Soldat sortiert Sprengköpfe.
Die Bundesregierung beteiligt sich mit einem dreistelligen Millionenbetrag an der tschechischen Initiative zum Ankauf von Munition für die Ukraine. (Archivbild) Bildrechte: IMAGO/Funke Foto Services

Ukraine-News Deutschland investiert Millionen in Munition für Ukraine

06. März 2024, 19:16 Uhr

Die Ukraine-News vom Mittwoch 6. März sind beendet.

19:16 Uhr | Angriff in Odessa bei Selenskyj-Besuch

Bei einem russischen Angriff auf den Hafen von Odessa sind einem Medienbericht zufolge fünf Menschen getötet worden. Die "Ukrainska Prawda" beruft sich in ihrer Meldung auf die ukrainische Marine. Präsident Wolodymyr Selenskyj, der zum Zeitpunkt des Angriffs mit dem griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis den Schwarzmeer-Hafen besuchte, sprach von Toten und Verletzten.

Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, im Hafen von Odessa ein Lager für Marine-Drohnen getroffen zu haben. Mit diesen Waffen hat die Ukraine wiederholt Schiffe der russischen Schwarzmeer-Flotte angegriffen. Unterdessen erklärte ein ukrainischer Marine-Kommandeur, Russland habe seit Juli Hafen-Einrichtungen in Odessa mit mehr als 880 Drohnen und über 170 Raketen angegriffen. Im Juli 2023 zog sich Russland aus einem von den UN vermittelten Abkommen zum sicheren Transport ukrainischen Getreides über das Schwarze Meer zurück.

16:47 Uhr | Scholz: Kein Schaden durch Taurus-Abhöraffäre

Bundeskanzler Olaf Scholz sieht keinen Vertrauensverlust Deutschlands durch die Taurus-Abhöraffäre. "Ich bin sehr sicher, dass das Vertrauen zwischen Deutschland und seinen Verbündeten zu groß ist, dass das, was da passiert, dieses Vertrauen nicht beeinträchtigt", sagt Scholz. Dies hätten auch die Ministerinnen und Minister im Kabinett, die direkte Kontakte zu den Verbündeten gehabt hätten, heute zurückgemeldet.

15:44 Uhr | Russischer Journalist wegen Kritik an Ukraine-Offensive zu sieben Jahren Haft verurteilt

Ein russischer Journalist und Blogger ist wegen Kritik am russischen Angriff auf die Ukraine in Onlinenetzwerken zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Ein Gericht bei Moskau befand Roman Iwanow am Mittwoch der "Verbreitung von Falschinformationen" über die russische Armee für schuldig. Eine seiner Mitteilungen in den Onlinenetzwerken hatte sich auf die ukrainische Stadt Butscha bezogen, wo im April 2022 die Leichen von getöteten Zivilisten gefunden worden waren.

Seit dem Beginn der russischen Offensive in der Ukraine wurden nach Angaben der Nichtregierungsorganisation OWD-Info fast 20.000 Menschen wegen ihrer Kritik an dem Einsatz festgenommen.

15:10 Uhr | Toter bei Raketenangriff in Charkiw

In der nordostukrainischen Region Charkiw hat es nach Angaben örtlicher Behörden einen russischen Raketenangriff gegeben, bei dem ein 70-jähriger Mann getötet wurde. Sieben weitere Menschen seien verletzt worden, darunter vier Jugendliche, hieß es. Bei dem Angriff am Nachmittag auf das Dorf Borowa, etwa 20 Kilometer von der Front entfernt, sei ein Privathaus, nahe gelegene Gebäude und zwei Autos in Brand geraten, teilt die Polizei über den Kurznachrichtendienst Telegram mit.

13:58 Uhr | Deutschland beteiligt sich an Munitionsankauf für Ukraine

Die Bundesregierung beteiligt sich mit einem dreistelligen Millionenbetrag an der tschechischen Initiative zum Ankauf von Munition für die Ukraine. Das sagt Regierungssprecher Steffen Hebestreit in Berlin. Durch die Initiative werde "ermöglicht, dass wir Munition außerhalb Europas beschaffen können", sagte Hebestreit. "Es wird ein dreistelliger Millionenbetrag aufgebracht, mit dem wir das unterstützen werden". Zum genauen Umfang des deutschen Beitrags wollte sich Hebestreit nicht festlegen. Auch zu den Herkunftsländern der Munition gab es keine Angaben. Tschechien will mit der Initiative dazu beitragen, den Mangel vor allem an Artilleriemunition in der Ukraine zu überwinden.

