitraum von vier Jahren Finanzhilfen im Umfang von 50 Milliarden Euro vor. 33 Milliarden Euro davon sollen als Darlehen ausgezahlt werden, der Rest in Form von nicht rückzahlungspflichtigen Zuschüssen. 4,5 Milliarden wurden Ende März als Vorauszahlung geleistet. Für weiteres Geld sollte die Einhaltung von Auflagen überprüft werden.

20:42 Uhr | Norwegen und Ukraine schließen Sicherheitsabkommen

Norwegen hat nach eigenen Angaben ein Sicherheitsabkommen mit der Ukraine geschlossen, um eine Invasion des gemeinsamen Nachbarn Russland abzuwehren. "Norwegen wird die Ukraine langfristig militärisch, politisch, finanziell und humanitär unterstützen", sagte Norwegens Außenminister Espen Barth Eide nach einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Kiew am Montag.

20:35 Uhr | Selenskyj fordert gleich Einigkeit bei Unterstützung der Ukraine wie für Israel

Nach der geschlossenen Reaktion internationaler Verbündeter auf den ersten direkten iranischen Angriff auf Israel hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj seine Verbündeten aufgefordert, gegenüber der Ukraine die gleiche "Einigkeit" zu zeigen wie gegenüber Israel. "Mit der Verteidigung Israels hat die freie Welt bewiesen, dass eine solche Einigkeit nicht nur möglich, sondern auch hundertprozentig wirksam ist", erklärte Selenskyj am Montag im Onlinedienst Telegram. "Dasselbe ist möglich, wenn es darum geht, die Ukraine, die wie Israel kein Nato-Mitglied ist, vor Terror zu schützen", fuhr er fort. Dies erfordere "politischen Willen". 

20:30 Uhr | Ukraine: Russland plant Tschassiw Jar einzunehmen

Russland will nach Darstellung des ukrainischen Militärs bis zum symbolträchtigen Feiertag am 9. Mai die Stadt Tschassiw Jar einnehmen. Generaloberst Olexander Syrskij erklärte am Sonntag auf dem Kurznachrichtendienst Telegram, die russische Militärführung habe entsprechende Befehle erteilt. Eine Stellungnahme der Regierung in Moskau lag zunächst nicht vor. Am 9. Mai begeht Russland den Sieg über Nazi-Deutschland. Tschassiw Jar liegt fünf bis zehn Kilometer westlich von Bachmut

20:21 Uhr | Viele Verletzte durch Raketentrümmer

In der Region Dnipro im Südosten der Ukraine sind am Sonntag mindestens 15 Menschen durch herabfallende Trümmer eines abgeschossenen russischen Marschflugkörpers verletzt worden.  Zudem wurden rund 30 Wohnhäuser beschädigt, wie die regionale Militärverwaltung auf Telegram mitteilte.

Eine Frau steht vor einem zerstörten Gebäude
Eine Frau steht vor einem zerstörten Haus in Dnipro nach dem das Gebiet unter russischen Beschuss stand. Bildrechte: IMAGO/ABACAPRESS

Weiter südlich wurden in der Stadt Nikopol mindestens vier Menschen durch russischen Artilleriebeschuss verletzt. Mehrere Häuser seien in Brand geraten, hieß es. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden. Die Ukraine wehrt seit über zwei Jahren eine russische Invasion ab. Neben militärischen Zielen greifen russische Einheiten immer wieder zivile Ziele an.

17:10 Uhr | Zwei Tote und vier Verletzte in Charkiw

Bei einem russischen Luftangriff in der Region Charkiw werden nach ukrainischen Angaben zwei Menschen getötet und vier verletzt. Das russische Militär habe eine gelenkte Gleitbombe eingesetzt, die in einer Bildungseinrichtung eingeschlagen sei, schrieb Gouverneur Oleh Syniehubow im Kurznachrichtendienst Telegram. Laut den Behörden wurden zwei Männer getötet. Gouverneur Oleh Synegubow zufolge traf dort eine "gelenkte Fliegerbombe" eine Schule. Zwei Frauen seien zudem verletzt und ins Krankenhaus gebracht worden.

