Russische Soldaten feuern eine selbstfahrende Haubitze vom Typ Giatsint-S auf ukrainische Stellungen im Abschnitt Awdejewka der Frontlinie ab.
Russische Soldaten feuern eine selbstfahrende Haubitze vom Typ Giatsint-S auf ukrainische Stellungen im Frontabschnitt Awdejewka ab (Archivbild von Ende März 2024). Bildrechte: IMAGO / SNA

Ukraine-News Ukraine meldet russisches "Dauerfeuer" auf Frontstadt Tschassiw Jar

14. April 2024, 20:12 Uhr

20:12 Uhr | Fünf Verletzte durch Raketentrümmer in Region Dnipro

In der Region Dnipro im Südosten der Ukraine sind fünf Menschen durch herabfallende Trümmer eines abgeschossenen russischen Marschflugkörpers verletzt worden. Wie die regionale Militärverwaltung auf Telegram mitteilte, wurden zudem mehrere Wohnhäuser beschädigt. Weiter südlich wurden in der Stadt Nikopol mindestens vier Menschen durch russischen Artilleriebeschuss verletzt. Mehrere Häuser seien in Brand geraten, hieß es. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden.

18:20 Uhr | Ukraine meldet russisches "Dauerfeuer" auf Frontstadt Tschassiw Jar

Nach Angaben des Oberkommandierenden der Streitkräfte der Ukraine, Oleksandr Syrskyj, liegt das 20 Kilometer westlich von Bachmut gelegene Tschassiw Jar unter "Dauerfeuer" seitens der russischen Streitkräfte. Russland wolle die Frontstadt "einnehmen". Syrskyj zufolge habe die russische Militärführung ihrer Armee eine Frist bis zum 9. Mai als Ziel ausgegeben, um die Stadt einzunehmen. Das ist der "Tag des Sieges", an dem in Russland und anderen ehemaligen Sowjetrepubliken der Sieg über Nazi-Deutschland 1945 gefeiert wird. Syrskyj geht davon aus, dass Russland nach der Einnahme von Tschassiw Jar als nächstes die Großstadt Kramatorsk angreifen will, die weniger als 30 Kilometer von Tschassiw Jar entfernt liegt.

Evakuierungs-Kleinbus der NRO Refugease bei Bachmut
Tschassiw Jar im August 2022. Mittlerweile ist die höher als das Umland gelegene Stadt Frontstadt geworden. Bildrechte: IMAGO/EST&OST

Tschassiw Jar ist ein Ankerpunkt in der ukrainischen Donbass-Verteidigung. Die Stadt, die höher als ihr Umland liegt, verschafft den Verteidigern gewisse Vorteile. Seit Tagen und Wochen verlegt die ukrainische Armeeführung deshalb immer wieder Reserven in die Stadt. Syrskyj schrieb nach einem Truppenbesuch in Tschassiw Jar auf Facebook, man habe zusätzliche Waffen und Drohnen an die Verteidiger der Stadt geschickt. Russland greift die ukrainischen Verteidigungsstellungen um Tschassiw Jar seit Tagen mit 1,5 Tonnen schweren Gleitbomben und massivem Artilleriefeuer an.

Der frühere NATO-General und Generalleutnant a.D. Erhard Bühler 68 min
Bildrechte: MDR / Erhard Bühler

14:24 Uhr | Ukraine stärkt ihre Verteidigung im Osten mit Waffen und Drohnen

Angesichts der unablässigen russischen Angriffe hat die Ukraine ihre Verteidigung im Osten bei der Frontstadt Tschassiw Jar nach eigenen Angaben verstärkt. Es seien zusätzliche Waffen und Drohnen dorthin geschickt worden, gab Armeechef Oleksandr Syrskyj bekannt. Die Lage an der Front im Osten hatte sich nach seinen Worten vom Samstag zuletzt "erheblich verschlechtert".

Syrskyj schrieb im Onlinedienst Facebook nach einem Truppenbesuch in dem umkämpften Ort, dass "Maßnahmen ergriffen wurden, um die Brigaden deutlich mit Munition, Drohnen und elektronischer Kriegsausrüstung zu stärken". Russland konzentriere seine Anstrengungen darauf, westlich der Stadt Bachmut durch die Verteidigungslinien durchzubrechen.

09:38 Uhr | Russland konzentriert Drohnenangriffe auf Charkiw

Russland hat seine Drohnenangriffe in der Nacht auf Sonntag auf die ostukrainische Millionenstadt Charkiw konzentriert. In der Stadt, die seit Wochen immer wieder aus der Luft beschossen wird, waren Explosionen zu hören. "Charkiw ist Gefahrenzone. Die Stadt wird von Shahed-Drohnen angegriffen", schrieb Bürgermeister Ihor Terechow auf Telegram. Angaben zu Verletzten gab es nicht.