12:30 Uhr | Witwe Nawalnys ruft zu Protest bei Präsidentenwahl in Russland auf

Die Witwe des verstorbenen Kreml-Kritikers Alexej Nawalny, Julia Nawalnaja, hat zu landesweiten Protesten zur Präsidentschaftswahl in Russland aufgerufen. In einem Youtube-Video forderte sie die Wahlberechtigten außerdem auf, gegen Amtsinhaber Wladimir Putin zu stimmen oder eine ungültige Stimme abzugeben. In Russland finden Ende kommender Woche Präsidentschaftswahlen statt. Es gilt als sicher, dass Putin in seinem Amt bestätigt wird.

11:42 Uhr | EU einigt sich auf verstärkte Cyberabwehr

Die Europäische Union verstärkt ihre Abwehr gegen Hackerangriffe aus Russland und anderen Ländern. Wie der belgische EU-Ratsvorsitz mitteilte, einigten sich die Unterhändler von Mitgliedsländern und Europaparlament auf ein Gesetz zur sogenannten Cybersicherheit. Es sieht unter anderem eine europaweite Alarmkette und eine engere Zusammenarbeit der Behörden vor. Sicherheitslücken bei wichtigen Einrichtungen wie Krankenhäusern oder der Energie- und Verkehrsinfrastruktur sollen damit geschlossen werden. Das Cybersicherheits-Gesetz bedarf noch der abschließenden Zustimmung der Mitgliedsländer und des Europaparlaments.

Die EU-Kommission hatte das Gesetz im April des vergangenen Jahres vorgeschlagen. Es basiert auf einer Strategie, die der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell im Herbst 2022 vorgelegt hatte.

10:14 Uhr | Ukrainische Drohnenangriffe auf Bergbaubetrieb

Die an die Ukraine grenzenden russischen Regionen Kursk, Belgorod und Woronesch sind örtlichen Angaben zufolge erneut Ziele ukrainischer Drohnenangriffe geworden. Wie der Bergbaukonzern Metalloinvest mitteilte, wurde im Gebiet Kursk einer der größten Erzbetriebe Russlands attackiert. Die beiden Drohnen hätten im Bergbau- und Aufbereitungskombinat Michailowski jedoch nur geringen Schaden angerichtet. Ein Treibstofftank sei in Brand geraten.

09:58 Uhr | 1.000 Patienten aus der Ukraine in Deutschland

Seit März 2022 werden schwerverletzte und schwererkrankte Patientinnen und Patienten aus der Ukraine nach Deutschland verlegt, um das ukrainische Gesundheitssystem zu entlasten. Für die internationale Koordinierung und die nationale Steuerung wird der in der Corona-Pandemie geschaffene Kleeblatt-Mechanismus mit seinen fünf Kleeblatt-Regionen und dem Lagezentrum im Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) als dem sogenannten sechsten Kleeblatt genutzt. Nun erreichte der 1.000. Patient zusammen mit weiteren Patientinnen und Patienten das Kleeblatt West.

07:26 Uhr | Umfrage: Große Mehrheit gegen Taurus-Lieferung in die Ukraine

Das Nein von Bundeskanzler Olaf Scholz zur Lieferung der Taurus-Marschflugkörper in die Ukraine wird laut einer Umfrage von einer Mehrheit der Menschen in Deutschland unterstützt. In der Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur befürworten nur 28 Prozent die Bereitstellung der Bundeswehr-Raketen mit einer Reichweite von 500 Kilometern für den ukrainischen Abwehrkampf gegen Russland. 58 Prozent sind gegen die Lieferung dieses Waffensystems. Mehr als die Hälfte davon (31 Prozent insgesamt) lehnt die Unterstützung der Ukraine mit deutschen Waffen sogar grundsätzlich ab. 14 Prozent machten keine Angaben.