Feuerwehrleute löschen ein Feuer nach einem russischen Angriff. 1 min
Bildrechte: picture alliance/dpa/AP | Yevhen Titov

17:02 Uhr | Chinesische Exporte nach Russland: Scholz mahnt vor Unterstützung

Bundeskanzler Olaf Scholz hat China wegen seiner Unterstützung Russlands gemahnt. "Wir werden darüber sprechen, dass niemand mithelfen darf", sagt Scholz bei seinem China-Besuch in Shanghai mit Blick auf die verstärkten chinesischen Exporte nach Russland seit dem Überfall auf die Ukraine.

Sicher gebe es Dual-Use-Produkte, die zivil verwendet, aber eben auch "in Wahrheit" für militärische Zwecke genutzt werden könnten. Scholz wird am Dienstag in Peking mit der chinesischen Führung sprechen. Westliche Länder werfen China vor, zwar keine Waffen zu liefern, aber sehr wohl Produkte.

17:00 Uhr | London: Russland wirbt weiter Ausländer für Armee an

Russland wirbt im Angriffskrieg gegen die Ukraine nach britischen Angaben weiter um ausländische Soldaten. In einer englischsprachigen Broschüre würden Ausländer aufgefordert, sich einer Spezialeinheit anzuschließen, teilte das britische Verteidigungsministerium am Montag mit. Geboten würden 2.000 US-Dollar (1.880 Euro) Prämie sowie 2.200 Dollar pro Monat sowie ein russischer Pass, kostenlose medizinische Versorgung und Ausbildung.

Es sei wahrscheinlich, dass viele der Rekrutierten keine professionellen Soldaten, sondern Arbeitsmigranten seien, hieß es in London weiter. Sie seien mit falschen Behauptungen zum Dienst in der russischen Armee gezwungen oder mit finanziellen Anreizen gelockt worden.

Die Zahl der Ausländer in den russischen Streitkräften sei recht gering. Sie würden in bestehende Strukturen integriert, ausländische Spezialeinheiten gebe es nicht. "Russland möchte wahrscheinlich weitere unpopuläre Mobilmachungsmaßnahmen im Inland vermeiden", kommentierte das britische Ministerium.

11:32 Uhr | Vier Tote nach Raketenbeschuss im Donezker Gebiet

In der ostukrainischen Stadt Siwersk sind nach einem russischen Raketenbeschuss mindestens sechs Menschen getötet worden. Die Toten waren Männer im Alter zwischen 36 und 86 Jahren, teilte der Militärgouverneur des Gebiets Donezk, Wadym Filaschkin, bei Telegram mit.

Er forderte die verbliebenen Einwohner zur Flucht aus dem frontnahen Gebiet auf. Die Frontlinie zwischen russischen und ukrainischen Truppen verläuft etwa zehn Kilometer östlich der Kleinstadt. Siwersk hatte vor dem Krieg über 10.000 Einwohner.

07:54 Uhr | Deutschland liefert weiteres Flugabwehrsystem

Deutschland überlässt der Ukraine angesichts seit Wochen anhaltender russischer Luftangriffe auf Energieversorgung und Städte eine weiteres Patriot-Flugabwehrsystem. Das Bundesverteidigungsministerium teilte mit, dies sei durch Rückläufe aus Instandsetzungen möglich geworden.

Die Übergabe werde unverzüglich eingeleitet, hieß es unter Verweis auf zunehmende Luftangriffe. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bedankte sich für die Hilfe in einer "kritischen Zeit".

06:57 Uhr | Hilfspaket für Ukraine und Israel geplant

Nach Irans Angriff will sich der parteiintern unter Druck stehende republikanische Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Mike Johnson, für die Freigabe weiterer Mittel für Israel einsetzen – und im Zuge dessen auch die Zustimmung seiner Partei für weitere Ukraine-Hilfen ausloten. Die Einzelheiten des Hilfspakets würden derzeit zusammengetragen. "Wir sehen uns die Optionen für all diese zusätzlichen Themen an", sagte Johnson mit Blick auf die seit Monaten von seiner Partei blockierten Mittel für die Ukraine.

