Ein Artilleriegeschütz wird abgefeuert.
Ukrainische Soldaten auf dem linken Dnipro-Ufer werden von russischer Artillerie beschossen. Bildrechte: IMAGO/ITAR-TASS

Ukraine-News Ukrainische Streitkräfte setzen sich am linken Dnipro-Ufer fest

15. November 2023, 19:38 Uhr

Ukraine-News am Mittwoch, 15. November 2023

19:38 Uhr | Zivilisten und Rettungskräfte durch russischen Beschuss getötet

Im Süden und Osten der Ukraine wurden nach Angaben des ukrainischen Zivilschutzes am Mittwoch mindestens fünf Menschen getötet und 17 weitere verletzt. In der umkämpften Region Saporischschja starben demnach mindestens drei Männer nach mehreren Einschlägen russischer Raketen. Zwei der Toten seien Rettungskräfte gewesen. Sie hatten Aufräumarbeiten nach den ersten Einschlägen durchgeführt. 14 Menschen seien verletzt worden.

In der ostukrainischen Stadt Selydowe im Gebiet Donezk wurde den Behörden zufolge ein mehrstöckiges Wohnhaus von einer russischen Rakete getroffen. Zwei Menschen - darunter eine 85 Jahre alte Frau - wurden demnach getötet, drei weitere Menschen verletzt.

13:40 Uhr | Russland räumt ukrainischen Vorstoß auf linkes Dnipro-Ufer ein

Ukrainischen Streitkräften ist es nach russischen Angaben gelungen, auf die von Russland kontrollierte Seite des Flusses Dnipro im Süden der Ukraine vorzustoßen. Der von Moskau eingesetzte Gouverneur von Cherson schrieb auf Telegram, etwa anderthalb ukrainische Kompanien befänden sich in kleinen Gruppen am Ostufer des Flusses. Die russische Armee setze nun zusätzliche Kräfte ein. Ukrainische Soldaten säßen im Dorf Krynky fest und würden mit Artillerie, Raketen und Drohnen beschossen.

Es ist das erste Mal, dass ein hochrangiger Vertreter Russlands einräumt, dass es der Ukraine gelungen ist, auf das Ostufer des Dnipro vorzustoßen. Der ukrainische Stabschef Andrij Jermak hatte am Dienstag erklärt, ukrainische Streitkräfte hätten "am linken Ufer des Dnipro Fuß gefasst". 

09:14 Uhr | Deutscher Journalist erhielt viel Geld aus Russland

Der deutsche Journalist und Putin-Biograf Hubert Seipel soll hohe Summen aus Russland erhalten haben. Wie der "Spiegel" und das ZDF unter Berufung auf Dokumente aus Zypern berichten, geht es um 600.000 Euro. Das Geld sei im Rahmen eines "Sponsorenvertrages" geflossen.

Seipels Vertragspartner war demnach eine Briefkastenfirma auf den Britischen Jungferninseln. Diese gehört dem Bericht zufolge augenscheinlich zum Firmengeflecht des Oligarchen Alexej Mordaschow, der auf der EU-Sanktionsliste steht. Es gebe Hinweise darauf, dass es zuvor eine zweite, ähnliche Vereinbarung gegeben habe.

Seipel hatte den Präsidenten Wladimir Putin mehrfach interviewt und mehrere Bücher über ihn geschrieben, darunter "Putins Macht. Warum Europa Russland braucht". Seipel räumte ein, Geld von Mordaschow erhalten zu haben. Der Journalist war ein gefragter Russland-Kenner und einer der wenigen Journalisten, die direkten Zugang zu Putin hatten.