Soldaten und Militärfahrzeuge mit Video
Für die eigene Verteidigung braucht die Ukraine internationale Hilfen. Die MDRfragt-Gemeinschaft sieht die deutschen Waffenlieferungen mehrheitlich kritisch. Bildrechte: IMAGO / NurPhoto

Die Befragung von 2.169 wahlberechtigten Deutschen wurde von Freitag bis Dienstag durchgeführt, also nach der Absage des Kanzlers zur Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern am Montag vergangener Woche. Hinter dem Nein von Scholz steckt die Befürchtung, dass Deutschland in den Krieg verwickelt werden könnte, sollten die Marschflugkörper russisches Territorium treffen.

07:22 Uhr | Ukraine kann auf neue Munition hoffen

Die unter Munitionsmangel leidenden Streitkräfte der Ukraine können dank einer tschechischen Initiative auf mehrere Hunderttausend Artilleriegranaten hoffen. Nach längerem Zögern schloss sich auch Frankreich der Idee an, 800.000 Geschosse aus Ländern außerhalb der EU zu beschaffen. Das Vorhaben sei sehr nützlich und man werde sich daran beteiligen, sagte der französische Präsident Emmanuel Macron in Prag, wo er seinen tschechischen Kollegen Petr Pavel traf.

06:33 Uhr | Witwe Nawalnys kommt nicht zu Bidens Rede

Präsident Joe Biden hat die Witwe des in Haft verstorbenen russischen Oppositionsführers Alexej Nawalny zu seiner Rede zur Lage der Nation vor dem US-Kongress eingeladen. Biden habe Julia Nawalnaja persönlich eingeladen, als er sie wenige Tage nach Nawalnys Tod getroffen habe, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karine Jean-Pierre. Nawalnaja könne der Einladung jedoch nicht folgen. Russland wird bei der Rede des Präsidenten am Donnerstag ein zentrales Thema sein.

Das Weiße Haus lädt jedes Jahr Bürger und Persönlichkeiten ein, die stellvertretend für die zentralen Themen der Rede zur Lage der Nation stehen. Sie sitzen während der Rede des Präsidenten vor beiden Kongresskammern neben der First Lady.

05:30 Uhr | Luftalarm im Süden und Osten der Ukraine

Im Osten und Süden der Ukraine herrschte in der Nacht auf Mittwoch erneut Luftalarm. Die ukrainische Luftwaffe warnte vor anfliegenden russischen Kampfdrohnen. In der Hafenstadt Odessa waren Medienberichten zufolge Explosionen zu hören.

00:00 Uhr | Ukraine-News am Mittwoch, 6. März 2024

Guten Morgen! In unseren Ukraine-News halten wir Sie weiterhin über die Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem aktuellen Stand. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen hier im Laufe des Tages.

Die Berichterstattung über den Russland-Ukraine-Krieg ist komplex. Es gibt eine Vielzahl von Medienvertretern vor Ort, darunter auch unabhängige Journalisten aus verschiedenen Ländern, die regelmäßig über die Situation berichten. Trotzdem ist es wichtig anzuerkennen, dass die Beschaffung verlässlicher Informationen schwierig ist, da viele verfügbare Quellen politisch motiviert sein können, und schwer zu überprüfen sind. Dennoch gibt es auch unabhängige Experten, zivilgesellschaftliche Organisationen und Journalisten, die differenzierte Einblicke bieten. Bei der Bewertung von Informationen ist daher eine kritische Haltung und die Berücksichtigung verschiedener Quellen unerlässlich, um ein möglichst umfassendes Bild der Lage zu erhalten. All dies berücksichtigt der MDR in seiner Berichterstattung über den Russland-Ukraine-Krieg.

Was tun, Herr General? - Der Podcast zum Ukraine-Krieg

Der frühere NATO-General und Generalleutnant a.D. Erhard Bühler
Bildrechte: MDR / Erhard Bühler
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Quellen: u.a. AFP, dpa, Reuters, MDR

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 06. März 2024 | 06:00 Uhr

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