Autowartung Ölwechsel: So sparen Sie Geld

Andreas Keßler
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Altes Motoröl schmeckt keinem Auto. Deshalb am besten einmal im Jahr Motoröl und Filter wechseln. Doch ein Ölwechsel kann teuer werden. Autoexperte Andreas Keßler gibt Tipps und erklärt, wie sich beim Ölwechsel Geld sparen lässt.

Für den Motor nur das Beste

Wer sich mit anderen Autofahrern über Motoröl unterhält, ist sofort in eine Diskussion verstrickt, die fast religiöse Züge trägt.

Ölwechsel in der Autowerkstatt
Das richtige Öl spielt eine entscheidende Rolle. Bildrechte: colourbox

Motoröl ist etwas, was im Motor umhergepumpt wird und dort zur Schmierung von Lagerstellen, zur Kühlung des Motors und für die Übertragung von Kräften dient. Welches Öl dazu am besten geeignet ist, legt nicht der großspurige Stammtischnachbar, sondern der Motorkonstrukteur fest. Die Frage nach dem "besten" Öl wird deshalb regelmäßig durch die Bedienungsanleitung oder den Profi beim Vertragshändler beantwortet.

Dieser Grundsatz gilt auch für Motoren, die vor 30 Jahren gebaut wurden, als es moderne Leichtlauföle überhaupt noch nicht gab.

Wer beim Motoröl experimentiert, zahlt sehr schnell drauf!

Andreas Keßler

Worauf kommt es beim Motoröl wirklich an?

  • Die richtige Ölviskosität und vor allem die Freigabenummer des Autoherstellers (sollte beides im Scheckheft / Bedienungsanleitung stehen)
  • Das Ölwechselintervall ist keine Empfehlung! Auch Wenigfahrer sollten sich an das halten, was der Hersteller vorschreibt.
  • Vertragshändler verdienen mit Motoröl (zu)viel Geld! Es gibt dort zwar sicher das richtige Motoröl, aber andernorts auch. Und da ist es deutlich billiger.
  • Alle Motoröle sind miteinander mischbar. Man kann, sollte aber kein anderes Öl als das, was im Motor ist, zum Nachfüllen verwenden. Es gilt die Notfall-Regel: Irgendein Öl ist besser als kein Öl.
  • Zusätzliche Additive für das Motoröl sind immer kritisch! Wer das Motoröl verändert, kann Ärger im Garantie-/Gewährleistungsfall bekommen. Deshalb: Finger weg von Wundermitteln!

Was immer wieder diskutiert wird ...

... ist der sogenannte "Dauerfilter", mit dem man sich nach Einbau für die Zukunft die Ölwechsel ersparen können soll.

Ein Ölwechsel kostet Geld, keine Frage. Ein Dauerfilter kostet aber ebenfalls Geld, mit Einbau kommt da ein mittlerer dreistelliger Betrag zusammen. Mit dem Dauerfilter muss man angeblich das Öl nicht mehr wechseln, aber den Filter! Und der kostet als Ersatzteil fast so viel wie ein billiger Ölwechsel.

Wer geschickt ist und das nötige Werkzeug hat, kann den Ölwechsel selber machen und ist dann mit etwa 25 Euro dabei. In großen Städten gibt es "Öl-Schnell-Dienste", bei denen man für einen Ölwechsel kaum mehr bezahlt.

Mechanikerin  lässt Altöl ab.
Bildrechte: imago images/Westend61

Wer trotzdem einen Dauerölfilter haben möchte, sollte folgendes bedenken: Das Motoröl ist eine hochkomplexe Chemikalie, die vielfältige Anforderungen erfüllen muss. Selbst feinst gefiltert altert Motoröl und verliert schließlich die Eigenschaften, die es in den aktuellen High-Tech-Motoren haben muss. Extreme Temperaturwechsel sorgen für chemische Umwandlungsprozesse: Hohe Drehzahlen zerschlagen komplizierte Molekülketten der Additive im Öl, und Kraftstoff versauert den Schmierstoff.


Ölwechsel selber durchführen? So wird es gemacht!

Benötigt wird:

  • Schlüssel für Ölablassschraube
  • passendes Motoröl
  • geeignetes Gefäß um das alte Öl aufzufangen
  • neue Teile wie neue Schraube, neue Dichtung
  • und natürlich eine Hebebühne oder Rampe

Es kann losgehen:

  1. Leerlauf einlegen und Handbremse anziehen. Den Motor für zwei bis drei Minuten laufen lassen, so wird das Öl erwärmt und nimmt die abgelagerten Schmutzpartikel im Motor auf.
  2. Dann das Auto auf einer Rampe oder Hebebühne anheben.
  3. Motor ausschalten, Öldeckel im Motorraum öffnen.
  4. Jetzt am Unterboden des Autos die Ölablassschraube lösen. Vorher natürlich ein Gefäß darunter stellen, damit kein Altöl auf den Boden tropft. Vorsicht - das Öl ist heiß!
  5. Das gesamte Öl muss aus dem Auto laufen, dann die Unterseite der Ölwanne abwischen.
  6. Danach die neue Ölablassschraube samt Dichtring hinein schrauben.
  7. Auto runter.
  8. Das neue, passende Öl langsam einfüllen.
  9. Zwischendurch den Ölstand prüfen. Zu viel Öl kann den Motor beschädigen!
  10. Deckel auf den Öleinfüllstutzen schrauben.
  11. Motor starten und sicherstellen, dass keine der Warnlampen leuchtet.
  12. Wenn der Motor ein paar Minuten gelaufen ist, erneut den Ölstand messen und, wenn  nötig, Öl nachfüllen.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 03. März 2021 | 17:00 Uhr

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