Bad Langensalza Klage wegen Abriss von denkmalgeschützter Mauer

Die Denkmalschutzbehörde fordert den Neuaufbau einer historischen Mauer in Bad Langensalza. Deren Abriss sei illegal gewesen. Das Weimarer Verwaltungsgericht soll über die Verhältnismäßigkeit entscheiden.

Ein Mauersockel an einem Bürgersteig in Bad Langensalza
Bildrechte: MDR/Claudia Götze

Der offenbar illegale Abriss einer denkmalgeschützten Mauer in Bad Langensalza beschäftigt weiter die Gerichte. Die Stadt will sich gegen einen Bescheid der Unteren Denkmalbehörde des Unstrut Hainich Kreises zur Wehr setzen. Wie Bürgermeister Matthias Reinz (parteilos) MDR THÜRINGEN am Freitag sagte, hat die Stadt das Verwaltungsgericht Weimar eingeschaltet. Das Gericht solle die Verhältnismäßigkeit klären, so Reinz.

Vorausgegangen war ein Bescheid der Denkmalschutz- und Bauaufsichtsbehörde. Darin verlangt sie von Bad Langensalza den Wiederaufbau eines 100 Meter langen Abschnitts der historischen Mauer. Das 2,50 Meter hohe Bauwerk war in zwei Abschnitten zwischen 1899 und 1901 und später noch einmal 1906 bis 1908 von Ulanen erbaut worden. Bis zur Wende 1989 war hier die Sowjetarmee stationiert.

Ehemaliger Bürgermeister: Mauer war baufällig

Der städtische Bauhof hatte die strittige Mauer vor zwei Jahren abgerissen. Der damalige Bürgermeister Bernhard Schönau, FDP, hatte mit Gefahr im Verzug argumentiert, die Mauer sei baufällig gewesen. Laut Denkmalschutzbehörde hat die Stadt mehrere Anträge gestellt; ein Teil der Mauer und eine Toreinfahrt seien bereits saniert worden. Zulässig sei laut Behörde nur ein Teilabriss gewesen. Damit sollte Platz für die Zufahrt zum Parkplatz des neu entstandenen Wohnparkes geschaffen werden.

Ein Mauersockel an einem Bürgersteig in Bad Langensalza
Der Abriss war von der Stadtverwaltung mit Baufälligkeit der Mauer begründet worden. Bildrechte: MDR/Claudia Götze

Neuaufbau würde mindestens 100.000 Euro kosten

Schönau hat bereits einen Bußgeldbescheid über 15.000 Euro erhalten, über den noch das Amtsgericht Mühlhausen entscheiden muss. Der geforderte Wiederaufbau des Abschnitts soll nach ersten Schätzungen mindestens 100.000 Euro kosten. Derzeit sind nur noch die Travertinsockel erhalten. Die Pfeiler und die Mauerwände müssten neu errichtet werden. Laut strittigem Bescheid hat die Behörde der Stadt ein halbes Jahr Zeit für einen Bauantrag gegeben und das Bauende nach einem Jahr festgelegt.

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MDR THÜRINGEN - Das Radio Di 03.09.2019 07:00Uhr 02:58 min

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 22. Mai 2020 | 16:30 Uhr

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