Filmkritik "Willkommen in Marwen" – einfühlsamer Film mit brillanten Animationen

"Willkommen in Marwen" erzählt die Geschichte einer wahren Figur: Der Künstler Mark Hogenkamp wurde von Neonazis so schwer verletzt, dass er seine Erinnerung verlor. Als Selbsttherapie baute er eine Kleinstadt nach, in der er Szenen mit Puppen nachspielte. Der einfühlsame Film von Regisseur Robert Zemeckis – mit Steve Carell, Leslie Mann und Diane Kruger in den Hauptrollen – überzeugt vor allem mit brillanten Puppen-Animationen.

von Knut Elstermann, MDR KULTUR-Filmkritiker

Der Künstler Mark Hogenkamp ist eine wahre Figur. Er wurde von fünf Neonazi-Schlägern so schwer verletzt, dass er seine Erinnerungen verlor. Um sein Trauma zu verarbeiten, baute er eine kleine belgische Stadt nach und spielte dort Szenen mit Puppen, die er auch in diesem Setting fotografierte – eine fantastische Heldensaga, in der sich seine Erfahrungen spiegelten. Die Bilder waren auf sehr erfolgreichen Ausstellungen zu sehen.

In dem verspielten, respektvollen und einfühlsamen Film von Robert Zemeckis verkörpert Steve Carell diesen tapferen Künstler als einen verletzlichen, fast kindlichen Mann, der um seine Identität kämpft, um die Verteidigung seiner Vergangenheit und damit seiner selbst.

Eine berührende Würdigung

In den brillanten Puppenanimationen mischen sich faszinierend seine persönliche Tragödie, Anti-Nazi-Superhelden-Fantasien und erotische Träume. Das ist zwar mit fast zwei Stunden doch deutlich zu lang geraten und nicht ganz frei von Redundanz, doch insgesamt eine schöne und berührende Würdigung dieser einzigartigen Selbsttherapie.

Genre: Drama
Regie: Robert Zemeckis
Darsteller: Steve Carell, Leslie Mann, Diane Kruger u.a.
Im deutschen Kino ab: 28.03.2019
Produktionsland: USA
Bewertung: ★ ★ ★ ☆ ☆ (3 von 5 Sternen)

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 28. März 2019 | 08:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. März 2019, 04:00 Uhr

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