Das notdürftig geflickte Heizkraftwerk von Charkiw nach russischen Beschuss. Service
Russland hat seine Drohnenangriffe in der Nacht auf Sonntag auf die ostukrainische Millionenstadt Charkiw konzentriert. Dem Gebietsgouverneur zufolge war die kritische Infrastruktur der Stadt das Ziel. (Bild: notdürftig geflicktes Heizkraftwerk von Charkiw) Bildrechte: picture alliance/dpa/Ukrinform

Die ukrainische Luftwaffe berichtete morgens, alle zehn angreifenden russischen Kampfdrohnen über dem Gebiet Charkiw seien abgeschossen worden. Die Militärangaben waren nicht unabhängig überprüfbar. Ziel des Angriffs sei die kritische Infrastruktur der Stadt gewesen, teilte Gebietsgouverneur Oleh Synjehubow mit. Der öffentlich-rechtliche Kanal Suspilne meldete, in einigen Stadtteilen sei nach dem Angriff der Strom ausgefallen. Charkiw ist die zweitgrößte Stadt der Ukraine und liegt nur etwa 40 Kilometer von der russischen Grenze entfernt.

Feuerwehrleute löschen ein Feuer nach einem russischen Angriff. 1 min
Bildrechte: picture alliance/dpa/AP | Yevhen Titov

07:59 Uhr | Nach ukrainischem Angriff: Zahl der Toten in Tokmak steigt

Die Zahl der Toten in dem von Russland kontrollierten Ort Tokmak im Süden der Ukraine ist nach Angaben der dortigen Behörden auf 16 gestiegen. Der Ort war nach Angaben der von Russland eingesetzten Behörden am Freitag vom ukrainischen Militär beschossen worden. 20 Menschen seien zudem dabei verletzt worden. Zwölf von ihnen befänden sich in kritischem Zustand.

Tokmak liegt in der teilweise russisch besetzten südukrainischen Region Saporischschja. Diese ist eine von vier Regionen, die russische Truppen nach ihrem Einmarsch im Februar 2022 teilweise unter ihre Kontrolle gebracht haben und die seitdem von Moskau annektiert wurden.

07:30 Uhr | Ukraine wehrt erneut Angriffe aus Russland ab

Die Ukraine ist nach Angaben ihrer Luftwaffe von Russland mit zehn Drohnen angegriffen worden. Dieses seien alle von der Luftabwehr zerstört worden. Zudem habe Russland vier Raketen auf die Ukraine abgefeuert. Was aus den Geschossen wurde, teilt die Luftwaffe nicht mit.

07:25 Uhr | Drohnenangriffe auf Südrussland

Russlands Luftabwehr hat nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau zehn von der Ukraine aus gestartete Drohnen über der südrussischen Region Krasnodar zerstört und fünf weitere über dem Schwarzen Meer. Das Ministerium macht keine Angaben dazu, ob es zu Schäden infolge des Angriffs kam.

00:00 Uhr | Ukraine-News am Sonntag, 14. April 2024

Guten Morgen! In unseren Ukraine-News halten wir Sie weiterhin über die Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem aktuellen Stand. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen hier im Laufe des Tages.

Die Berichterstattung über den Russland-Ukraine-Krieg ist komplex. Es gibt eine Vielzahl von Medienvertretern vor Ort, darunter auch unabhängige Journalisten aus verschiedenen Ländern. Trotzdem ist wichtig zu wissen, dass die Beschaffung verlässlicher Informationen schwierig ist, weil viele verfügbare Quellen politisch motiviert sein können und schwer zu überprüfen. Dennoch gibt es unabhängige Experten, Organisationen und Journalisten, die differenzierte Einblicke bieten. Bei der Bewertung von Informationen sind verschiedene Quellen und eine kritische Haltung unerlässlich, um ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten. Alles das berücksichtigt der MDR in seinen Berichten über den Russland-Ukraine-Krieg.

Was tun, Herr General? - Der Podcast zum Ukraine-Krieg

Der frühere NATO-General und Generalleutnant a.D. Erhard Bühler
Bildrechte: MDR / Erhard Bühler
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Quellen: u.a. AFP, dpa, Reuters, MDR

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL – Das Nachrichtenradio | 14. April 2024 | 06:00 Uhr

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Die US-Regierung stellt der Ukraine weitere zwei Milliarden US-Dollar für militärische Zwecke zur Verfügung. Währenddessen gelten mehrere Dörfer bei Charkiw im Zuge der russichen Bodenoffensive als umkämpft.

Mi 15.05.2024 20:36Uhr 00:32 min

https://www.mdr.de/nachrichten/welt/osteuropa/video-ukraine-us-hilfe-geld-militaer-kaempfe-charkiw-russland-offensive102.html

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Im Osten der Ukraine ist die russische Armee weiter auf dem Vormarsch. Ihre Truppen eroberten Gebiete 40 Kilometer vor Charkiw. Unterdessen ist US-Außenminister Antony Blinken zu einem Besuch in Kiew eingetroffen.

Di 14.05.2024 11:45Uhr 00:38 min

https://www.mdr.de/nachrichten/welt/osteuropa/video-russsisch-truppen-blinken-vormarsch100.html

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