Filmfest Dresden
Das Filmfest Dresden zeigt vom 17. bis 22. April Kurzfilme aus aller Welt. Bildrechte: Filmfest Dresden

Filmfest Dresden startet Kurzfilme für ein weltoffenes Dresden

Filmfest Dresden
Das Filmfest Dresden zeigt vom 17. bis 22. April Kurzfilme aus aller Welt. Bildrechte: Filmfest Dresden

Am Dienstag startet das Filmfest Dresden. Das Kurzfilmfestival zeigt bis zum Sonntag mehr als 300 Filme aus über 50 Ländern. Schwerpunkt des diesjährigen Festivals ist das Thema Europa. Dabei wird auf die europäische Entwicklung der letzten 30 Jahre geblickt. Gleichzeitig will das Festival damit auch seine eigene Geschichte reflektieren; in diesem Jahr feiert es sein 30. Jubiläum. Ziel des Themenschwerpunktes ist es laut Festivalleiterin Sylke Gottlebe, ein weltoffenes Dresden zu zeigen. Wie sie im Gespräch bei MDR KULTUR mitteilte, sehe man sich als Initiative in der Verantwortung.

Unsere Filmauswahl folgt unserem Idealismus für ein Europa.

Sylke Gottlebe, Leiterin des Filmfestes Dresden

1989, Sachsen und die Griechische Nouvelle Vague

Drei Programme widmen sich dem Europa von 1989 bis heute: "Der Freiheit eine Gasse" thematisiert Träume und Hoffnungen nach dem Mauerfall, das Programm "Grenzgebiete" hinterfragt, inwiefern sich diese Hoffnungen erfüllt haben. Eine aktuelle Perspektive auf die Festung Europa und eine EU in der Kritik liefern die Filme im Programm "Europe is falling apart".

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Griechenland, wo die Wirtschaftskrise für zunehmende Kreativität sorgt. Gottlebe bezeichnet die dortige Filmbewegung als eine Art Nouvelle Vague im Griechischen Kino, die einige hoffnungsvolle Filme hervorbringt.

Die persönliche Empfehlung von Festivalleiterin Gottlebe im Bereich nationaler Kurzfilm ist der Film "Ankunft" von Falk Hoysack. Der Streifen verbindet aktuelle Bilder aus dem sächsischen Hoyerswerda mit Stadtbeschreibungen der Schriftstellerin Brigitte Reimann aus den 60er-Jahren.

Insgesamt hatten sich 2.300 Filme aus 97 Ländern mit einer Länge zwischen 30 Sekunden und 30 Minuten um einen Platz im Festivalprogramm beworben. Das Filmfest Dresden gilt als Publikumsfestival; etwa 25.000 Besucher erwarten die Veranstalter dieses Jahr. Mit Workshops, Meisterklassen und Podiumsdiskussionen kommen jedoch auch zunehmend Fachbesucher. Während des Dresdner Filmfests werden Preise in Höhe von insgesamt 67.000 Euro vergeben – damit ist es eines der höchstdotierten Kurzfilmfestivals in Europa.

Ein rebellisches Festival wird international bekannt

Zu seiner Gründung im Frühjahr 1989 wurden beim Filmfest Dresden in der DDR verbotene Filme gezeigt. Seit der Wende ist das Festival mit Schwerpunkt Kurzfilm und Animationsfilm stetig gewachsen und auch international bekannt geworden. Seitdem haben es die Initiatoren jedes Jahr geschafft, Dresden mit einem Filmfest zu bereichern.

Filmfest Dresden
Nicht nur in zahlreiche Kinos, sondern auch zu Open Air-Veranstaltungen lädt das Filmfest Dresden ein. Bildrechte: Filmfest Dresden

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 17. April 2018 | 07:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. April 2018, 07:19 Uhr

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