Ein mobiler Drohnenabwehrtrupp trainiert in der Nacht den Abschuss russischer Drohnen
Ein mobiler Drohnen Abwehrtrupp trainiert den Abschuss russischer Drohnen. (Archivbild) Bildrechte: picture alliance/dpa/Kay Nietfeld

Ukraine-News Ukraine meldet Abschuss von 35 russischen Drohnen

10. März 2024, 20:48 Uhr

20:48 Uhr | Bericht: Russischer Marinechef entlassen

Der Kommandeur der russischen Kriegsmarine, Admiral Nikolaj Jewmenow, ist nach einem offiziell unbestätigten Bericht in den Ruhestand versetzt worden. Das berichtete die Zeitung "Iswestija" unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen. Jewmenow sei durch Admiral Alexander Moisejew ersetzt worden, den bisherigen Befehlshaber der Nordmeerflotte. Ein Grund für den Personalwechsel wurde von der "Iswestija" nicht genannt. Zuletzt hatte die russische Schwarzmeerflotte erhebliche Verluste an Kampfschiffen und Soldaten durch Angriffe ukrainischer Raketen und Seedrohnen erlitten.

20:45 Uhr | Russland meldet Abschuss ukrainischer Drohnen

Russland hat nach eigenen Angaben im Nordwesten des Landes drei ukrainische Drohnen abgeschossen. Die Drohnen seien am Sonntag in den Regionen Leningrad und Nowgorod, die hunderte Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt liegen, zerstört worden, teilten das Verteidigungsministerium und die Armee mit. Eine Drohe wurde südlich von St. Petersburg in der Nähe der Ortschaft Fornosowo abgeschossen, wie der Gouverneur der Region Leningrad, Alexander Drosdenko, im Onlinedienst Telegram mitteilte. Das russische Katastrophenschutzministerium meldete den Brand eines Hangars in der Nähe von St. Petersburg. Die Behörden stellten zunächst keine Verbindung zwischen der abgeschossenen Drohne und dem Feuer her.

18:44 Uhr | Bericht: Russland erringt taktische Vorteile durch Flugzeugbomben

Russlands Armee hat sich einem US-Medienbericht zufolge mit dem verstärkten Einsatz gesteuerter Flugzeugbomben an den Fronten in der Ukraine taktische Vorteile verschafft. Wie der Nachrichtensender CNN am Sonntag berichtete, hat die Ukraine kaum Abwehrmöglichkeiten gegen die Gleitbombe vom Typ FAB-1500. Die knapp 1,5 Tonnen schwere Bombe könne von Flugzeugen aus einer Entfernung von 60 bis 70 Kilometern, außerhalb der Reichweite der ukrainischen Flugabwehr, auf ihre Ziele abgeworfen werden. Durch kleine Flügel könne sie relativ genau ihr Ziel treffen. Beim Einschlag entstehe ein 15 Meter breiter Krater.

Im Gespräch mit CNN bestätigte der ukrainische Luftwaffensprecher Juri Ihnat, dass der verstärkte Einsatz dieser Gleitbomben zuletzt in den Kämpfen um die ostukrainische Stadt Awdijiwka registriert worden sei.

14:16 Uhr | Landwirte protestieren in Polen gegen EU-Agrarpolitik

Deutsche, polnische und tschechische Landwirte haben am Samstag gemeinsam auf der polnischen Seite des Grenzübergangs bei Bogatynia gegen die EU-Agrarpolitik und die Einfuhr günstiger Agrarprodukte aus der Ukraine demonstriert. Wie der Vorsitzende der Initiative "Land schafft Verbindung" mitteilte, nahmen insgesamt 400 Landwirte mit 150 Traktoren an den Protesten im Dreiländereck teil. Die Landwirte blockierten demnach eine längere Straße mit zwei Kreisverkehren. Dabei sei es zur Staubildung gekommen.

In einem gemeinsamen Schreiben an die Bundesregierung und die EU-Kommission forderten die Landwirte eine Überarbeitung der gemeinsamen Agrarpolitik in der EU.

13:22 Uhr | Großbritannien bietet Deutschland Hilfe an

Ein Vorschlag aus Großbritannien hat der Debatte um die Lieferung deutscher Taurus-Marschflugkörper an die Ukraine zusätzlichen Schwung gegeben. Der britische Außenminister David Cameron brachte einen Ringtausch ins Gespräch, bei dem Deutschland Taurus-Marschflugkörper an Großbritannien abgibt und London seinerseits weitere Flugkörper vom Typ Storm Shadow an die Ukraine liefert. In Deutschland wird im Vorfeld einer neuen Abstimmung im Bundestag um Kompromisse gerungen.

