Wolodymyr Selenskyj und Recep Tayyip Erdogan
Wolodymyr Selenskyj und Recep Tayyip Erdogan trafen am Freitag in Instanbul aufeinander. Bildrechte: picture alliance/dpa/Turkish Presidency/AP | Turkish Presidency

Ukraine-News Selenskyj trifft Erdogan - Türkei bietet sich als Gastgeber für Friedensverhandlungen an

08. März 2024, 20:56 Uhr

Die Ukraine-News vom Freitag, 8. März sind beendet.

20:56 Uhr | Erdogan: Türkei kann Friedensgipfel zwischen Russland und der Ukraine ausrichten

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat sich als Gastgeber für Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine angeboten. "Wir sind bereit, einen Friedensgipfel auszurichten, bei dem auch Russland vertreten ist", sagte Erdogan nach dem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Istanbul. Die Türkei unterstütze die Souveränität und territoriale Integrität ihres "strategischen Partners, der Ukraine". Zugleich setze sie sich dafür ein, dass dieser Krieg ende und "ein gerechter Frieden" ausgehandelt werde.

Selenskyj legte dagegen Nachdruck auf seinen Friedensplan, der unter anderem einen vollständigen Abzug russischer Truppen aus der Ukraine vorsieht. International soll dies auf einem möglichen Gipfel in der Schweiz beraten werden – aber zunächst ohne Beteiligung Russlands, wie Selenskyj betonte.

19:36 Uhr | Ukraine-Außenminister Kuleba fordert uneingeschränkte Waffenlieferungen

Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba hat die westlichen Partner zur umfassenden Lieferung von Waffen und Munition aufgefordert. "Die Strategie, der Ukraine tröpfchenweise Hilfe zuzuführen, funktioniert nicht mehr", sagte Kuleba nach einem Treffen mit seinen Amtskollegen aus den baltischen Staaten und Frankreich in Litauens Hauptstadt Vilnius. Entscheidungen müssten rechtzeitig getroffen werden und stark sein.

Als "Weg hin zu starken Entscheidungen" bezeichnete Kuleba die in der Vorwoche bei einer Ukraine-Hilfskonferenz in Paris angestoßene Diskussion. Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hatte nach dem Treffen den Einsatz von Bodentruppen in der Ukraine nicht ausgeschlossen. Andere westliche Staaten - darunter Deutschland - wiesen den Vorstoß zurück. Unterstützung erhielt Kuleba von den Außenministern von Estland, Lettland und Litauen, die sich dafür aussprachen, der Ukraine stärker und schneller zu helfen.

18:45 Uhr | Selenskyj zu Besuch bei Erdogan

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj trifft in Istanbul seinen türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan. Dabei soll es nach Angaben beider Seiten um den Verlauf des Krieges, das geplatzte Getreide-Abkommen und eine verstärkte Zusammenarbeit im Bereich Verteidigung gehen. Selenskyjs Büro erklärt zudem, auch eine Friedensformel zur Beendigung des Krieges und die Freilassung ukrainischer Kriegsgefangener, die von Russland festgehalten werden, sollten Thema sein.

Selenskyj hatte zuvor eine Werft in der Nähe von Istanbul besucht, in der zwei Korvetten für die ukrainische Marine gebaut werden. Die Türkei ist Mitglied der Nato und hat die territoriale Integrität der Ukraine unterstützt. Erdogan ist aber auch um gute Beziehungen zu Russland bemüht.

17:19 Uhr | Russische Behörden melden zwei Tote durch ukrainischen Drohnenangriff

In einem russischen Dorf an der Grenze zur Ukraine sollen nach Behördenangaben zwei Menschen durch einen ukrainischen Drohnenangriff getötet worden sein. Eine weitere Person in dem Dorf Roschdestwenka sei verletzt worden, teilte der Gouverneur des Gebietes Belgorod, Wjatscheslaw Gladkow, auf seinem Telegramkanal mit. Unabhängige Angaben gab es nicht. Durch den Einschlag von insgesamt drei Kamikaze-Drohnen seien zwei Baumaschinen beschädigt worden, hieß es.

Das betroffene Dorf Roschdestwenka liegt etwa drei Kilometer von der Grenze entfernt. Auf der anderen Seite liegt das nordöstliche ukrainische Gebiet Sumy. Die Grenze bildet an dieser Stelle die Front. Es gibt in diesem Abschnitt keine Bodengefechte, aber die ukrainische Seite wird fast jeden Tag von russischer Artillerie beschossen. Das ukrainische Militär berichtet auch von angeblichen russischen Sabotagetrupps, die versuchen über die Grenze einzudringen.

