Aufbruch in eine bessere Welt: Antonia Berger (Alexandra Maria Lara) schätzt die Chance, die ihr der Parteifunktionär Leo Silberstein (Stefan Kurt) bietet.
Bildrechte: Neue Visionen Filmverleih

Filmstart "Und der Zukunft zugewandt" – packendes DDR-Drama mit Alexandra Maria Lara

Die Kommunistin Antonia Berger (Alexandra Maria Lara) wird 1952 nach langer Haft in der Sowjetunion, von der jungen DDR versorgt und gefördert. Dafür zahlt sie jedoch einen hohen Preis: Sie darf nicht über ihre schlimmen Erfahrungen sprechen. Ein Film, der emotional und differenziert erzählt, so unser Kritiker.

Knut Elstermann
Bildrechte: Jochen Saupe

von Knut Elstermann, MDR KULTUR-Filmkritiker

Aufbruch in eine bessere Welt: Antonia Berger (Alexandra Maria Lara) schätzt die Chance, die ihr der Parteifunktionär Leo Silberstein (Stefan Kurt) bietet.
Bildrechte: Neue Visionen Filmverleih

Regisseur Bernd Böhlich erinnert in seinem ergreifenden Spielfilm "Und der Zukunft zugewandt" an die Tausenden Deutschen, die nach langen Jahren der Haft in Stalins Lagern voller Hoffnung in die DDR kamen. Er erzählt von der Kommunistin Antonia Berger (Alexandra Maria Lara, in ihrer wohl besten Rolle, verhalten und eindringlich), die zusammen mit ihrer schwerkranken Tochter nach der Rückkehr in die junge Republik zwar gut versorgt und gefördert wird, jedoch für einen hohen Preis: Sie darf niemals von ihren schrecklichen Erfahrungen in der Sowjetunion sprechen. Sie würden den Sinn des Sozialismus grundsätzlich infrage stellen.

Erzwungenes Schweigen und tiefe innere Konflikte

Nach Jahren voller Entbehrungen kann Antonia Berger (Alexandra Maria Lara) bei Konrad Zeidler (Robert Stadlober) neue Hoffnung schöpfen.
Nach Jahren voller Entbehrungen kann Antonia Berger (Alexandra Maria Lara) bei Konrad Zeidler (Robert Stadlober) neue Hoffnung schöpfen. Bildrechte: Neue Visionen Filmverleih

Während eine ihrer Leidensgenossinnen, mit wachsender Wut von Barbara Schnitzler gespielt, sich immer stärker auflehnt und schließlich von der Partei abwendet, bleibt Antonia bis zur Wende loyal und schweigsam, wenn auch mit tiefen, inneren Konflikten. Angelehnt ist diese Geschichte an die reale Biografie der Mutter von Schauspielerin Swetlana Schönfeld. Die Tochter ist im Film auch zu sehen. Sehr emotional und durchaus differenziert zeigt der packende Film wie in der großen Lüge des Anfangs schon das Scheitern des Endes eingeschrieben war.

Genre: Drama, Historie
Regie: Bernd Böhlich
Darsteller: Alexandra Maria Lara, Robert Stadlober, Stefan Kurt u.a.
Im deutschen Kino ab: 05.09.2019
Produktionsland: Deutschland
Bewertung: ★ ★ ★★ ☆ (4 von 5 Sternen)

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Filmstarts der Woche mit Knut Elstermann | 05. September 2019 | 08:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. September 2019, 04:00 Uhr

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