12:12 Uhr | Vatikan erläutert Papstwort zur weißen Flagge für die Ukraine

In der Ukraine wurde der Begriff der "weißen Fahne", den der Papst in einem Interview mit dem Schweizer Rundfunk RSI gebrauchte, als Aufforderung zur Kapitulation verstanden und löste erboste Reaktionen aus.

Der Vatikan hat nun versucht, die Äußerungen des Papstes zu einem Verhandlungsfrieden im russisch-ukrainischen Krieg einzuordnen. Papst-Sprecher Matteo Bruni widersprach Darstellungen, der Pontifex habe die Ukraine zur Kapitulation aufgefordert, als er vom "Mut zur weißen Flagge" sprach. Vielmehr habe er sich für einen Waffenstillstand und für den Mut zu Verhandlungen ausgesprochen. Sinn der Aussage sei, dass Franziskus sich eine "diplomatische Lösung für einen gerechten und dauerhaften Frieden" wünsche, so Bruni.

09:35 Uhr | Öldepot brennt nach Absturz ukrainischer Drohne

In der russischen Oblast Kursk an der Grenze zur Ukraine ist nach Angaben des dortigen Gouverneurs Roman Starowoit eine ukrainische Drohne abgestürzt und hat ein Öllager in Brand gesetzt. Feuerwehr und Rettungsdienste seien vor Ort im Einsatz, erklärte Starowoit auf dem Kurznachrichtendienst Telegram. Weitere Einzelheiten nannt er zunächst nicht.

08:03 Uhr | Ukraine meldet Abschuss von 35 russischen Drohnen

Die ukrainischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben in der Nacht zu Sonntag 35 russische Drohnen abgefangen und zerstört. Insgesamt hätten die russischen Truppen 39 Drohnen gestartet, teilt die ukrainische Luftwaffe auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Ziele des Angriffs seien der Osten und Süden der Ukraine gewesen. Über mögliche Schäden oder Opfer teilte die Luftwaffe nichts mit. Russland habe zudem vier Flugabwehrraketen vom Typ S-300 abgefeuert. Ob diese ihre Ziele erreicht haben oder abgefangen wurden, lässt die ukrainische Luftwaffe offen.

Eine feindliche Drohne schlug nach Militärangaben in einem Industriegebäude im Gebiet Odessa im Süden ein. Niemand sei verletzt worden. Im Gebiet Mykolajiw sei eine Überlandleitung beschädigt worden. Die Shahed-Drohnen iranischer Bauart seien von der russischen Küste des Asowschen Meeres und von der annektierten Halbinsel Krim gestartet worden. Außerdem schoss Russland nach diesen Militärangaben vier umfunktionierte Flugabwehrraketen S-300 auf Bodenziele in den Gebieten Charkiw und Donezk ab.

07:35 Uhr | Papst fordert "Mut zu Verhandlungen"

Papst Franziskus hat die Ukraine zu Friedensverhandlungen aufgerufen. Er sagte in einem Interview mit dem Schweizer Rundfunk RSI, wenn eine Partei ihre Niederlage sehe und erkenne, dass es nicht weitergehe, müsse sie Mut zum Hissen der Weißen Fahne haben. Das sei kein Sich-Ergeben. Es sei der Mut, das Land nicht in den Selbstmord zu führen.

In dem Gespräch sagte das Kirchenoberhaupt: "Heute sind Verhandlungen mit der Hilfe internationaler Mächte möglich." Es gebe viele Akteure, die als Vermittler bereitstünden, darunter die Türkei. Erneut wiederholte der Papst die Ansicht, dass die einzigen Gewinner eines Krieges die Waffenlieferanten seien.

In dem seit mehr als zwei Jahre dauernden Krieg gerät Kiew zunehmend in die Defensive. Die ukrainischen Soldaten an der Front leiden unter Munitionsmangel - unter anderem wegen der Verzögerung weiterer Militärhilfe aus den USA.