12:49 Uhr | Frankfurt: Fortbildung für ukrainische Ärzte zu Brandverletzungen

Ärztinnen und Ärzte aus der Ukraine haben sich in Frankfurt am Main für die Versorgung von schwersten Brandverletzungen fortbilden lassen. In dem zweitägigen Workshop an der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik ging es um die Frage, wie Brandverletzte in den ersten 48 Stunden versorgt werden müssen, damit ihre Überlebenschancen möglichst hoch sind. Der Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, Thomas Steffen, betonte am Freitag, Deutschland müsse der Ukraine helfen, "so gut wir können und so lange sie es brauchen".

12:22 Uhr | Selenskyj in Türkei erwartet

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wird am Freitag zu Gesprächen in der Türkei mit seinem Kollegen Recep Tayyip Erdogan erwartet. Hauptthema ist nach Angaben des Präsidialamts in Ankara vom späten Donnerstagabend der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine sein. Dabei sollen Wege für einen permanenten Frieden in der Region" erörtert werden.

11:58 Uhr | UK kündigt Entsendung von Drohnen für Ukraine an

Die britische Regierung will die Ukraine mit insgesamt 10.000 Drohnen unterstützen. Das teilte der britische Verteidigungsminister Grant Shapps am Donnerstagabend mit, nach einem Besuch des Ministers in Kiew.  London werde dafür seine bereits bestehende Zusage von Drohnen im Wert von 200 Millionen Pfund auf 325 Millionen Pfund (etwa 380 Millionen Euro) erhöhen, schrieb Shapps auf dem sozialen Netzwerk X.

Dem Ministerium zufolge soll es sich hauptsächlich um sogenannte FPV-Drohnen (First Person View) handeln. Sie können aus einer Cockpit-Perspektive gesteuert werden. Diese seien erfolgreich zum Einsatz gekommen, um die russische Luftabwehr zu umgehen und ihre Ziele zu treffen, hieß es in der britischen Mitteilung weiter. Hinzu kommen demnach 1.000 Kamikaze-Drohnen sowie Aufklärungs- und Seedrohnen.

Shapps zufolge haben die ukrainischen Streitkräfte mithilfe britischer Waffen beinahe 30 Prozent der russischen Schwarzmeerflotte zerstört.

11:35 Uhr | Lettland ordnet Ausreisen von Russen an

In Lettland ist den ersten russischen Staatsbürgern, die keine Aufenthaltserlaubnis mehr haben, die Ausreise angeordnet worden. Nach Angaben der Migrationsbehörde in Riga haben sechs Russen einen entsprechenden Bescheid erhalten. Zwei davon hätten bereits das Land verlassen, sagte Behördenleiterin Maira Roze am Freitag im lettischen Fernsehen. Die anderen vier müssen dies nun binnen 30 Tagen tun. Hintergrund sind Änderungen an Lettlands Ausländerrecht, die im Herbst 2022 in Reaktion auf Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine beschlossen worden waren.

11:14 Uhr | Frankreich plant Produktion von Militärausrüstung in Ukraine

Frankreich plant die Produktion von Militärausrüstung durch Rüstungsunternehmen auf ukrainischem Boden. Verteidigungsminister Sebastien Lecornu sagte: "Drei französische Unternehmen werden mit ukrainischen Firmen zusammenarbeiten, vor allem im Bereich Drohnen und Landausrüstung, um Ersatzteile auf ukrainischem Boden zu produzieren". Im Sommer sollten die ersten Produktionsstätten den Betrieb aufnehmen. Er deutet an, dass zu den Firmen der Panzerhersteller KNDS zählt, zu dem der französische Rüstungskonzern Nexter und die deutsche Firma Krauss-Maffei-Wegmann gehören.

10:25 Uhr | Moskau: Drohnen über Belgorod und Wolgograd abgewehrt

Auch Russland hat nach eigenen Angaben Drohnen abgewehrt. Das Verteidigungsministerium in Moskau sprach von 16 abgewehrten ukrainischen Drohnen. 15 davon wurden den Angaben zufolge über der südrussischen Region Wolgograd zerstört, deren nächstgelegener Teil rund 300 Kilometer von den Frontlinien in der Ostukraine entfernt ist. Eine weitere Drohne sei über der Grenzregion Belgorod abgeschossen worden, erklärte das Ministerium weiter. Belgorod war seit Beginn der russischen Invasion im Februar 2022 schon mehrfach Ziel von Beschuss und Luftangriffen. 

