Gemüsepflanzen und Obst schützen Hitze und Trockenheit: Gefahr für Sonnenbrand, Blütenendfäule und Mehltau

Eine Frau steht in einem Garten. In der Hand hält sie einen kleinen Strauß aus Kräutern.
Bildrechte: MDR/Lisa-Marie Kaspar

Plötzliche Hitzeereignisse im Garten können zum Problem werden. Empfindliche Pflanzen müssen deshalb vor der starken Sonne durch Schattieren geschützt werden, wie Gartenfachberaterin Brigitte Goss rät. Auch die richtige Pflege hilft den Pflanzen, Hitzeperioden besser zu überstehen.

Helle Weintrauben mit braunen Faulstellen
Auch Weintrauben brauchen Sonnenschutz, die empfindliche Haut kann sonst verbrennen. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Sonnenbrand an Früchten vermeiden

Apfel mit Sonnenbrandrraune faule Stelle an einem Apfel
Faule, braune Stellen an Äpfeln können durch Sonne verursacht werden. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Viele Obstsorten, wie Weintrauben, Pflaumen, Stachelbeeren und Äpfel, aber auch Fruchtgemüse wie Tomaten, Zucchini und Paprika, können empfindlich auf Hitze reagieren. Vor allem, wenn sie sich schnell von einer eher milden Witterung auf große Hitze umstellen müssen. Bei einer Lufttemperatur von über 30 °C kann die Temperatur in den Früchten auf der Sonnen zugewandten Seite bis auf 50 °C steigen. Dann ist Sonnenbrand an den Früchten unvermeidlich, da die empfindliche Haut darauf nicht vorbereitet ist. Manche Beeren verkochen förmlich am Strauch. Ende Juni sind jetzt Erdbeeren, Johannisbeeren und Himbeeren besonders gefährdet. Bei starker Sonneneinstrahlung kann man die Pflanzen mit leichten, luftdurchlässigen Stoffen oder Schädlingsschutzvlies schattieren. Später im Gartenjahr sind dann dunkle Früchte gefährdet, wie rote Tafeltrauben, Pflaumen oder Brombeeren. Sie absorbieren das Licht besonders gut und heizen sich noch intensiver auf. Besonders ausgeprägt sind die Schäden, wenn kurz zuvor an den Obstgehölzen ein Sommerschnitt durchgeführt wurde, die Ranken der Weinreben gekürzt oder die "Wasserschosse" der Obstbäume entfernt wurden.

Braune faulige Brombeeren
Auch diese Brombeeren haben zu viel Sonne abbekommen. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Blütenendfäule an Tomaten und Zucchini

Braune Stelle an Tomaten
Braune Stellen gegenüber vom Stielansatz nennt man Blütenendfäule. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Schwarze, faule Stellen auf den roten Tomatenfrüchten lassen auf den ersten Blick eine Pilzerkrankung vermuten. Liegen aber die eingesunkenen, trocken-faulen Flecken gegenüber dem Stielansatz, also da, wo früher die Blüte saß, so handelt es sich um die sogenannte Blütenendfäule. Begünstigt wird dieses Phänomen durch hohe Temperaturen und starke Verdunstungstätigkeit der Blätter. Kalzium, das die Zellwände stabilisiert, wird bei Hitze verstärkt in die Blätter transportiert. Die Frucht geht leer aus. Dort fallen die Zellwände zusammen und faulen. Die Blütenendfäule lässt sich vermeiden, wenn die Pflanzen in Hitzeperioden gleichmäßig mit Wasser versorgt werden. Generell gilt: ausgewogen und nicht zu viel düngen. Gerade im Gewächshaus sollte bei starker Hitze und Sonneneinstrahlung schattiert werden. Dach und Fenster kann man zum Beispiel mit Tüchern verhängen und so viel wie möglich lüften.

Braune Stelle an Zucchini-Spitze
Blütenendfäule an der Spitze einer Zucchini Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Echter Mehltau - den Schönwetterpilz bekämpfen

Echter Mehltau
Die weiße Schicht auf den Blättern lässt sich beim Echten Mehltau abwischen. Bildrechte: MDR/Andreas Metzmacher

Taufeuchtes und warmes Wetter sind beste Bedingungen für den Echten Mehltau. Der Schaderreger tritt gewöhnlich erst im Spätsommer bis Herbst auf, doch bei "Waschküchenwetter" hat er schon im Hochsommer ein leichtes Spiel. Rosen, Gurken, Zucchini und Wein werden dann frühzeitig befallen. Eine chemische Bekämpfung ist vor allem bei Gemüse nicht ratsam. Produkte mit pflanzlichen Fettsäuren, Pflanzenextrakten und Natrium-Hydrogencarbonat (Natron) zeigen bei regelmäßiger, vorbeugender Anwendung beachtliche Erfolge gegen Echte Mehltaupilze. Auch eine Mischung als verdünnter Milch mit Backpulver (Natriumhydrogencarbonat) kann dem Mehltau zusetzen. Die befallenen Blätter an Zucchini können Sie kontinuierlich entfernen. Die Pflanzen bilden weiterhin Früchte aus.

Blick in ein Gewächshaus. Eine große Stoffbahn kann entlang eines Drahtseils im Gewächshaus auf- und zugezogen werden.
Brigitte Goss hat in ihrem Gewächshaus ein Seilsystem gespannt, an dem Vorhänge auf- und zugezogen werden können. Bildrechte: MDR/ Brigitte Goss

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 21. Juni 2020 | 08:30 Uhr