In Erfurt, Weimar und Eisenach Fünf Tipps für die Achava-Festspiele Thüringen

Vom interreligiösen Straßenfest über eine Adaption des triadischen Balletts von Oskar Schlemmer bis hin zu modernen Volkslied-Interpretationen: All das erwartet Besucher bei den Achava-Festspielen 2019, die vom 19. bis zum 29. September in Eisenach, Erfurt und Weimar stattfinden. Hier ein Überblick über die Highlights der kommenden Tage. Unter anderem mit dabei: Avi Avital, die junge A-capella-Formation Maybebop und die Staatskapelle Weimar.

Mareike Wiemann
Bildrechte: MDR/Robert Kühne

von Mareike Wiemann, MDR KULTUR

Eröffnungskonzert: Avi Avital & das Thüringer Bach Collegium

Ein Mann spielt auf einer Mandoline
Avi Avital wurde als erster Mandolinenspieler überhaupt für einen Grammy nominiert. Bildrechte: Christie Goodwin

Der israelische Echo-Klassik-Gewinner Avi Avital hat der Mandoline zu einem weltweiten Comeback verholfen: Mit seinem Instrument überschreitet er gerne Stil- und Genregrenzen, fühlt sich in Barock, Klezmer und zeitgenössischer Musik gleichermaßen zu Hause. Nun tritt er in der Eisenacher Georgenkirche erstmals mit dem 2018 gegründete Thüringer Bach Collegium auf, zusammen loten sie die Gemeinsamkeiten von Jazz und Barockmusik aus. Natürlich spielt auch die Familie Bach in der einstigen Taufkirche Johann Sebastian Bachs eine große Rolle: Auf dem Programm stehen etwa Orchestersuiten von Johann Bernhard Bach, die ausschließlich durch die handschriftliche Kopie Johann Sebastian Bachs und seiner Familie erhalten sind.

Konzert 19. September, 19.30 Uhr, Georgenkirche Eisenach

Achava-Straßenfest

Neben Erfurt und Weimar ist Eisenach in diesem Jahr erstmals Austragungsort der Achava-Festspiele. Und das wird gefeiert - mit einem bunten Straßenfest für die ganze Familie auf dem Lutherplatz. Musikalisch geht es vielfältig zu, von Swing über Chansons, bis hin zu mittelalterlichen Weisen und Liedern aus Syrien und Palästina auf der Oud. Außerdem locken eine Open-Air-Galerie, ein Mitmach-Kunsttisch für Kinder und kulinarische Köstlichkeiten aus nah und fern. Wer mag, kann zudem nach dem Fest einem historischen Ereignis beiwohnen: Zum ersten Mal seit 80 Jahren findet in Eisenach ein jüdischer Gottesdienst statt.

Fest 20. September, 11–18 Uhr, Lutherplatz Eisenach

Ballett: "Trias"

Eine Tänzerin bewegt sich in einem bunten Teller-Rock
"Trias" wurde 2015 uraufgeführt. Bildrechte: Kai Pohler

Zwei Bauhaus-Ballette von 1923, die erstmals in einem Abendprogramm münden: "Trias" ist eine Neuinterpretation des Entwurfs zum "triadischen Ballett" von Oskar Schlemmer. Die Figurinen wurden vom freien Düsseldorfer Ensemble "Theater der Klänge" soweit wie möglich aufwändig originalgetreu rekonstruiert, die neu geschaffene Musik wie die Choreografie wurden angelehnt an Oskar Schlemmers Inszenierung und entsprechen dem Ablauf, wie der Bauhaus-Meister ihn einst in Stuttgart und Weimar selber zur Aufführung brachte. Zwischen den Akten agieren zwei musikalische Clowns, die von den Clownerien Schlemmers inspiriert sind.

Ballett 27. September, 21 Uhr, Weimarhalle, Großer Saal

Konzert: Stimmen des Volkes

Vier Männer schauen in die Kamera, vorne steht einer im roten Anzug.
Maybebop geben Volksliedern ein neues Gewand. Bildrechte: Sven Sindt

Volkslieder sind von vorgestern? - Nein, sagt die junge A-capella-Formation Maybebop. Gemeinsam mit dem ältesten Orchester Deutschlands, der Staatskapelle Weimar, sucht die Band nach zeitgemäßen Formen für das traditionelle Liedgut: Wie klingen etwa "Der Mond ist aufgegangen", "Die Gedanken sind frei" oder "Still still still" heute? - Gepaart mit internationalen Songs steht das Zusammenspiel von Orchesterklang und A-capella-Gesang im Mittelpunkt. Mitsingen ist hier ausdrücklich erlaubt! Diese Uraufführung ist gleichzeitig Eröffnungskonzert der Tagung "Triennale der Moderne" in Weimar.

Konzert 26. September, 19.30 Uhr, Weimarhalle, Großer Saal

Konzert: Silvius von Kessels "Missa Cum Jubilo"

Der Erfurter Dom.
Silvius von Kessel ist seit 1994 Domorganist in Erfurt. Bildrechte: MDR/Nicky Scholz

Dieses Werk ist eine Uraufführung: Der Erfurter Domorganist Silvius von Kessel hat mit der "Missa Cum Jubilo" erstmals ein eigenes Werk komponiert, angelehnt an die gleichnamige gregorianische Vorlage. Es handelt sich bei der Gregorianischen Missa Cum Jubilo um eine Messe, die an Hochfesten zu Ehren der Gottesmutter Maria erklingen soll. Von Kessel hatte sich ursprünglich vorgenommen, das Stück in einem Jahr zu komponieren, doch letzten Endes wurde zwei Jahre daraus. Nun werden ein gewaltiger Chor plus zwei Kinderchöre das hochkomplexe Werk ausführen, dazu kommt ein großes Orchester nebst Orgel und vier Solisten: Insgesamt werden rund 200 Menschen den Erfurter Dom zum Klingen bringen. 

Konzert 20. September, 19.30 Uhr, Erfurter Dom St. Marien

Kultur in Thüringen

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 19. September 2019 | 10:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. September 2019, 04:00 Uhr