10:09 Uhr | Ukraine wehrt 33 russische Drohnen ab

Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben in der Nacht zu Freitag 33 russische Drohnen abgefangen und zerstört. Insgesamt hätten die russischen Streitkräfte 37 Drohnen auf Ziele in der Ukraine abgefeuert. In der Region Odessa im Süden sei eine Infrastruktureinrichtung getroffen und beschädigt worden, teilten das ukrainische Militär und örtliche Behörden mit.

Allein 18 Drohnen vom iranischen Typ Schahed seien über Odessa abgefangen worden, weitere vier über den Regionen Mykolajiw und Cherson, erklärte das Militärkommando Süd.

Odessa war bereits am Mittwoch Ziel russischer Angriffe, just als der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis vor Ort waren.

09:18 Uhr | US-Botschaft sieht Gefahr von Anschlägen in Moskau

Die US-Botschaft in Russland warnt vor möglicherweise bevorstehenden Anschlägen von Extremisten in Moskau. US-Bürger sollten deswegen große Menschenansammlungen meiden. Die Botschaft überprüfe Berichte, wonach Extremisten planten, demnächst große Menschenmengen, auch Konzerte in Moskau, ins Visier zu nehmen, schrieb die diplomatische Vertretung auf ihrer Internetseite. US-Bürger sollten daher die nächsten 48 Stunden solche Menschenansammlungen vermeiden. Weitere Details teilte die Botschaft nicht mit.

03:55 Uhr | US-Präsident Biden sichert Ukraine Unterstützung zu

US-Präsident Joe Biden hat in seiner Rede zur Lage der Nation vor einem Zurückweichen vor Russland gewarnt. An die Adresse von Kremlchef Wladimir Putin gewandt, sagte der Biden: "Wir werden nicht weglaufen." Putin werde sich nicht mit der Ukraine zufriedengeben, sagte Biden. Er forderte in seiner Rede den Kongress erneut auf, weitere US-Hilfen für die Ukraine freizugeben.

01:30 Uhr | Selenskyj räumt per Dekret langjährigen Wehrpflichtigen Verschnaufpause ein

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat ein Dekret erlassen, das langjährige Wehrpflichtige vorübergehend vom Kriegsdienst befreit. "Heute haben wir ein Dekret zur Entlassung von Wehrpflichtigen in die Reserve erlassen, die vor Beginn der Invasion zum Militärdienst einberufen wurden", sagt der Präsident in einer Videoansprache. Ab April sollen sie in die Reserve versetzt und für zwölf Monate von weiteren Einberufungen befreit werden.

01:10 Uhr | China hat Kenntnis von Kiews Friedensplan

Der chinesische Sonderbeauftragte für eurasische Angelegenheiten, Li Hui, ist von der Ukraine über die aktuelle Lage im Ukraine-Krieg und Kiews Friedensvorschläge informiert worden. Das teilte der Leiter der ukrainischen Präsidialverwaltung, Andriy Yermak auf Telegram mit. Außerdem wurden ihm Fragmente abgeschossener Raketen und Waffen gezeigt, die aus Nordkorea stammen sollen und die das Land Russland zum Angriff auf die Ukraine zur Verfügung gestellt habe.

Zusätzlich sei über Russlands Verstöße gegen internationale Konventionen über Kriegsgefangene gesprochen worden und darüber, wie China helfen könnte, die Rückkehr deportierter ukrainischer Kinder sicherzustellen.

00:00 Uhr | Ukraine-News am Freitag, 8. März 2024

Guten Morgen! In unseren Ukraine-News halten wir Sie weiterhin über die Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem aktuellen Stand. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen hier im Laufe des Tages.

Die Berichterstattung über den Russland-Ukraine-Krieg ist komplex. Es gibt eine Vielzahl von Medienvertretern vor Ort, darunter auch unabhängige Journalisten aus verschiedenen Ländern, die regelmäßig über die Situation berichten. Trotzdem ist es wichtig anzuerkennen, dass die Beschaffung verlässlicher Informationen schwierig ist, da viele verfügbare Quellen politisch motiviert sein können, und schwer zu überprüfen sind. Dennoch gibt es auch unabhängige Experten, zivilgesellschaftliche Organisationen und Journalisten, die differenzierte Einblicke bieten. Bei der Bewertung von Informationen ist daher eine kritische Haltung und die Berücksichtigung verschiedener Quellen unerlässlich, um ein möglichst umfassendes Bild der Lage zu erhalten. All dies berücksichtigt der MDR in seiner Berichterstattung über den Russland-Ukraine-Krieg.

Was tun, Herr General? - Der Podcast zum Ukraine-Krieg

Der frühere NATO-General und Generalleutnant a.D. Erhard Bühler
Bildrechte: MDR / Erhard Bühler
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Quellen: u.a. AFP, dpa, Reuters, MDR

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 08. März 2024 | 06:00 Uhr

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