07:20 Uhr | SPD-Verteidigungspolitiker Arlt für allgemeine Dienstpflicht

Der SPD-Verteidigungsexperte Johannes Arlt hat sich für eine allgemeine Dienstpflicht in Deutschland ausgesprochen. "Ein Jahr für dein Land, Jungen und Mädchen, auch unabhängig von der Staatsangehörigkeit, wäre sinnvoll. Das schließt dann auch wieder gut an die Ausbildungs- und Studiensysteme an", sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete nach einem Skandinavien-Besuch mit Verteidigungsminister Boris Pistorius. Arlt erklärte, er erlebe bei vielen jungen Menschen zwischen 14 und 18 Jahren, dass sie dem sehr positiv gegenüberstehen würden.

Wegen der veränderten Sicherheitslage in Europa sowie Personalmangel in der Bundeswehr lässt Pistorius Modelle einer Dienstpflicht untersuchen. Der Minister hatte sich in den vergangenen Tagen in Schweden, Norwegen und Finnland über den Wehrdienst, Musterungsverfahren und den Einsatz der jungen Männer und Frauen informiert.

07:11 Uhr | Habeck sieht Ampel-Abweichler bei Taurus-Abstimmung gelassen

Vizekanzler Robert Habeck sieht mögliche Abweichler aus den Ampel-Fraktionen bei der Abstimmung über den Antrag der Union für die Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern an die Ukraine gelassen. "Wir hatten bei verschiedenen Abstimmungen immer wieder ein paar Stimmen, die sich anders verhalten haben. Das hält die Koalition gut aus", sagte Habeck in einem Interview mit "Welt TV" zu entsprechenden Ankündigungen aus den Reihen der FDP.

Er habe Verständnis sowohl für die Haltung der Abgeordneten, die sagten, man habe der Ukraine maximale Unterstützung versprochen und das schließe den Taurus ein, als auch für diejenigen, die zur Vorsicht rieten, weil Deutschland nicht Kriegspartei werden wolle. Man habe bis zur Abstimmung im Bundestag am Donnerstag noch ein paar Tage Zeit, die man klug nutzen solle,sagte Habeck.

07:01 Uhr | Russischer Student verurteilt

Ein Gericht in Moskau hat einen Studenten zu zehn Tagen Haft verurteilt, weil er sein Wlan-Netzwerk mit einem pro-ukrainischen Slogan benannt hat. Das berichtet die russische Nachrichtenagentur Ria Nowosti. Demnach hat der Mann während der russischen Militäroffensive sein Netzwerk in "Slawa Ukraini" – zu deutsch: "Ruhm der Ukraine" umbenannt.

06:42 Uhr | Habeck hofft auf Freigabe der Ukraine-Hilfe im US-Kongress

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hofft auf die Freigabe der im US-Kongress blockierten Militärhilfe für die Ukraine. "Mein Eindruck ist, dass die Gelder freigegeben werden, aber dass es noch ein bisschen dauert, und ich hoffe, dass es nicht zu lange ist", sagte Habeck zum Abschluss seiner US-Reise am Samstag in Chicago.

Die von Präsident Joe Biden im US-Haushalt vorgesehenen 60 Milliarden Euro für die Ukraine werden von den Republikanern blockiert. Sie fordern im Gegenzug für ihre Zustimmung härtere Maßnahmen zur Sicherung der US-Grenze zu Mexiko.

00:00 Uhr | Ukraine-News am Sonntag, 10. März 2024

Guten Morgen! In unseren Ukraine-News halten wir Sie weiterhin über die Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem aktuellen Stand. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen hier im Laufe des Tages.

Die Berichterstattung über den Russland-Ukraine-Krieg ist komplex. Es gibt eine Vielzahl von Medienvertretern vor Ort, darunter auch unabhängige Journalisten aus verschiedenen Ländern, die regelmäßig über die Situation berichten. Trotzdem ist es wichtig anzuerkennen, dass die Beschaffung verlässlicher Informationen schwierig ist, da viele verfügbare Quellen politisch motiviert sein können, und schwer zu überprüfen sind. Dennoch gibt es auch unabhängige Experten, zivilgesellschaftliche Organisationen und Journalisten, die differenzierte Einblicke bieten. Bei der Bewertung von Informationen ist daher eine kritische Haltung und die Berücksichtigung verschiedener Quellen unerlässlich, um ein möglichst umfassendes Bild der Lage zu erhalten. All dies berücksichtigt der MDR in seiner Berichterstattung über den Russland-Ukraine-Krieg.

Was tun, Herr General? - Der Podcast zum Ukraine-Krieg

Der frühere NATO-General und Generalleutnant a.D. Erhard Bühler
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Quellen: u.a. AFP, dpa, Reuters, MDR

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 10. März 2024 | 06:00 Uhr

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