05:15 Uhr | Selenskyj fordert strengere Kontrolle der Russland-Sanktionen

Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj hat eine strengere Kontrolle der Sanktionen gegen Russland gefordert, um russische Angriffe zu stoppen. "Leider ist die Hilfe für die Ukraine immer noch begrenzt, und der russische Staat hat immer noch Zugang zu wichtigen Komponenten, die für die Herstellung von Raketen und Drohnen benötigt werden", sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Jede Rakete, die die Ukraine treffe, enthalte viele Chips oder Elektronik, die Russland aus dem Ausland beziehe und über Nachbarstaaten einführe, erklärte Selenskyj. In der Ukraine schlagen immer mehr Raketen und Kampfdrohnen mit eigentlich unter Sanktionen fallenden Bauteilen aus dem Westen ein.

Selenskyj forderte vom Westen auch mehr Unterstützung bei der Abwehr russischer Luftangriffe. Er verwies auf die weitgehend erfolgreiche Abwehr der iranischen Angriffe auf Israel. "Die ganze Welt sieht, was echte Verteidigung ist, und sie sieht, dass sie möglich ist", sagte Selenskyj.

Ein Arbeiter benutzt ein Schweißgerät in der Aufbereitungsanlage der Komsomolsky-Mine. 4 min
Bildrechte: imago/ITAR-TASS

01:30 Uhr |Ukraine: Russische Angriffe in der Ostukraine abgewehrt

Die ukrainische Regierung bezeichnet die Lage an der Ostfront als angespannt. Die russischen Truppen versuchten, Richtung der ostukrainsche Kleinstad Tschassiw Jar westlich von Bachmut vorzurücken, schrieb der ukrainische Verteidigungsminister Rustem Umerow auf Facebook. Die ukrainische Armee habe die Angriffe aber abgewehrt.

Das ukrainische Militär geht davon aus, dass die russischen Truppen bis zum 9. Mai einnehmen wollen. An diesem Tag begeht Russland mit einer Militärparade auf dem Roten Platz in Moskau den Sieg über Nazi-Deutschland.

00:00 Uhr | Ukraine-News am Montag, 15. April 2024

Guten Morgen! In unseren Ukraine-News halten wir Sie weiterhin über die Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem aktuellen Stand. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen hier im Laufe des Tages.

Die Berichterstattung über den Russland-Ukraine-Krieg ist komplex. Es gibt eine Vielzahl von Medienvertretern vor Ort, darunter auch unabhängige Journalisten aus verschiedenen Ländern. Trotzdem ist wichtig zu wissen, dass die Beschaffung verlässlicher Informationen schwierig ist, weil viele verfügbare Quellen politisch motiviert sein können und schwer zu überprüfen. Dennoch gibt es unabhängige Experten, Organisationen und Journalisten, die differenzierte Einblicke bieten. Bei der Bewertung von Informationen sind verschiedene Quellen und eine kritische Haltung unerlässlich, um ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten. Alles das berücksichtigt der MDR in seinen Berichten über den Russland-Ukraine-Krieg.

Was tun, Herr General? - Der Podcast zum Ukraine-Krieg

Der frühere NATO-General und Generalleutnant a.D. Erhard Bühler
Bildrechte: MDR / Erhard Bühler
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Quellen: u.a. AFP, dpa, Reuters, MDR

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL – Das Nachrichtenradio | 15. April 2024 | 06:00 Uhr

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US Außenminister Antony Blinken trifft die Botschafterin der Ukraine. 1 min
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1 min 15.05.2024 | 20:50 Uhr

Die US-Regierung stellt der Ukraine weitere zwei Milliarden US-Dollar für militärische Zwecke zur Verfügung. Währenddessen gelten mehrere Dörfer bei Charkiw im Zuge der russichen Bodenoffensive als umkämpft.

Mi 15.05.2024 20:36Uhr 00:32 min

https://www.mdr.de/nachrichten/welt/osteuropa/video-ukraine-us-hilfe-geld-militaer-kaempfe-charkiw-russland-offensive102.html

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Im Osten der Ukraine ist die russische Armee weiter auf dem Vormarsch. Ihre Truppen eroberten Gebiete 40 Kilometer vor Charkiw. Unterdessen ist US-Außenminister Antony Blinken zu einem Besuch in Kiew eingetroffen.

Di 14.05.2024 11:45Uhr 00:38 min

https://www.mdr.de/nachrichten/welt/osteuropa/video-russsisch-truppen-blinken-vormarsch100.html

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