Filmstart Ist Alfons Zitterbacke wirklich zurück?

Wie schlägt er sich der neue Alfons Zitterbacke? In der nunmehr dritten Verfilmung der Geschichte über den Jungen, der nicht nur wegen seines Namens gehänselt wird, fehlt ein bisschen Anarchismus, findet unser Kritiker.

Knut Elstermann
Bildrechte: Jochen Saupe

von Knut Elstermann, MDR KULTUR-Filmkritiker

Nach den berühmten und in der DDR sehr beliebten Geschichten von Gerhard Holtz-Baumert entstand diese Neuverfilmung, es ist nach dem DEFA-Film von 1966 und einer Fernsehserie aus den 80er-Jahren schon die dritte.

Dieser Alfons Zitterbacke, gespielt von Tilman Döbler, den man unter anderem aus "Zuckersand" kennt, lebt im heutigen Deutschland, wird in der Schule wegen seines Namens gehänselt und weil er ein unsportlicher Schlaffi ist. Er will Astronaut werden und wird von seinem Lehrer (Thorsten Merten) aus unerfindlichen Gründen abgrundtief gehasst.

Nur niedlich, aber trotzdem sehenswert

Bei dieser Verfilmung blieb auf der Strecke, was einst den rebellischen Reiz von Alfons ausmachte: Dieser neue Wiedergänger ist irgendwie nur niedlich und tollpatschig, ihm fehlt das anarchistische Querschläger-Potenzial vom Typ Straßenköter, dieses witzige Dauer-Genervtsein des kreativen, eigenwilligen Chaoten, den niemand richtig versteht, obwohl er eigentlich alles richtig machen will.

Sehr viel besser gelungen ist dem Regisseur Mark Schlichter das sensible und schön gespielte Verhältnis zu den überforderten und doch liebevollen Eltern zu Hause, sehr glaubhaft gespielt von Alexandra Maria Lara und Devid Striesow. Das beißt sich zwar mit den überdrehten Klamaukszenen in der Schule, macht den Film aber doch sehenswert.

Genre: Familie
Regie: Mark Schlichter
Darsteller: Tilman Döbler, Alexandra Maria Lara, Devid Striesow
Im deutschen Kino ab: 11. April 2019
Produktionsland: Deutschland
Bewertung: ★ ★ ★ ☆ ☆ (3 von 5 Sternen)

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Filme der Woche | 11. April 2019 | 08:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. April 2019, 04:00 Uhr

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