09:00 Uhr | Schulze: Mehr Partnerschaften mit ukrainischen Städten wagen

Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze hat Städte und Gemeinden in Deutschland aufgefordert, noch mehr Partnerschaften mit Kommunen in der Ukraine einzugehen. Schulze sagte MDR AKTUELL, die Menschen in der Ukraine brauchten trotz des Krieges Wasser, Wärme, Strom, ein Dach über den Kopf. Dabei zu helfen, das gehe am besten von Kommune zu Kommune. Schulze sagte weiter, inzwischen gebe es mehr als 180 kommunale Partnerschaften. Vor dem Krieg seien es 60 bis 70 gewesen. In Leipzig beschäftigt sich seit gestern eine deutsch-ukrainische Partnerschaftskonferenz mit dem Thema.

07:49 Uhr | Osteuropäer: Mehr Munition für Ukraine

Osteuropäische Staaten fordern mehr Munition für die Ukraine. Der estnische Verteidigungsminister Hanno Pevkur sagte, notfalls müsse man Munition in Drittstaaten einkaufen. In der EU würden Granaten gefertigt. Jedoch werde das Material aufgrund bestehender Verträge in andere Länder geliefert. Mit diesen Ländern müssten nun Verhandlungen treten.

Die EU hatte sich verpflichtet, der Ukraine bis März eine Million Artillerie-Geschosse zu liefern. Nach Einschätzung von Verteidigungsminister Boris Pistorius ist dieser Plan kaum noch einzuhalten. Grund seien unzureichende Produktionskapazitäten.

07:40 Uhr | Russische Delegation in Nordkorea

Eine russische Delegation ist zu Gesprächen nach Nordkorea gereist. Die staatliche Agentur Nordkoreas meldet, beide Seiten hätten sich über Wirtschaft, Wissenschaft und Technologie ausgetauscht. Die russische Delegation sei vom Rohstoffminister Alexander Koslow angeführt worden. Der Minister sprach von einer "substanziellen Zusammenarbeit" zwischen Moskau und Pjöngjang.

Die USA werfen Nordkorea vor, Russland im Ukraine-Krieg mit Rüstungsgütern zu beliefern. Im Gegenzug unterstütze Moskau Pjöngjang mit technischem Knowhow. Der südkoreanische Geheimdienst meldet, Nordkorea bereite den Start eines Spionage-Satelliten vor und erhalte dabei russische Hilfe. Nordkorea und Russland bestreiten jeglichen Waffenhandel.

07:31 Uhr | 8.000 ukrainische Soldaten von Bundeswehr ausgebildet

Die Bundeswehr und ihre Partner haben inzwischen etwa 8.000 ukrainische Soldaten ausgebildet. Generalleutnant Andreas Marlow sagte, er erwarte, dass es bis Jahresende 10.000 sein würden. Marlow ist Befehlshaber des multinationalen Ausbildungskommandos. Es hat seinen Sitz in Strausberg bei Berlin und steuert die Arbeit der EU-Trainingsmission für die Ukraine.

Ausgebildet werden Sanitäter, Scharfschützen und Panzerbesatzungen bis hin zum Führungspersonal. Marlow machte deutlich, dass die Bundeswehr selbst von der Ausbildung profitiere und Kenntnisse über die russische Kriegsführung erlange.

00:00 Uhr | Ukraine-News am Mittwoch, 15. November 2023

Guten Morgen! In unseren Ukraine-News halten wir Sie weiterhin über die Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem aktuellen Stand. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen hier im Lauf des Tages.

Berichterstattung zum Ukraine-Krieg

Die Berichterstattung aus der Ukraine ist schwierig, da wegen der Kämpfe nur wenige unabhängige Medienvertreter vor Ort sind. Informationen kommen vor allem von der ukrainischen Regierung und dem Verteidigungsministerium aus Russland, die allerdings kaum überprüft werden können.

Was tun, Herr General? - Der Podcast zum Ukraine-Krieg

Der frühere NATO-General und Generalleutnant a.D. Erhard Bühler
Bildrechte: MDR / Erhard Bühler
Der frühere NATO-General und Generalleutnant a.D. Erhard Bühler
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Quellen: u.a. AFP, dpa, Reuters, MDR

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 15. November 2023 | 06:00 Uhr

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