Neuer Film mit Lars Eidinger "Persischstunden": Holocaustdrama über die Macht der Sprache

Knut Elstermann
Bildrechte: Jochen Saupe

Als der Jude Gilles ins KZ kommt, behauptet er Perser zu sein. Nun soll er dem Kommandanten eine Sprache beibringen, die er gar nicht beherrscht. Also denkt er sich eine neue aus. Regisseur Vadim Perelmann konzentriert sich nicht auf die Grauen der Vernichtungslager, obwohl die Angst spürbar wird, sondern zeigt ein Stück Hoffnung und eine andere Form der Erinnerungskultur.

Filmszene "Persischstunden" 2 min
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Als der Jude Gilles ins KZ kommt, behauptet er Perser zu sein. Nun soll er dem Kommandanten eine Sprache beibringen, die er gar nicht beherrscht. Also denkt er sich eine neue aus. Die Kritik zum Film "Persischstunden"

Mi 23.09.2020 15:23Uhr 02:14 min

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Video
Filmszene, Menschen mit Mänteln
Nahuel Pérez Biscayat in "Persischstunden" Bildrechte: Alamode Film

Der belgische, junge Jude Gilles (anrührend von Nahuel Pérez Biscayat gespielt) wird in ein KZ verschleppt, wo er behauptet Perser zu sein, um der Ermordung zu entgehen. Der Lagerkommandant Koch (beängstigend in seiner brutalen Bedrohlichkeit und zugleich auch ambivalente Täterfigur mit einigen menschlichen Zügen: Lars Eidinger) möchte nach dem Krieg ein Restaurant ausgerechnet in Teheran eröffnen. Deshalb will er Farsi bei Gilles lernen, der verzweifelt Wörter und schließlich eine ganze Sprache erfindet. Gilles erdachte Sprache bewahrt die Erinnerung an die Ermordeten, jeder Fehler kann seinen Tod bedeuten, jedes vergessene Wort könnte ihn enttarnen.

Filmszene, Menschen mit Mänteln 7 min
Bildrechte: Alamode Film

"Persischstunden" ist eine deutsch-russische Produktion mit Lars Eidinger. "Pelikanblut" Nina Hoss überschreitet ihre Grenzen um ein Kind zu retten. Der Berlinale-Film "Futur 3" zeigt die Zukunft des deutschen Kinos.

MDR KULTUR - Das Radio Do 24.09.2020 06:00Uhr 06:52 min

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Filmszene, Menschen mit Mänteln 7 min
Bildrechte: Alamode Film

"Persischstunden" ist eine deutsch-russische Produktion mit Lars Eidinger. "Pelikanblut" Nina Hoss überschreitet ihre Grenzen um ein Kind zu retten. Der Berlinale-Film "Futur 3" zeigt die Zukunft des deutschen Kinos.

MDR KULTUR - Das Radio Do 24.09.2020 06:00Uhr 06:52 min

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Audio

Regisseur Vadim Perelman stammt aus einer jüdischen Familie in der Ukraine, er lebt heute in Kanada. Sein spannender und bewegender Film verzichtet auf ausgestellte Grausamkeiten, aber die tödliche Gefahr ist immer spürbar, er eröffnet vielleicht gerade für junge Leute einen Zugang zu dieser Epoche deutscher Geschichte, basierend auf einer Kurzgeschichte von Wolfgang Kohlhaase. Der Film erinnert an den DEFA-Klassiker "Jakob der Lügner" mit dem ausgedachten Radio, auch hier gibt eine kluge Erfindung den Menschen neue Hoffnung.

Genre: Drama
Regie: Vadim Perelman
Besetzung: Nahuel Pérez Biscayart, Lars Eidinger, Leonie Benesch
Im deutschen Kino ab: 24.09.2020
Produktionsland: Deutschland
Bewertung: ★ ★ ★ ★ ☆ (4 von 5 Sternen)

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 24. September 2020 | 08:10 Uhr

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